WM-Affäre Fifa eröffnet Verfahren gegen Ex-DFB-Generalsekretär Sandrock

Es geht um die Vergabe der WM 2006: Die Ethikkommission der Fifa hat ein Ermittlungsverfahren gegen Helmut Sandrock eröffnet. Der ehemalige Generalsekretär des DFB könnte jedoch glimpflich davonkommen.

Helmut Sandrock
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Helmut Sandrock


Der Fußball-Weltverband Fifa hat ein Verfahren gegen Helmut Sandrock eröffnet. Das teilte die Fifa mit. Dem ehemaligen Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes und Turnierdirektor des Organisationskomitees für die Fußballweltmeisterschaft 2006 werden Verstöße vorgeworfen, die Artikel 13 (Allgemeine Verhaltensregeln), 15 (Loyalität) und 18 (Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht) des Fifa-Ethikcodes verletzt haben sollen. Sandrock hatte bereits am 26. Februar im Zuge der vom SPIEGEL aufgedeckten WM-Affäre seinen Rücktritt erklärt.

Bei den Vorwürfen geht es vor allem um die Frage, wann Sandrock von den verschleierten 6,7 Millionen Euro erfahren hat, die im Zentrum der WM-Vergabe stehen. Sein einstiger Chef Wolfgang Niersbach war von der Ethikkommission für ein Jahr gesperrt worden. Weitere Ermittlungen laufen gegen Niersbachs Vorgänger als DFB-Präsident, Theo Zwanziger, sowie gegen Franz Beckenbauer und den früheren Generalsekretär Horst R. Schmidt.

Allerdings könnte Sandrock glimpflich davonkommen. Im Abschlussbericht der Untersuchungskammer der Ethikkommission wird empfohlen, Sandrock zu gemeinnütziger Arbeit zu verpflichten und mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 45.800 Euro) zu belegen. Eine Entscheidung über die Strafe wird die rechtsprechende Kammer treffen.

mon/dpa/sid

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insgesamt 2 Beiträge
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RedEric 08.09.2016
1. Ethikkommission
ist die Ethikkommission auch gleichzeitig ein Gericht? Die haben doch keine Handhabe, wenn er nicht zahlt.
carinanavis 08.09.2016
2. nicht verwunderlich
Bei solchen Scheinprozessen kann nicht mehr herauskommen. Der Grund ist ganz einfach: Die "WM-Affäre" wurde im wesentlichen vom SPIEGEL erfunden bzw. basierend auf falschen Informationen von Theo Zwanziger aufgebauscht. Es ist doch völlig lächerlich, dass innerhalb eines Jahre niemand klären konnte, was wirklich mit den 6,7 Millionen Euro gemacht wurde. Die DFB-Freshfieldleute, die FIF-Kommissionen, Staatsanwälte in Deutschland und der Schweiz, hunderte von Journalisten, Dutzende von Informanten, angebliche Mitwisser, niemand kann Licht in das Dunkel bringen. Es bleibt also nur eine Erklärung übrig: Da war eben nichts. Die 6,7 Millionen Euro sind eine unbedeutende Summe, die vielleicht vom DFB gebraucht worden wäre, aber dann aus mangel an sinnvollen Einsatzmöglichkeiten an den Eigentümer Dreyfus zurückgingen. Im Vergleich zu den Summen, die in der korrupten FIFA für die Vergabe (mit Bestechung) von anderen Turnieren gezahlt wurden, ist das bestenfalls eine einzige Peanut.
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