WM-Kurzpässe Kolumbien ohne Schuhe, Italien mit Mühe

Die DFB-Elf ist nicht die einzige Auswahl, bei der es vor der WM nicht rund läuft. Auch andere WM-Teilnehmer wie Italien und Trinidad und Tobago haben in Testspielen noch Probleme gezeigt. Ganz andere Sorgen hat Deutschlands nächster Testspielgegner Kolumbien.


Hamburg - Ex-Weltmeister Frankreich, Paraguay und der Iran haben neun Tage vor dem Beginn der Fußball-WM in Deutschland mit Siegen viel Selbstvertrauen gesammelt. Die Schweiz und Italien trennten sich in Genf im einzigen direkten Duell zweier WM-Teilnehmer unentschieden. Dagegen ist bei Saudi-Arabien und WM-Neuling Trinidad und Tobago noch Sand im Getriebe.

Der Schweizer Philipp Degen (r.) gegen Italiens Gattuso: Unentschieden im Härtetest
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Der Schweizer Philipp Degen (r.) gegen Italiens Gattuso: Unentschieden im Härtetest

Für Frankreich war beim 2:0-Erolg gegen Dänemark, für das der lange verletzte Gladbacher Bundesliga-Profi Thomas Helveg sein 100. Länderspiel absolvierte, wieder einmal Verlass auf Stürmerstar Thierry Henry vom FC Arsenal, der in Lens bereits in der 12. Minute das 1:0 erzielte. Für den Endstand sorgte Sylvain Wiltord mit einem Elfmetertor in der 75. Minute. Den Italienern reichte in Genf ein frühes Tor von Alberto Gilardino (11.) nicht zum Erfolg. Daniel Gygax gelang in der 32. Minute einer vor allem in der zweiten Halbzeit schwachen und von den Italienern hart geführten Partie mit einem Weitschuss der Ausgleich.

Paraguay kam dank eines Treffers von Bundesliga-Stürmer Nelson Valdez im letzten Test vor dem Auftaktspiel am 10. Juni gegen England beim 1:0 gegen Georgien zum ersten Sieg im WM-Jahr. Saudi-Arabien kassierte unterdessen in Offenbach eine 0:1-Niederlage gegen die Türkei und sucht genauso noch nach der WM-Form wie die Karibik-Kicker aus Trinidad und Tobago. Die verloren in Celje gegen Gastgeber Slowenien 1:3. Milivoje Novakovic besiegte die Karibik-Kicker dabei mit seinen drei Toren in der 4., 15. und 77. Minute fast im Alleingang. Den Anschlusstreffer für die Gäste hatte in der 25. Minute Christopher Birchall erzielt.

Der Iran ließ sich vor 50.000 Zuschauern in Teheran gegen Bosnien-Herzegowina auch durch einen frühen 0:2-Rückstand durch Tore des Bochumers Zvjezdan Misimovic (5.) und des künftigen Leverkuseners Sergej Barbarez (17.) nicht aus der Ruhe bringen. Mehrzad Madanchi (26.), Rahman Rezaei (45.) und der Hannoveraner Vahid Hashemian (45.+2) drehten die Partie mit ihren Toren schon zur Pause, ehe Reza Enayati (89.) und Rasoul Khatibi (90.+1) für die Entscheidung sorgten. Saudi-Arabien kassierte unterdessen nach dem 0:2 gegen Tschechien am vorigen Freitag auch gegen die nicht für die WM qualifizierten Türken eine Niederlage, die Necati vor 9000 meist türkischen Fans auf dem Bieberer Berg in der 59. Minute besiegelte. Zwar wirkte das Team des brasilianischen Nationaltrainers Marcos Paquepa taktisch gut organisiert, spielerisch offenbarte der WM-Außenseiter aber noch erhebliche Mängel.

Serbien und Montenegros Nationaltrainer Ilija Petkovic ist in der Diskussion über die umstrittene Nachnominierung seines Sohnes Dusan für die Fußball-WM in Deutschland in die Offensive gegangen. "Ich habe Dusan in seiner Fußballer-Laufbahn niemals geholfen, obwohl ich es oft gekonnt hätte", erklärte der Coach im WM-Trainingslager des Balkan-Teams im österreichischen Felden. Petkovic hatte seinen 32 Jahre alten Filius Dusan zu Wochenbeginn für den verletzt ausgefallenen Stürmer Mirko Vucinic nachnominiert. Auch weil der früher bei den Bundesligisten VfL Wolfsburg und 1. FC Nürnberg spielende Trainer-Sohn bei OFK Belgrad als Defensivspezialist gilt und in der WM-Qualifikation nicht einmal zum Einsatz gekommen war, warfen Belgrader Medien dem Coach "Vetternwirtschaft" vor. Auch Serbiens Fußball-Prominenz empörte sich über Petkovics Personalentscheidung. "Das ist skandalös", sagte der frühere Weltstar Dragan Stojkovic. "Schick Deinen Sohn wieder nach Hause", forderte die Boulevard-Zeitung "Blic".

Ganz andere Probleme hat Deutschlands nächster Testgegner Kolumbien. Zwei Tage vor dem Testspiel gegen die DFB-Auswahl in Mönchengladbach (Freitag, 19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) musste das Training abgesagt werden, weil Teile des Gepäcks der Südamerikaner beim Flug vom polnischen Chorzow nach Düsseldorf abhanden gekommen waren.

mig/sid



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