WM-Kurzpässe Scolari will bleiben, Cristiano Ronaldo nicht

Er hat lange mit seiner Entscheidung gezögert, doch nun möchte Luiz Felipe Scolari weiterhin die portugiesische Nationalelf trainieren. Einer seiner Schützlinge sieht bei seinem Verein dagegen keine Zukunft mehr. In Frankreich rüstet man sich für die Rückkehr der WM-Helden.


Hamburg - Beim Empfang des portugiesischen Teams am Sonntag im Nationalstadion in Lissabon äußerte sich Scolari erstmals deutlich zu seinen Zukunftsplänen. "Ich will bleiben. Ich habe eine wunderbare Truppe zusammen", sagte der Brasilianer, dem ein Angebot des portugiesischen Fußball-Verbandes für eine Vertragsverlängerung bis zur EM 2008 vorliegt. "Ich werde am Mittwoch oder Donnerstag mit dem Verband sprechen", kündigte Scolari an. Zuletzt hatte die portugiesischen Medien immer wieder berichtet, dass der 57-Jährige eine Vertragsverlängerung abgelehnt hätte. Vize-Europameister Portugal hatte am Samstag das Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Deutschland mit 1:3 verloren.

Portugal-Coach Scolari mit Nationalspielern: "Ich will bleiben"
AFP

Portugal-Coach Scolari mit Nationalspielern: "Ich will bleiben"

Scolaris Schützling Cristiano Ronaldo will seiner Wahl-Heimat England nach der verbalen Hetzjagd den Rücken kehren und Manchester United verlassen. "Nach all den Beschimpfungen ist es ganz schwer für mich, in England zu bleiben. Ich habe niemanden verletzt, aber sie haben aus einer kleinen Sache ein großes Ding gemacht. Es ist schwer, in einem Land zu leben, in dem sie dich nicht wollen", sagte der 21-Jährige. Der dribbelstarke Flügelspieler will trotz eines bis 2010 laufenden Vertrages bei ManU nach Spanien zu Real Madrid wechseln. Ronaldo hatte im WM-Viertelfinale gegen England (1:0) vehement die Rote Karte gegen seinen Vereinskollegen Wayne Rooney gefordert. Daraufhin hatte die Boulevardzeitung "Daily Mail" gefordert: "Lasst diesen Mann nicht mehr in unser Land".

Ähnlich wie die deutsche Nationalmannschaft heute auf der Fan-Meile in Berlin werden sich auch Frankreichs Fußballer ihren Anhängern präsentieren. Dabei steht auch der Abschied des dreimaligen Weltfußballers Zinedine Zidane im Mittelpunkt, der nach dem WM-Finale seine große Karriere beenden wird. Die Ankunft der Equipe Tricolore auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle ist für 12 Uhr geplant. Anschließend werden die Spieler zum Mittagessen bei Staatspräsident Jacques Chirac fahren, ehe sie am Nachmittag wie nach dem WM-Sieg 1998 in Autos über den Pariser Prachtboulevard gefahren werden.

Englands neuer Teammanager Steve McClaren hat den englischen Spielerfrauen die "Rote Karte" gezeigt. Bei zukünftigen Turnieren will der Nachfolger des Schweden Sven-Göran Eriksson die kapriziösen "WAGS" (wifes and girlfriends / Frauen und Freundinnen) nicht mehr mit dabei haben. McClaren ist überzeugt, dass sich der kostspielige Aufenthalt im Brenner's Park Hotel in Baden-Baden negativ auf David Beckham und Co. ausgewirkt hat. "Die WAGS haben mit ihren Designerklamotten, ihren verlängerten Haaren und dem exzessiven Trinken in den Bars die Aufmerksamkeit permanent auf sich gezogen. Aber Steve hatte den Eindruck, dass die Leistungen der englischen Mannschaft darunter gelitten haben", sagte ein Sprecher des englischen Verbandes FA.

pav/dpa/sid



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