WM-Auslosung 2014 Herr Löw, rechnen Sie mal mit Chile!

Wie schwer wird die deutsche Gruppe bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien? Schwierig zu sagen. Wir haben trotzdem mal gerechnet - herausgekommen sind hohe Wahrscheinlichkeiten für zwei Gegner aus Südamerika.

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Die Playoff-Spiele sind gelaufen, alle 32 Teilnehmer der Fußball-WM 2014 in Brasilien stehen fest. Am Freitag folgt der nächste Schritt: Um 17 Uhr deutscher Zeit werden im brasilianischen Costa do Sauípe die acht Vorrundengruppen ausgelost (Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ARD).

Der Weltfußballverband Fifa hat die 32 Teams auf vier Töpfe verteilt. In Topf 1 befinden sich neben Gastgeber Brasilien die sieben weltbesten Nationalmannschaften (Stand Fifa-Rangliste vom 17. Oktober 2013). Das sind Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, die Schweiz und Uruguay. Diese acht Teams sind gesetzt, sie bilden jeweils den Kopf einer Vorrundengruppe.

Um zu verhindern, dass drei europäische Teams in eine gemeinsame Vorrundengruppe gelost werden, hat sich die Fifa für eine überraschende Lostopfverteilung entschieden: Im zweiten Topf sind nur sieben Mannschaften aus Afrika und Südamerika: Elfenbeinküste, Ghana, Algerien, Nigeria, Kamerun, Chile, Ecuador. Topf 3 vereint vier Länder aus Asien und Australien/Ozeanien - und zwar Japan, Iran, Südkorea, Australien - und vier aus Nord- und Mittelamerika, nämlich die USA, Mexiko, Costa Rica, Honduras. In Topf 4 schließlich befinden sich neun europäische Mannschaften: Niederlande, Italien, England, Portugal, Griechenland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Russland, Frankreich (siehe Grafik).

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Jedem gesetzten Team aus Topf 1 werden Gegner aus den Töpfen 2 bis 4 zugelost, so dass acht Gruppen mit je vier Mannschaften entstehen. Dabei sind alle Kombinationen erlaubt - bis auf zwei Einschränkungen:

  • Gleich zu Beginn wird einem der vier Südamerikaner in Topf 1 eines der neun europäischen Teams aus Topf 4 zugelost. Danach folgen die sieben Mannschaften aus Topf 2, so dass alle acht Gruppenköpfe nach der ersten Losrunde genau einen Gruppengegner haben.
  • Chile und Ecuador (beide Topf 2) dürfen nicht einem anderen südamerikanischen Team aus Topf 1 zugelost werden.

Die letzte Bedingung ist für das Team von Joachim Löw besonders wichtig: Chile und Ecuador kommen zwangsläufig in eine Gruppe mit europäischem Kopf. Da es mit Spanien, Deutschland, Belgien und der Schweiz dabei nur vier Möglichkeiten gibt, bekommt Deutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/2 einen dieser beiden südamerikanischen Gegner. Die Wahrscheinlichkeit je Team beträgt 1/4.

504 Kombinationen sind möglich

Als weitere Gegner für Deutschland liegen in Topf 2 noch die Elfenbeinküste, Ghana, Algerien, Nigeria und Kamerun. Die Wahrscheinlichkeit für einen Gegner aus Afrika beträgt 1/2, die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte afrikanische Mannschaft ist dann 1/2*1/5 = 1/10.

Bei Topf 3 gibt es keinerlei Einschränkungen, jede Mannschaft kann jedem der acht Gruppenköpfe zugelost werden. Die Wahrscheinlichkeit für jedes der acht Länder, in die deutsche Gruppe zu geraten, beträgt daher 1/8.

Die Situation in Topf 4 ist ähnlich: Jedes europäische Team darin kommt als Gegner Deutschlands in Frage. Weil in Topf 4 jedoch neun Mannschaften sind, liegt die Wahrscheinlichkeit je Team bei p=1/9.

Aus deutscher Sicht sind damit insgesamt 7*8*9 = 504 verschiedene Gruppenkonstellationen möglich. Besonders wahrscheinlich sind mit p=1/4 die Gegner Chile und Ecuador, alle übrigen Teams werden mit p=1/8 (Asien, Nord-/Mittelamerika), p=1/9 (Europa) oder p=1/10 (Afrika) zugelost.

Im Grunde ist also alles möglich. Deutschland könnte eine sehr schwere Gruppe bekommen, zum Beispiel Italien, Chile und die USA oder die Niederlande, die Elfenbeinküste und Mexiko. Oder aber das DFB-Team hat Glück und muss sich mit vermeintlich schwächeren Gegnern messen wie Kroatien, Kamerun und Australien oder Russland, Nigeria und Honduras.

Den gesetzten südamerikanischen Teams aus Topf 1 könnte die von der Fifa gewählte Topfaufteilung im Extremfall gleich zwei starke Gegner aus Europa bescheren. Es ist möglich, dass beispielsweise Argentinien auf die Niederlande und Italien trifft, die laut Fifa-Rangliste beiden besten Mannschaften in Topf 4.

Mit der Auslosung entscheidet sich übrigens auch, wo das deutsche Team in Brasilien für die Vorrunde sein Quartier bezieht. 90 Minuten wird das Prozedere dauern, moderiert von den Schauspielern Fernanda Lima und Rodrigo Hilbert. Beim Losen dürfen fünf einstige Weltmeister Glücksfee spielen - darunter auch Lothar Matthäus. Dann kann aus deutscher Sicht ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.



insgesamt 83 Beiträge
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widower+2 05.12.2013
1. Leichteste Gruppe
Die bestmögliche (leichteste) Auslosung für Deutschland wäre wohl Algerien, Honduras und Griechenland.
qewr 05.12.2013
2. Nicht ganz richtig
---Zitat--- Die Situation in Topf 4 ist ähnlich: Jedes europäische Team darin kommt als Gegner Deutschlands in Frage. Weil in Topf 4 jedoch neun Mannschaften sind, liegt die Wahrscheinlichkeit je Team bei p=1/9. ---Zitatende--- Da ein Vertreter Europas vor der eigentlichen Auslosung zu den sieben Südamerikanern wechselt (per Losentscheid natürlich) liegt die Wahrscheinlichkeit je Team nur noch bei p=1/8, denn die europäische Mannschaft in der Südamerika-Gruppe kann keinem andern Europäer zugelost werden.
Crom 05.12.2013
3.
Interessant finde ich eher, dass eine Gruppe mit Deutschland und Italien möglich ist.
dosmundos 05.12.2013
4. optional
Ein Vorrundenspiel gegen die Niederlande oder Italien? Läuft meistens auf ein Unentschieden raus, im schlimmsten Falle ein drittes Vorrundenspiel à la Schande von Gijón. Ich finde, der besondere Reiz bei solchen Vorrunden besteht darin, auch einmal einen "exotischen" Gegner zu bekommen, gegen den man nicht allzu häufig spielt. Gegen Honduras gab's bisher noch nie ein Länderspiel, würde ich mal stark vermuten...
Crom 05.12.2013
5.
Zitat von qewrDa ein Vertreter Europas vor der eigentlichen Auslosung zu den sieben Südamerikanern wechselt (per Losentscheid natürlich) liegt die Wahrscheinlichkeit je Team nur noch bei p=1/8, denn die europäische Mannschaft in der Südamerika-Gruppe kann keinem andern Europäer zugelost werden.
Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit aber noch bei 1/9, erst nach den Wechsel bei 1/8, der Wechsel ist aber noch nicht erfolgt.
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