WM-Kurzpässe Fifa-Mitglied gierig, Ecuador siegessicher

Ghanas Asamoah Gyan hat mit seinem Treffer gegen Tschechien WM-Geschichte geschrieben. Ecuadors Co-Trainer Armando Osma mahnt seine Landsleute vor der Partie gegen Deutschland derweil zur Ruhe, während ein Fifa-Mitglied den illegalen Verkauf von WM-Tickets zugab.


Das erste Tor Ghanas bei der WM ist auch zugleich das bisher früheste bei diesem Turnier. Stürmer Asamoah Gyan vom italienischen Zweitligisten FC Modena traf im zweiten Gruppenspiel der Black Stars nach 66 Sekunden zum 1:0 gegen Tschechien. Zum schnellsten WM-Tor aller Zeiten fehlten allerdings 55 Sekunden. Der türkische Stürmerstar Hakan Sükür traf 2002 im Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Südkorea (3:2) bereits nach elf Sekunden.

Ecuadors Co-Trainer Armando Osma hat

Rekord-Torschütze Gyan: Jubel nach 66 Sekunden 
DPA

Rekord-Torschütze Gyan: Jubel nach 66 Sekunden 

die Menschen in der Heimat zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen, für das Spiel am Dienstag (16.00 Uhr in Berlin) gegen WM-Gastgeber Deutschland aber einen weiteren Sieg in Aussicht gestellt. "Wir alle dürfen jetzt nicht verrückt werden. Wir haben doch erst zwei Spiele gewonnen und unsere Mannschaft weiß, dass sie sieben Spiele gewinnen muss, wenn sie Weltmeister werden will", sagte der Kolumbianer vor dem Abschlusstraining. Ob Stürmer Carlos Tenorio, der im WM-Verlauf bisher zwei Treffer erzielte, gegen Deutschland spielt, ist offen. Er absolvierte wegen einer Knöchelverletzung erneut nur Lauftraining.

Die Anhänger und Medien in Iran haben einen Sündenbock für das feststehende Aus der iranischen Mannschaft nach der Vorrunde gefunden: Trainer Branko Ivankovic. Alle großen Sport- oder Tageszeitungen kritisierten den Kroaten. Sollte es Ivankovic wagen, in den Iran zurückzukehren, droht ihm ein schmachvoller Empfang. "70 Millionen Menschen warten auf dich", drohte die Zeitung Navad. Der Coach solle lieber heute als morgen den Hut nehmen und Verbandspräsident Mohammad Dadgan gleich mitnehmen, so die Empfehlung.

Ismail Bhamjee, Exekutiv-Mitglied des Fußball-Weltverbandes Fifa, hat in einem Schreiben den illegalen Verkauf von WM-Tickets zugegeben. Der Funktionär aus Botswana wurde daraufhin umgehend vom Dringlichkeits-Komitee der Fifa unter Vorsitz des Präsidenten Joseph S. Blatter von all seinen die WM betreffenden Aufgaben entbunden und muss bei der nächsten Gelegenheit aus Deutschland abreisen. Bhamjee hatte gestanden, Tickets zum dreifachen Nennwertpreis weitergegeben zu haben. "Ich gebe zu, zwölf Tickets der Kategorie 1 für das Spiel England gegen Trinidad und Tobago in Nürnberg für 300 Euro und damit 200 Euro über Wert verkauft zu haben", schrieb Bhamjee: "Ich bedauere dieses unkorrekte Verhalten zutiefst und entschuldige mich bei der Fifa."

mt/sid



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