WM-Kurzpässe Australier wollen die WM, Poll vorm Aus

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Sammler von WM-Utensilien können sich freuen. Equipment aus dem Leipziger Zentralstadion wird in Kürze versteigert. Australien liebäugelt derweil mit einer WM-Bewerbung, während Referee Poll seinen Karten-Fehler zu erklären versucht. 


Hamburg - Nach dem Einzug in das Achtelfinale wollen die Australier noch mehr erreichen und im Jahr 2018 selbst als Gastgeber auftreten. Der Plan für eine Bewerbung zur Ausrichtung der WM wird konkreter. Im Herbst 2005 hatte bereits der Generalsekretär des australischen Verbandes, John O'Neill, Interesse bekundet. Nun zieht auch Premierminister John Howard eine Bewerbung in Erwägung. "Im Prinzip unterstütze ich so ein Vorhaben", sagte der Regierungschef. Er wolle dieses Thema mit den Verantwortlichen der Bundesstaaten diskutieren. "Kein sportliches Weltereignis übersteigt die organisatorische Kapazität Australiens." Konkurrenten könnten die Niederlande und Belgien sowie England werden.

Leipziger Zentralstadion: "WM-Inventar wird versteigert"
REUTERS

Leipziger Zentralstadion: "WM-Inventar wird versteigert"

In den kommenden Tagen verabschiedet sich die Fußball-WM nach und nach aus einigen Städten. Den Anfang macht bereits Sonntag. Drei Tage hat das Organisationskomitee danach Zeit, das Zentralstadion in den ursprünglichen Zustand zurück zu bauen. "Wir wollen natürlich nicht mit Schredder und Abrissbirne anrücken, sondern so viel wie möglich wieder verwenden", erklärte OK-Sprecher Jens Grittner. Sehr zur Freude von Souvenir-Jägern. Denn vom Computer über Bildschirme bis hin zu Büromöbeln kann die komplette Einrichtung beim Hamburger Auktionshaus Dechow ersteigert werden.

Drei Mal Gelb für einen Spieler in einer Partie könnte Rot für Fifa-Schiedsrichter Graham Poll bedeuten. Dem Engländer droht nach den drei Verwarnungen für den Kroaten Josip Simunic in der Partie gegen Australien nun selbst der Ausschluss. Poll hat den Fehler mittlerweile auf eine Konzentrationsschwäche zurückgeführt. "Er hat mir gesagt, dass er die zweite Gelbe Karte für Simunic auf seinem Notizblock aus Versehen der Nummer drei der Australier zugeordnet hat. Deshalb hat Poll nicht erkannt, dass es eigentlich die zweite Gelbe Karte für Simunic und damit Gelb-Rot gewesen wäre", sagte Fifa-Schiedsrichtersprecher Andreas Werz zum Fehler des 42-Jährigen.

Die Fifa-Berufungskommission hat die Strafen gegen die Türkei sowie die Nationalspieler Emre und Benjamin Huggel wegen der Vorfälle beim WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz am 16. November 2005 (2:4) reduziert. So muss die Türkei nur noch die nächsten drei Heim-Pflichtspiele an einem neutralen Ort, der mindestens 500 km von der türkischen Grenze entfernt liegt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Sollte es im Rahmen dieser Spiele wieder zu Vorfällen kommen, tritt sofort die ursprünglich verhängte Heimspielsperre von sechs Begegnungen in Kraft, vorbehaltlich weiterer Sanktionen. Die Länderspiel-Sperren von Emre und Huggel wurden von jeweils sechs auf vier Spiele reduziert.

mt/sid



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