WM-Kurzpässe Brasilianer pfeift Deutschland, Eklat bei Ghana

Das letzte Vorrundenspiel der DFB-Elf wird vom brasilianischen Schiedsrichter Carlos Simon geleitet. Wolfgang Stark wird die Partie zwischen Slowenien und England pfeifen, was auf der Insel für Unbehagen sorgt. Und nun hat auch die ghanaische Nationalmannschaft ihren Skandal.

Schiedsrichter Simon: Leitet die Partie Deutschland gegen Ghana
dpa

Schiedsrichter Simon: Leitet die Partie Deutschland gegen Ghana


Hamburg - Der Brasilianer Carlos Simon ist Schiedsrichter des letzten deutschen Gruppenspiels bei der WM in Südafrika am Mittwoch in Johannesburg gegen Ghana (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dies teilte der Weltverband Fifa am Montag mit. Simon hatte in der ersten Runde die Partie zwischen England und den USA geleitet. Der deutsche Unparteiische Wolfgang Stark hat seinen zweiten WM-Einsatz bei der Begegnung zwischen Slowenien und England am Mittwoch in Port Elizabeth (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Darüber sind die Engländer wenig begeistert. "Krawall-Schiri pfeift England-Spiel", schrieb die Boulevard-Zeitung "Daily Mirror" auf ihrer Internetseite. Ausführlich erinnerte der Mirror an das Halbfinale der U20-WM zwischen Chile und Argentinien, bei dem Stark 2007 neun Gelbe und zwei Rote Karten gezeigt hatte. " Er musste im Spielertunnel eskortiert werden, um ihn zu schützen. Draußen bekamen Chilenen Pfefferspray zu spüren. Jetzt pfeift er Englands Alles-oder-nichts-Spiel, obwohl er in eines der schlimmsten Spiele des internationalen Fußballs verwickelt war", schrieb das Blatt. Auch die "Sun" kritisierte den deutschen Schiedsrichter: "Englands Schicksal in den Händen eines Deutschen". Stark habe bei der WM-Endrunde bereits gepatzt, als er ein Tor des Argentiniers Gabriel Heinze gegen Nigeria gegeben hatte, obwohl ein Foul vorausgegangen sein soll, hieß es weiter. Experten hatten Stark aber ein fehlerloses Spiel bescheinigt.

Aufregung im WM-Quartier der ghanaischen Nationalmannschaft: Sulley Muntari hat für einen Eklat gesorgt. Der 25-jährige Offensivspieler vom Champions-League-Sieger Inter Mailand soll gegenüber einigen Teamkollegen sowie Trainer Milovan Rajevac ausfällig geworden sein, Meldungen über einen Rauswurf aus der Mannschaft dementierte der ghanaische Verband aber. "Sulley Muntari ist weiterhin Teil der 'Black Stars' bei der WM in Südafrika. Wir können bestätigen, dass Muntari nach dem Spiel gegen Australien ausgerastet ist und den Verhaltenskodex der Mannschaft verletzt hat. Sulley hat sein Fehlverhalten eingesehen und sich bei der Mannschaft und bei den Trainern entschuldigt", hieß es in einer Verbandsmitteilung.

Der Mittelfeldspieler, der seinen Platz für Kevin-Prince Boateng räumen musste, begründete seinen Ausraster damit, dass er nach dem 1:1 gegen Australien frustriert war, "weil das Team nicht gewinnen konnte". Muntari war erst in der 77. Minute eingewechselt worden.

Unmut macht sich auch in Englands Team breit. Trainer Fabio Capello hat wenig erfreut auf die öffentliche Forderung John Terrys reagiert, Joe Cole im Gruppenspiel gegen Slowenien einzusetzen. "Er hat einen sehr großen Fehler gemacht", so der Trainer im britischen Fernsehsender ITV zu Terrys Vorpreschen. "Ich verstehe nicht, warum er nicht mit mir gesprochen hat".

Zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag wird Lionel Messi wohl erstmals die argentinische Nationalmannschaft als Kapitän anführen. Der Weltfußballer soll die Spielführerbinde an diesem Dienstag in Polokwane im letzten WM-Gruppenspiel gegen Griechenland (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) tragen. Das berichtete die Zeitung "La Nacion" am Montagabend auf ihrer Homepage.

Diego Maradona hatte ein paar Stunden zuvor bei einer Pressekonferenz in Pretoria nicht bestätigen wollen, dass er Messi das Kapitänsamt für diese Partie übertragen wird. Der Trainer der Südamerikaner verzichtet auf seinen etatmäßigen Kapitän Javier Mascherano, der mit einer Gelben Karte belastet ist. Nach zwei Siegen in zwei Spielen ist den Argentiniern der Einzug ins Achtelfinale bei der WM in Südafrika kaum mehr zu nehmen.

Brasiliens Mittelfeldspieler Elano hat es beim 3:1 (1:0)-Sieg des Rekordweltmeisters gegen die Elfenbeinküste doch nicht so schlimm erwischt wie zunächst befürchtet. Der 29-jährige Mittelfeldspieler von Galatasaray Istanbul erlitt in dem Gruppenspiel am Sonntagabend eine Prellung und kann am Freitag in Durban gegen Portugal (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) voraussichtlich eingesetzt werden.

"Die Untersuchungen haben ergeben, dass er eine starke Prellung am Knöchel hat. Aber er konnte normal aus der Kabine gehen, und ich mache mir keine Sorgen für das Portugal-Spiel", sagte Brasiliens Mannschaftsarzt José Luis Runco nach der Partie. Elano war vier Minuten nach seinem Treffer zum 3:0 von Ismael Tiote voll am Fuß getroffen und auf einer Trage vom Platz gebracht worden.

jar/sid/dpa

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