WM-Gruppe E Remis zwischen Irland und Kamerun

Zum Auftakt in der deutschen Vorrundengruppe E standen sich Kamerun und Irland gegenüber. Die Iren erkämpften sich ohne den suspendierten Roy Keane ein verdientes Unentschieden gegen den Afrikameister.


Luftkampf zwischen den Iren Gary Breen und Steve Staunten, sowie den Kamerunern Raymond Kalla und Patrick Mboma
EPA/DPA

Luftkampf zwischen den Iren Gary Breen und Steve Staunten, sowie den Kamerunern Raymond Kalla und Patrick Mboma

Niigata - Die irische Nationalmannschaft hat der Euphorie der Kameruner gleich zum WM-Auftakt einen Dämpfer versetzt. In der ersten Partie der Deutschland-Gruppe E trotzten die Iren am Samstag in Niigata in Japan dem Geheimfavoriten aus Afrika ein 1:1 (0:1) ab. Ausgerechnet Matt Holland (53.), der den suspendierten Kapitän Roy Keane ersetzte, schaffte mit einem 20-Meter-Schuss den Ausgleich. Der nur in der ersten Halbzeit überzeugende Afrika-Meister war durch Patrick Mboma (39.) in Führung gegangen. Das deutsche Team trifft in der zweiten Begegnung der Gruppe E am Mittag auf Saudi-Arabien.

"Nach dem Spielverlauf muss man mit dem Unentschieden zufrieden sein", stellte Kameruns Coach Winfried Schäfer fest. "In der ersten Halbzeit war es uns gelungen, die Nervosität etwas abzulegen, in der zweiten waren die Iren stärker. Wir hätten das 2:0 machen müssen, im Gegenzug bekommen wir aber den Ausgleich." Irlands Trainer Mick McCarthy konnte sich nach der turbulenten Woche mit dem Keane-Rauswurf über den WM-Auftakt seines Teams freuen: "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Die afrikanischen Mannschaften werden eine starke WM spielen. Die erste Halbzeit war von uns nicht sehr gut, dann haben wir uns aber sehr gesteigert. Ich glaube nicht, dass Deutschland stärker ist als Kamerun. Deshalb haben wir eine echte Chance, noch länger im Turnier zu bleiben. Man sollte aber auch Saudi-Arabien nicht unterschätzen."

Verdiente Führung für Kamerun


Beide Teams begannen verhalten. Erst nach etwa einer Viertelstunde verschafften sich die Mannschaft von Trainer Schäfer ein Übergewicht. Der überragende Eto'o (18.) hatte die erste Chance, scheiterte aber freistehend am irischen Keeper Shay Given. Der künftige Bochumer Raymond Kalla (26.) und Marc-Vivien Foe (35.) versuchten sich mit Fernschüssen. Völlig verdient gingen die Kameruner in der 39. Minute in Führung: Eto'o setzte sich auf der linke Seite gegen Irlands Kapitän Steve Staunton durch und passte zu seinen Sturmpartner Mboma, der aus kurzer Entfernung traf.

Fehlalarm: Robbie Keane dreht jubelnd ab, doch Kameruns Keeper sicherte den Ball vor Überschreiten der Linie
REUTERS

Fehlalarm: Robbie Keane dreht jubelnd ab, doch Kameruns Keeper sicherte den Ball vor Überschreiten der Linie

Den Iren fehlten zunächst die spielerischen Mittel, um die Abwehr der Kameruner mit dem Kölner Rigobert Song zu gefährden. Der suspendierte Kapitän Roy Keane wurde vermisst. Das Team von Trainer Mick McCarthy war nur bei Standardsituationen gefährlich. Robbie Keane (22.) und Matt Holland (28.) hatten mit Kopfbällen Pech. Sekunden vor der Pause fälschte der Kölner Rigobert Song einen Freistoß von Ian Harte gefährlich ab.

Irischer Pfostenschuss kurz vor Schluss


Nach dem Wechsel wurden die Iren offensiver und überzeugten endlich spielerisch: Holland (53.) gelang der verdiente Ausgleich mit einem unhaltbaren Flachschuss aus 20 Metern nach einer zu kurzen Kopfballabwehr von Kalla. Auch nach dem Treffer bestimmten die Europäer das Spiel. Kamerun musste sich auf Konter verlegen. In der 83. Minute hatte der Afrikameister noch einmal Glück: Robbie Keane traf mit einem Schuss aus 25 Metern nur den Pfosten.

Für Schäfer gilt es nun die "unzähmbaren Löwen" wieder aufzurichten. Vom Selbstbewusstsein seiner Spieler nach dem Gewinn der Afrikameisterschaft im Februar war vor allem in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zu sehen. "Bei meiner Mannschaft war der Kopf nicht frei und ist mit der Rolle des Favoriten nicht gut zurecht gekommen", so Schäfer. "Jetzt muss ich das Team wieder aufbauen, da die Spieler sehr niedergeschlagen sind. Möglich, dass das Spiel gegen Deutschland nun entscheidend wird."


Irland - Kamerun 1:1 (0:1)
0:1 Mboma (39.)
1:1 Holland (52.)
Irland: Given - Kelly, Staunton, Breen, Harte (78. Reid) - McAteer (46. Finnan), Holland, Kinsella, Kilbane - Robbie Keane, Duff
Kamerun: Boukar - Song, Kalla, Tchato - Geremi, Lauren, Foe, Wome, Olembe - Eto'o, Mboma (68. Suffo)
Schiedsrichter: Kamikawa (Japan)
Zuschauer: 42.300 (ausverkauft)
Gelbe Karten: McAteer, Finnan, Reid - Kalla



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