WM-Kurzpässe Vorrunden-Aus für Senderos, kurze Sperren für Cahill und Khune

Abwehrchef Philippe Senderos fehlt der Schweiz für den Rest der Gruppenphase. Die Fifa hat Australiens Cahill und Südafrikas Torwart Khune wegen ihrer Roten Karten für jeweils ein Spiel gesperrt. Brasiliens Trainer Dunga wird trotz des Sieges gegen Nordkorea scharf kritisiert.

Philippe Senderos (r.) muss für die verbliebenen Gruppenspiele der Schweiz aussetzen.
REUTERS

Philippe Senderos (r.) muss für die verbliebenen Gruppenspiele der Schweiz aussetzen.


Hamburg - Der Schweizer Trainer Ottmar Hitzfeld muss für den Rest der Vorrunde auf Philippe Senderos verzichten. Der Innenverteidiger erlitt während des 1:0-Sieges gegen Spanien eine Verstauchung am rechten Sprunggelenk. Damit fehlt der Abwehrchef in den kommenden Spielen der Schweizer in der Gruppe H gegen Chile am Montag (16 Uhr) und vier Tage später im Duell mit Honduras. Senderos war beim Erfolg gegen den Europameister am Mittwoch nach 36 Minuten ausgewechselt worden.

WM-Gastgeber Südafrika muss im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Frankreich am kommenden Dienstag (16 Uhr) Stammtorwart Itumeleng Khune ersetzen. Der Keeper wurde von der Disziplinarkommission der Fifa am Donnerstag nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Uruguay für ein Spiel gesperrt. Gegen die Franzosen wird nun aller Voraussicht nach Moneeb Josephs bei den Südafrikanern im Tor stehen.

Australiens Mittelfeldspieler Tim Cahill muss im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana am Samstag (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zuschauen: Die Fifa sperrte den 30-Jährigen wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Deutschland für eine Partie. Cahill war beim 0:4 gegen die DFB-Elf wegen eines groben Foulspiels gegen Bastian Schweinsteiger vom Platz gestellt worden.

Australiens Gegner Ghana musste wegen der Kälte in Südafrika den Trainingsplan ändern. Die Übungseinheit der Afrikaner wurde um zwei Stunden verschoben, weil der Platz in ihrem WM-Quartier nördlich von Rustenburg noch gefroren war. "Uns wurde am frühen Morgen mitgeteilt, dass wir wegen der eisigen Bedingungen unser Training verschieben müssten", teilte Fred Pappoe, Vize-Präsident des ghanaischen Fußball-Verbandes mit. Die Temperaturen in Rustenburg waren in der Nacht auf minus fünf Grad Celsius gefallen.

Giovane Elber hat den brasilianischen Nationaltrainer Carlos Dunga wegen des mühsamen 2:1-Sieges gegen Nordkorea kritisiert. " Noch einmal so eine Vorstellung wird man ihm nicht verzeihen", sagte der ehemalige Bayern-Profi der "AZ". Die Taktik sei viel zu vorsichtig und ängstlich gewesen: "So hat man die Angst gespürt, dieses erste Spiel zu verlieren. Man sieht, diese Angst ergreift selbst solche Mannschaften wie Brasilien. Unglaublich." Spielerisch sei die Seleção eine große Enttäuschung gewesen, so Elber. Dunga steht in Brasilien unter enormem Druck, weil er viele populäre Spieler aus dem Kader gestrichen hat und auf eine eher defensive Strategie setzt.

Die Fifa hat alle Eintrittskarten für ungültig erklärt, die durch den ehemaligen jamaikanischen Nationalspieler Robbie Earle in Umlauf gebracht wurden. Das teilte der Weltverband am Donnerstag mit. Earle wird mit einer versteckten Werbekampagne in Verbindung gebracht, die eine niederländische Biermarke im Soccer-City-Stadion organisiert haben soll. 36 Frauen waren in gesponserten Kleidern zu der Begegnung zwischen den Niederlanden und Dänemark erschienen - und hatten gegen die Marketing-Rechte der Fifa verstoßen. Die Frauen hatten ihre Karten offenbar von Earle erhalten. Der 45-Jährige hat wegen des Vorfalls inzwischen seinen Job als Experte beim britischen Sender ITV verloren. Die Fifa hatte Klage gegen die mutmaßlichen Organisatoren der Aktion eingereicht. "Der Wert der Tickets wird für einen guten Zweck gespendet. Anschließend werden die Karten wieder verkauft", kündigte Fifa-Mediendirektor Nicolas Maingot an.

mib/hbm/dpa/sid



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