WM-Kurzpässe Trinken erlaubt, Rauchen verboten

Erleichterung bei der Mannschaft Englands: Ab sofort will die Fifa für größere Getränkevorräte sorgen. Mexikos Trainer erhielt vom Weltverband eine Verwarnung. Schwedischen Journalisten wurde der Zugang zum Trainings Paraguays verwehrt.


Hamburg - Nach der Beschwerde der Engländer über Getränkemangel am Spielfeldrand hat die Fifa reagiert und stellt den Mannschaften bei der WM ab sofort mehr Wasser zur Verfügung. Nicht ohne ein entsprechendes Reglement: Trinken ist lediglich während einer Spielunterbrechung erlaubt und auch nur aus den vom Fußball-Weltverband bereit gestellten Flaschen. Diese dürfen nicht auf das Spielfeld geworfen, sondern nur direkt überreicht werden.

Nationaltrainer La Volpe: "Wir haben uns eine Videoaufzeichnung angesehen"  
DPA

Nationaltrainer La Volpe: "Wir haben uns eine Videoaufzeichnung angesehen"  

Rauchen auf der Trainerbank ist nach dem Fifa-Reglement ebenfalls verboten. Weil sich der mexikanische Trainer Ricardo La Volpe dennoch eine Zigarette anzündete, wurde er nun vom Weltverband verwarnt. "Wir haben uns eine Videoaufzeichnung angesehen und festgestellt, dass es stimmt", sagte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler.

Journalisten aus Schweden sind gestern beim öffentlichen Training der Nationlelf Paraguays abgewiesen worden - angeblich wegen reißerischer Boulevard-Berichte. "Unsere Spieler wollten sie nicht auf dem Platz haben", sagte der Vize-Präsident des Fußballverbandes Paraguays Juan Angel Napout. Stockholmer Zeitungen hatten berichtet, dass ein Spieler des WM-Teilnehmers nach einem Testspiel in Dänemark eine schwedischen Journalistin "besser kennen lernen möchte" und ein Beauftrager des WM-OK's die Dame deswegen aus dem Bett geklingelt hatte. Der schwedische Fernsehsender SVT erstattete wegen der Zurückweisung Anzeige bei der Fifa. "Paraguay nutzt das aus, um die eigenen Spieler heiß zu machen", sagte Lars-Ake Lagrell, Präsident des schwedischen Verbandes. Beide Teams treffen bei der WM am 15. Juni (21 Uhr) aufeinander.

Auch Frankreichs Nationalcoach Raymond Domenech ist auf Kriegsfuß mit den Medien. "Ich bin es satt zu lesen, was alles falsch laufen soll. Man sollte lieber einmal darüber berichten, dass die Fans uns überall die Daumen drücken und Glück wünschen", sagte er. Auf Fragen nach verletzten Spieler antwortet er gerne: "Ich bin kein Arzt." Domenech gerät in der französischen Presse zunehmend unter Beschuss. Besonders die Berufung von Fabien Bathez als Nummer eins im Tor anstelle von Gregory Coupet sorgte für negative Schlagzeilen im Vorfeld der WM.

guv/sid/dpa



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