WM-Feinschliff Klinsmann lässt unter Sardiniens Sonne schwitzen

Ein Trainingslager zum Erholen sollte es für die Nationalspieler auf der Mittelmeerinsel werden. Doch Bundestrainer Klinsmann hält sein Team auf Trab. Drei Wochen vor dem Eröffnungsspiel gegen Costa Rica wird es ernst für die deutsche Mannnschaft, bei der Philipp Lahm noch um einen WM-Einsatz bangt.


Hamburg - Dort, wo Urlauber gemütlich in der Sonne liegen, bereitet sich noch bis Sonntag die Fußball-Nationalmannschaft auf die WM vor. Doch von wegen "Regenerationstrainingslager": Bei prallem Sonnenschein ließ Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Spieler heute bei Krafttraining und Steigerungsläufen schwitzen. Auch Medizinbälle und Gummibänder kamen zum Einsatz, damit sich Michael Ballack und Co. drei Wochen vor Turnierbeginn die koordinativen Grundlagen und nötige Fitness für das große Ziel WM-Titel erarbeiten können.

Aus dem 23-köpfigen Kader fehlen auf der Ferieninsel nur Torhüter Jens Lehmann, der gestern noch mit dem FC Arsenal im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona (1:2)spielte und Philipp Lahm. Der Linksverteidiger hatte sich am Tag der Abreise am Dienstag beim Freundschaftsspiel gegen den Verbandsligisten Luckenwalde nach einem Sturz einen Teilabriss der Sehne und des Seitenbandes im linken Ellbogen zugezogen. Ob der 22-Jährige bis zur WM fit wird, ist nach seiner Operation noch fraglich. "Durch die Operation hat er eine Chance, dass er bei der WM spielen kann", sagte heute Ludwig Seebauer, Chefarzt der Münchner Klinik für Orthopädie, der gestern den mehr als einstündigen Eingriff geleitet hatte.

Assistenztrainer Joachim Löw hat einen Einstieg von Lahm ins Lauftraining für das Wochenende geplant, zurückkehren ins Mannschaftstraining könnte er bei gutem Heilungsverlauf allerdings frühestens in 14 Tagen. Am Sonntag soll der Bayern-Profi in Genf wieder zum Kader stoßen, wo die Mannschaft als nächstes Station macht. Teamarzt Hans-Willem Müller-Wohlfahrt wird ihn bis dahin weiter behandeln.

Von den 21 nach Sardinien mitgereisten Spielern trainierten bis auf Christoph Metzelder alle Akteure voll mit. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund absolvierte nach seinem Muskelfaserriss nur ein eingeschränktes Pensum.

Während die künftige Formation der Defensive aufgrund der Verletzungen noch völlig offen ist, plant Bundesliga-Torschützenkönig Miroslav Klose bereits mit Lukas Podolski als Sturmpartner. "Von Vorteil ist vor allem, dass Lukas und ich charakterlich ziemlich ähnliche, eher ruhigere Typen, sind", sagte er der Zeitschrift "Player" in einem vorab veröffentlichten Interview. "Im Spiel sind wir beide außerdem unberechenbar. Wir machen nicht immer diesselben Dinge, sondern variieren während einer Partie. Es wird wirklich schwer für die Abwehrreihen", begründete der Torjäger von Werder Bremen seinen Wunsch.

Am Sonntag verlässt der DFB-Tross das Nobelhotel "Forte Village" auf der Mittelmeerinsel und zieht weiter nach Genf. Am Ende der WM-Vorbereitung stehen dann Testspiele gegen Luxemburg (27. Mai), Japan (30. Mai) und Kolumbien (2. Juni) auf dem Programm, ehe das Team sein WM-Quartier im Berliner Schlosshotel im Grunewald bezieht. In München trifft dann Deutschland am 9. Juni im Eröffnungsspiel auf die Auswahl von Costa Rica.

guv/sid/dpa



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