WM-Kurzpässe Blanc bei den Bleus, Fifa kündigt Ball-Diskussion an

Die französische Nationalelf hat einen neuen Trainer, Laurent Blanc unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre. Dagegen warnte die Fifa französische Politiker vor einer Einmischung in weitere sportliche Belange. Zudem soll nach der WM über den umstrittenen Ball gesprochen werden.

Trainer Blanc: Übernimmt die französische Nationalmannschaft
AFP

Trainer Blanc: Übernimmt die französische Nationalmannschaft


Hamburg - Der Neuaufbau der französischen Nationalmannschaft nach dem Debakel bei der WM in Südafrika hat begonnen. Der bisherige Erfolgstrainer von Girondins Bordeaux, Laurent Blanc, hat am Samstag einen Zweijahresvertrag als Nachfolger des gescheiterten Nationaltrainers Raymond Domenech unterschrieben. Der Vertrag enthält eine Option auf weitere zwei Jahre. Blanc wird von seinem langjährigen Assistenten Jean-Louis Gasset und dem früheren Direktor von Olympique Lyon, Marino Faccioli, unterstützt.

Sein Debüt auf der Bank wird Blanc am 11. August im Länderspiel gegen Norwegen geben. Am 3. September steht das erste EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland an.

Ob das schwache Abschneiden bei der WM im französischen Verband Konsequenzen haben wird, ist noch nicht bekannt. Allerdings warnte die Fifa Frankreichs Politiker vor einer Einmischung in die sportlichen Belange. "Ich habe der französischen Sportministerin gesagt, dass sie vorsichtig sein soll. Kein Politiker kann einen Sportfunktionär zum Rücktritt zwingen. Wir schauen genau hin. Das gilt für Frankreich wie für jedes andere Land", sagte Generalsekretär Jêrome Valcke am Samstag in Johannesburg. Sollte es politische Einflussnahme in die Autorität von Mitgliedsverbänden der Fifa geben, kann eine vorläufige Suspendierung oder sogar der Ausschluss aus dem Weltverband erfolgen. Zuletzt gab es unter anderem Suspendierungen des nationalen Verbandes des Irak und von El Salvador.

Frankreichs Sportministerin Roselyne Bachelot hatte nach dem WM-Debakel der Equipe Tricolore erklärt, ein Rücktritt von Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes sei "unvermeidlich". Staatspräsident Nicolas Sarkozy berief eine Generalversammlung des französischen Fußballs im Oktober ein.

Der Weltverband Fifa will nach der WM mit Trainern und Spielern über den viel kritisierten Turnierball Jabulani diskutieren. "Wir sind nicht taub. Die Fifa ist nicht unempfänglich für Kritik am Ball. Es gibt Regeln für Größe und Gewicht. Aber der Ball muss perfekt sein", sagte Valcke. Die Aussprache soll bei einem Workshop mit den WM-Coaches und Kapitänen stattfinden. Während des Turniers sei eine Ball-Debatte nicht möglich, so Valcke. Das Spielgerät war von vielen Spielern als zu leicht kritisiert worden. Zudem wurde das Flugverhalten moniert.

Serbiens Nationaltrainer Radomir Antic muss nach dem Vorrunden-Aus Serbiens bei der WM finanziell kürzer treten. Tomislav Karadzic, Präsident des serbischen Fußball-Verbandes FSS, kündigte an, Antics Gehalt wegen des enttäuschenden Abschneidens zu reduzieren. "Unser Ziel war das Viertelfinale. Das Verpassen dieser Vorgabe bedeutet für uns erhebliche finanzielle Einbußen, weshalb wir überall sparen müssen", sagte der Funktionär. "Das gilt auch für Trainer Radomir Antic, dessen Aufstellung gegen Australien mit nur einem Stürmer genau geprüft werden muss", so Karadzic. Antics Vertrag mit dem Verband läuft nach der EM 2012 aus.

jar/aha/dpa/sid

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homann5 26.06.2010
1. Oh mein Gott
Wie dumm kann sich ein Funktionär denn noch anstellen? Erst preist der Herr Generalsekretär die WM als bislang sehr gut an, jetzt die Ermahnung in Richtung Politik. Erstmal, in Summe ist diese WM bislang die schlechteste, an die ich mich erinnern kann (erste Erinnerungen ab 1986). Solange sich der Sport in Form der FIFA in die Politik einmischt oder der Meinung ist, man wäre ein gleichberechtigtes Organ im Vergleich zu einer Regierung, sind durchaus auch Einmischung seitens der Politik in den Sport vollkommen legitim. Bei der FIFA sollte man nicht vergessen, dass in vielen Ländern der Sport, insbesondere der Fußball, massive Unterstützung der Politik, auch und gerade in finanzieller Hinsicht. Nur zu klar, dass man sich als Politiker dann auch mal darüber informieren will, was mit dem Geld gemacht wird.
Das Grauen 26.06.2010
2. Die FIFA sollte sich mal nicht so aufspielen
Die Unabhängigkeit der Verbände darf nicht beeinträchtigt werden? Daß ich nicht lache! Was hatte denn dann Nordkorea bei der WM verloren? Will die FIFA etwa behaupten, dort gäbe es einen "unabhängigen" Verband? Lächerlich.
amarildo 27.06.2010
3. Meinung
Zitat von sysopDie französische Nationalelf hat einen neuen Trainer, Laurent Blanc unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre. Dagegen warnte die Fifa französische Politiker vor einer Einmischung in weitere sportliche Belange. Zudem soll nach der WM über den umstrittenen Ball gesprochen werden. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,703094,00.html
Wenn jedes Land/Verband das nach der Gruppen Phase so einen Zirkus macht warum nehmen sie an der WM teil. Im Fusssball gibt es Gewinner und Verlierer. Es gibt nicht nur Gewinner oder nur Verlierer. Die meisten der Verlierer machen keinen grossen Zirkus. Die gehen nach Hause und sagen wir plannen fuer die naechste WM vielleicht klappt es dann besser. You win some, you lose some.. sagt man auf English. Unsere Mannschaft hat gegen Deutschland verloren aber das ist doch kein Grund um in das Bier zu weinen. Wichtig ist das wir beim naechstenmal wieder dabei sein werden. Jeder kann ja nicht jedesmal Weltmeister sein.
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