Fußball-WM in Katar Fifa verbietet Trikots mit Slogan »Menschenrechte für alle«

Die dänische Nationalmannschaft hatte die Fifa um Erlaubnis gebeten, bei der WM in Katar Trainingstrikots mit einem Slogan für Menschenrechte tragen zu dürfen. Der Verband lehnte ab – mit einer seltsamen Begründung.
Nationalspieler Christian Eriksen im Trikot der dänischen Fußball-Nationalmannschaft

Nationalspieler Christian Eriksen im Trikot der dänischen Fußball-Nationalmannschaft

Foto: Andreas Schaad / dpa

Die Fifa hat den Antrag der dänischen Fußball-Nationalmannschaft abgelehnt, beim Training während der Fußball-WM in Katar Trikots mit der Aufschrift »Menschenrechte für alle« tragen zu dürfen. Die Antwort auf Dänemarks Anfrage sei »negativ« ausgefallen, sagte der Chef des dänischen Fußballverbands, Jakob Jensen, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Ritzau. »Wir bedauern das, aber wir müssen es berücksichtigen.«

Der dänische Fußballverband hatte sich gegen die Ausrichtung der WM in Katar ausgesprochen. Beim Einsatz für die Menschenrechte während des Turniers wollte er beispielgebend sein und hatte »kritische Botschaften« auf den Trainingstrikots angekündigt. Zwei Sponsoren hatten zugestimmt, zugunsten solcher Botschaften auf ihr Logo auf den Shirts zu verzichten.

Die Fifa, die alle politischen Botschaften verbietet, hatte die an der WM teilnehmenden Mannschaften in der vergangenen Woche aufgefordert, sich »auf den Fußball zu konzentrieren« und den Sport nicht »in jede ideologische oder politische Schlacht« hineinzuziehen.

Dänischer Verband zieht zurück, um Sanktionen zu vermeiden

Der dänische Verband bestreitet, dass es sich bei dem Slogan »Menschenrechte für alle« um eine politische Botschaft handelt, wird sich aber nach eigenen Angaben an die Fifa-Entscheidung halten, um Geldstrafen und Sanktionen zu vermeiden.

Katar als WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen seines Umgangs mit ausländischen Arbeitskräften, mit Frauen und Vertretern der LGBTQIA+-Gemeinschaft in der Kritik. Die englische Abkürzung LGBTQIA+ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer, intersexuell, asexuell und andere sexuelle Orientierungen. Homosexualität ist in dem Emirat strafbar.

vgl/afp
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