WM-Kurzpässe Lehmann spielt durch, Brasiliens Banken schließen früher

Gegen Aufbaugegner Luxemburg durfte sich Torwart Oliver Kahn noch einmal in einem Länderspiel beweisen. Damit soll aber vorerst Schluss sein. Für einen WM-Erfolg der Seleção schont das brasilianische Finanzwesen sogar seine Mitarbeiter.


Hamburg - Jens Lehmann wird in den Testspielen der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag in Leverkusen gegen Japan und am Freitag in Mönchengladbach gegen Kolumbien voraussichtlich über die gesamte Spielzeit zum Einsatz kommen. "Ich denke, dass er die Spiele machen wird, um sich mit der Abwehr einzuspielen", sagte Assistenztrainer Joachim Löw heute im Trainingslager in Genf.

DFB-Keeper Lehmann (gegen den Luxemburger Strasser): Mit der Abwehr einspielen
REUTERS

DFB-Keeper Lehmann (gegen den Luxemburger Strasser): Mit der Abwehr einspielen

Beim 7:0-Erfolg am Samstag gegen Luxemburg hatte der Keeper des FC Arsenal in der ersten Halbzeit im deutschen Tor gestanden. Nach dem Wechsel war er durch seinen Rivalen Oliver Kahn ersetzt worden. Beobachter werteten die Einwechslung Kahns als Dankeschön von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für Kahns professionelle Haltung nach dessen Rückversetzung ins zweite Glied. Anfang April hatte sich Klinsmann auf Lehmann als Nummer eins für die WM festgelegt.

Für die "Mission Titelverteidigung" bei der Fußball-WM (9. Juni bis 9. Juli) steuert auch Brasiliens Finanzwelt ihren Teil dazu bei. An Spieltagen der Seleção werden die Banken sowie die Börse von Sao Paulo ihre Geschäfte um zwei Stunden früher schließen, "um Mitarbeitern und Kunden die Möglichkeit zu geben, die Spiele der brasilianischen Mannschaft im TV zu verfolgen", wie es hieß. Der frühere "Feierabend" bezieht sich konkret auf den 13. Juni und 22. Juni. An diesen Tagen bestreitet die Mannschaft von Trainer Carlos Alberto Parreira ihre Vorrundenspiele gegen Kroatien in Berlin und gegen Japan in Dortmund.

Nach der gestrigen "Kuss-Attacke" eines weiblichen Fans gegen Mittelfeld-Star Ronaldinho hat die Schweizer Polizei den Schutz für die WM-Vorbereitung der brasilianischen Mannschaft in Weggis am Vierwaldstättersee verstärkt. Sicherheitskräfte stehen nun mit Blick auf die Zuschauertribüne ums Spielfeld. Die Stehtribüne hinter dem Tor, von der aus der Rasen leicht zu erstürmen ist, wurde gesperrt.

WM-Debütant Ghana hat bereits seine gute Form für das bevorstehende Turnier bewiesen. Im Testspiel gegen die Türkei erreichten die Afrikaner ein 1:1 (0:1). Vor 9738 überwiegend türkischen Zuschauern im Bochumer Ruhrstadion erzielte der Dortmunder Bundesliga-Profi Matthew Amoah nach einer Stunde den Treffer für den viermaligen Afrikameister, der erneut Defizite in der Chancenverwertung offenbarte. Nihat hatte die Türkei bei strömendem Regen in der 17. Minute in Führung geschossen.

kob/sid/dpa



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