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16. Mai 2006, 09:53 Uhr

WM-Kader

Argentinien ohne Demichelis, Portugal mit Meira

Argentinien wird die WM ohne Martin Demichelis bestreiten. Der Profi des FC Bayern steht nicht im Aufgebot der Südamerikaner. Zwei seiner Vereinskollegen fahren für Paraguay zur Endrunde. Portugal wird mit Fernando Meira vom VfB Stuttgart antreten.

Hamburg - Demichelis muss wie auch Routinier Javier Zanetti von Inter Mailand zu Hause bleiben. "Es ist nicht nur, dass ich keine Lust mehr zum Spielen habe. Ich habe keine Lust mehr zum Leben", sagte der frustrierte Demichelis. Ebenso verzichtet Nationaltrainer José Pekerman auf den ehemaligen Wolfsburger Bundesliga-Profi Andres D'Alessandro, der derzeit in England für den FC Portsmouth spielt. Dagegen darf sich Lionel Messi über eine Nominierung freuen. Der Jungstar des FC Barcelona wurde ebenso berücksichtigt wie Juan Roman Riquelme (FC Villarreal), Carlos Tevez (Corinthians) und Uefa-Cup-Sieger Javier Saviola vom FC Sevilla.

Bayern-Profi Demichelis: Nicht im WM-Aufgebot
DPA

Bayern-Profi Demichelis: Nicht im WM-Aufgebot

Die beiden Münchner Bundesliga-Profis Julio Dos Santos und Roque Santa Cruz sowie der Bremer Nelson Valdez stehen im Aufgebot Paraguays für die WM. Nationaltrainer Anibal Ruiz berief das Trio in den Kader, den er in Asuncion bekannt gab. Vier weitere Legionäre aus Europa stehen im Team der Südamerikaner, die in der Gruppe B auf Schweden,Trinidad und Tobago und England treffen.

Gegen die Engländer trifft Paraguay unter anderem auf Owen Hargreaves. Der Bayern-Profi steht wie der verletzte Stürmerstar Wayne Rooney im endgültigen Aufgebot von Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson. Dieser bestätigte seinen 23-köpfigen Kader, bei dem er keinerlei Änderungen gegenüber dem vor einer Woche benannten vorläufigen Aufgebot vornahm. Mit dem 17-jährigen Theo Walcott vom FC Arsenal und Aaron Lennon (19) von Tottenham Hotspur sind zwei Länderspielneulinge im Kader.

Vom VfB Stuttgart fährt Fernando Meira für Portugal zum Endrunde. Der Abwehrspieler ist beim EM-Zweiten der einzige Deutschland-Legionär, den der brasilianische Trainer Luiz Felipe Scolari für das WM-Turnier nominierte. Angeführt wird der 23-köpfige Kader der Iberer von Mittelfeldstar Deco vom spanischen Champions-League-Finalisten FC Barcelona.

Jacek Krzynowek von Bayer Leverkusen und Ebi Smolarek von Borussia Dortmund stehen im Aufgebot der polnischen Nationalmannschaft. Überraschend verzichtete Trainer Pawel Janas auf den erfahrenen Torhüter Jerzy Dudek vom englischen FA-Cup-Sieger FC Liverpool. Bei der Endrunde ist Artur Boruc vom schottischen Meister Celtic Glasgow die Nummer eins des WM-Dritten von 1974.

Die Nürnberger Spieler Adel Chedli und Jahwer Mnari wurden vom tunesischen Coach Roger Lemerre berufen, für Iran fahren gleich vier Bundesliga-Profis zur WM. Neben Mittelfeldspieler Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV), Fereydoon Zandi (1. FC Kaiserslautern) und Ali Karimi (Bayern München) steht auch Vahid Hashemian (Hannover) im Aufgebot des kroatischen Coaches Branko Ivankovic.

Togos deutscher Fußball-Nationaltrainer Otto Pfister verzichtet bei der WM auf Sherif Touré vom deutschen Siebtligisten SV Concordia Ihrhove, hat aber zwei andere Nachwuchsspieler deutscher Profi-Clubs nominiert. Der 69 Jahre alte Coach berief die Abwehrspieler Karim Guede aus der Regionalliga-Mannschaft des Hamburger SV und Toure Assimiou von den U19-Junioren von Bayer Leverkusen. Stürmer Moustapha Salifou von Stade Brest spielte von 2003 bis 2005 beim damaligen Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen. Gleich 9 der 23 Spieler verdienen ihr Geld in Frankreich, nach dem Abstieg des FC Metz, der gleich zwei Akteure stellt, jedoch keiner in der Ligue 1.

Italien wird die Weltmeisterschaft mit Rückkehrer Filippo Inzaghi bestreiten. Nationaltrainer Marcello Lippi holte den Stürmer vom AC Mailand nach fast drei Jahren zurück in die "Squadra Azzurra". Dem 23-köpfigen Aufgebot gehört auch Juve-Keeper Buffon an, der am vergangenen Wochenende von Turiner Staatsanwälten zwei Stunden lang im Rahmen des italienischen Fußballskandals vernommen worden war.

pav/dpa/sid

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