Schiedsrichterinnen bei der WM Sie warten und warten und warten

Ihre Nominierung hat die Fifa als »historisch« bezeichnet. Doch bislang durfte keine der drei Schiedsrichterinnen ein Spiel pfeifen. Viele Männer wurden bereits mehrmals eingeteilt.
In der Nebenrolle: Stephanie Frappart als vierte Offizielle beim Spiel Mexiko gegen Polen

In der Nebenrolle: Stephanie Frappart als vierte Offizielle beim Spiel Mexiko gegen Polen

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HANNAH MCKAY / REUTERS

Ihren ersten kleinen Moment für die Geschichtsbücher erlebte Stephanie Frappart in Katar bereits. Bei der Partie Mexiko gegen Polen fungierte die Französin abseits des großen Rampenlichts als vierte Offizielle und gehörte als erste Frau bei einer Männer-WM zum Schiedsrichter-Team. Doch ansonsten muss sie sehr geduldig sein – auch nach zwei Vorrundenspieltagen geht das Warten auf die herbeigesehnte große Premiere weiter.

Ebenso wie ihren Kolleginnen Salima Mukansanga (Ruanda) und Yoshimi Yamashita (Japan) bleibt ihr auf der größtmöglichen Bühne nur die Nebenrolle. Noch keine Frau durfte ein Spiel bei einer Männer-WM leiten.

Die Nominierung des weiblichen Trios sei »der Beweis dafür, dass die Qualität und nicht das Geschlecht« zählt, hatte Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina im Vorfeld des Turniers noch betont: »Sie verdienen es, dabei zu sein, weil sie konstant sehr gute Leistungen erbringen.«

28 der 33 Männer eingesetzt, viele mehrfach

Da auch nach Halbzeit des Turniers und Abschluss des zweiten Spieltags der Gruppenphase noch keine Frau nominiert wurde, drängt sich jedoch die Frage auf, ob es die Fifa mit der Gleichstellung tatsächlich ernst meint. Oder ob die Benennung der Frauen eine Imagemaßnahme war.

28 der 33 männlichen Kollegen kamen bereits zu Einsätzen, bis Mittwoch wird ein Dutzend davon gar zweimal ein Spiel geleitet haben, darunter Daniele Orsato (Italien) oder der Iraner Alireza Faghani. »Jede Nominierung wird mit großer Sorgfalt durchgeführt, um zu versuchen, jedes Mal die besten Schiedsrichterteams zu finden«, sagte Collina. Über die Kriterien für die Auswahl der Teams hat Collina nicht weiter gesprochen.

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Frappart fühlt sich bereit. »Wir haben große Fortschritte in den vergangenen Jahren gemacht«, sagte sie vor der WM. Und die 38-Jährige ist auf der großen Bühne durchaus bekannt. Als erste Frau hatte sie ein Spiel der französischen Ligue 1, eine Partie der Champions League und eine Begegnung in der WM-Qualifikation leiten dürfen.

mas/sid

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