Polen trotz Niederlage gegen Argentinien im Achtelfinale Die Hand Szczęsnys

Mit einem Handwischer durch Messis Gesicht sorgte Torhüter Szczęsny für einen umstrittenen Elfmeter – den er sodann parierte. Polen rettete sich über die Zeit, lange sah es aus, als würden die Gelben Karten entscheiden.
Polens Torhüter Wojciech Szczęsny erwischt Lionel Messi im Gesicht – Elfmeter

Polens Torhüter Wojciech Szczęsny erwischt Lionel Messi im Gesicht – Elfmeter

Foto:

Natacha Pisarenko / AP

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Messis Selbst-Kopfball-Vorlage zum Elfmeter: Lionel Messi schießt seine Tore eigentlich mit den Füßen. In der 38. Minute stieg er jedoch zum Kopfball hoch, wurde geschubst und von Torhüter Wojciech Szczęsny mit der linken Hand im Gesicht erwischt. Der Schiedsrichter gab nach dem Videobeweis Elfmeter wegen der Berührung. Der Gefoulte schnappte sich den Ball, scheiterte aber im Duell mit Szczęsny – diesmal an der rechten Hand des Keepers.

Das Ergebnis: Argentinien siegte 2:0 (0:0) gegen Polen und steht im Achtelfinale. Doch auch die Verlierer können sich auf die K.-o.-Runde freuen. Lange sah es aus, als müsste die Fairplay-Wertung über das Weiterkommen entscheiden, dann kassierte Mexiko aber im Parallelspiel gegen Saudi-Arabien noch ein Gegentor. Hier geht es zum Spielbericht.

5:7: Polen lag zwischenzeitlich 0:2 zurück, Mexiko führte gegen Saudi-Arabien 2:0 und dadurch hatten die beiden Teams tatsächlich gleich viele Punkte (4), dieselbe Tordifferenz (0) und auch noch die gleiche Anzahl erzielter Tore (2). Es kam also auf die Fairplay-Wertung an und da hatte Polen nur vier und Mexiko bereits sieben Karten auf dem Konto. Polen kassierte noch die fünfte, eine Entscheidung per Losentscheid war nahe. Doch am Ende blieben wegen des Anschlusstreffers Saudi-Arabiens Auslosung und Fairplay-Entscheid nur Theorie. Übrigens: 2018 hatte es eine Fairplay-Entscheidung zum Nachteil Senegals gegeben.

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Premiere: Robert Lewandowski und Messi – es war das erste Duell dieser beiden Weltklasseangreifer bei Länderspielen. Elfmal hatte es diese polnisch-argentinische Paarung bereits gegeben, die meisten liegen schon länger zurück. Einmal spielten die beiden Teams bei der WM 1974 gegeneinander, einmal bei der WM 1978, hinzu kommen neun Freundschaftsspiele. Das einzige Duell in diesem Jahrtausend gab es 2011, an dem zwar Lewandowski, aber nicht Messi teilgenommen hatte . Auf dem Spielfeld gingen sich beide die meiste Zeit aus dem Weg – erst in der Endphase stand Lewandowski Messi auf den Füßen, um das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Dem Argentinier gefiel das wenig, er war sichtlich genervt.

Lewandowski (l.) und Messi

Lewandowski (l.) und Messi

Foto:

Hassan Ammar / AP

Die erste Hälfte: Es spielte nur ein Team, die Argentinier. Messis ersten Schuss gab es in der siebten Minute, das erste gelungene Dribbling in der neunten. Es folgten ein Schuss des Superstars aus spitzem Winkel, den Keeper Szczęsny hielt (10. Minute). Dann schoss Marcos Acuña erst deutlich drüber (17.) und dann knapp vorbei (28.). Zweimal scheiterte Julián Álvarez am bärenstarken Torhüter (36., 43.). Zwischendurch hielt Szczęsny noch den Messi-Elfmeter.

Schlitzohr: Ángel Di María zirkelte in der 33. Minute eine Ecke direkt aufs Tor, Torhüter Szczęsny lenkte ihn über die Latte. Der Keeper zeigte sich als fairer Sportsmann: Er lächelte in Richtung Di María und reckte den Daumen nach oben. So entspannt ging Szczęsny wohl nur mit der Szene um, weil er kein Tor kassiert hatte.

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Die zweite Hälfte: Begann mit der Führung für Argentinien – und bemerkenswert war, dass weder Messi noch Di María direkt beteiligt waren. Alexis Mac Allister erzielte per Direktabnahme sein erstes Länderspieltor, die Vorlage hatte Nahuel Molina von der rechten Seite gegeben (46.). Der zweite Treffer folgte durch Argentiniens Álvarez (67.). Polen hatte keine Chance mehr: Messi scheiterte kurz darauf am Keeper (71.), Álvarez am Außennetz (73.). In der Nachspielzeit retteten Szczęsny und ein polnischer Verteidiger gemeinsam (90.+3).

Irdischer Dribbelgott: Eine kuriose Szene ereignete sich kurz nach dem Führungstor. Messi dribbelte sich messi-like in den Strafraum, dort versprang ihm aber der Ball und er schoss ihn auf die Tribüne statt zum 2:0 ins Tor. Messi lächelte über das Missgeschick, die Fans huldigten ihrem Idol und munterten ihn mit Anbetungsgesten auf.

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Mehr als Maradona: Immerhin in einer Kategorie hat Lionel Messi die argentinische Legende Diego Maradona nun überflügelt. Er ist nun alleiniger Rekordspieler, was WM-Einsätze angeht. Der 35-Jährige spielte bislang 22 Weltmeisterschaftsspiele, eines mehr als Maradona. Aber in der wichtigsten Kategorie führt Maradona natürlich noch: Er hat 1986 einen WM-Pokal gewonnen.

Das Achtelfinale: Argentinien trifft nun am Samstag (20 Uhr) auf Australien, Polen trifft am Sonntag auf Titelverteidiger Frankreich. Das Messi-Team dürfte in der K.-o.-Runde als Favorit in die Partie gehen, Polen... eher nicht.

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