WM Mia Hamm legt auch Jordan aufs Kreuz

Die Frauenfußball-WM in den USA hat schon jetzt ihren Super-Star. US-Stürmerin Mia Hamm konkurriert im Werbefernsehen schon mit Basketball-Legende Michael Jordan.

Die Amerikaner haben ein neues "everybodys darling". Mariel Margaret Hamm, seit ihrer Kindheit nur Mia gerufen, avancierte bereits im Vorfeld des WM-Turniers zur erfolgreichsten Werbeträgerin.

Für die einen ist die 27jährige die beste Fußballerin der Welt, für US-Coach Tony DiCicco ist die Stürmerin, die passend zur Euphorie um ihre Person beim 3:0-Auftaktsieg des favorisierten Olympiasiegers und Gastgebers USA gegen Dänemark das erste Tor erzielte, die "Auserwählte" schlechthin: "Nur bei einer Mia Hamm hält die Welt den Atem an, wenn sie den Ball berührt. Sie ist der Michael Jordan des Frauenfußballs."

Mit "Air" Jordan kann Mia Hamm es tatsächlich aufnehmen - zumindest im US-Werbefernsehen. Seit Hamm zu den Klängen des Evergreens "Alles, was Du kannst, das kann ich viel besser" den Basketball-Megastar in einem spektakulären Spot zum Fußball, Fechten und Sprinten herausfordert und am Ende mit einem gekonnten Judoschwung auf die Matte legt, liegt ganz Amerika seiner prominentesten Vorzeigeathletin zu Füßen.

Doch Mia Hamm selbst, die vom "Peoples Magazine" zu einer der 50 schönsten Amerikanerinnen gewählt wurde, will sich zumindest nach außen hin mit der Rolle der "Lichtgestalt" nicht so recht anfreunden. "Alles, was ich bin, verdanke ich meiner Familie und meinen Freunden", wiegelt sie ab und weiß dabei ganz genau, daß ihr diese Art von Aussagen in den USA noch mehr Freunde - sprich: kommerziellen Erfolg - einbringen.

Nur enge Freunde wissen, daß sie den Rummel um ihre Person eher als notwendiges Übel ansieht. Denn in ihrer Freizeit "flüchtet" Mia Hamm mit ihrem Mann Christiaan Cory, einem Captain der US Marines, am liebsten in die Einsamkeit ihrer Wahlheimat Texas.

Doch der gegenwärtige Erfolg verstellt den Blick für die Zukunft nicht: Nach Beendigung ihrer Karriere will sie ihre ganze Kraft der "Mia Hamm Foundation" widmen, die sich um die Erforschung einer seltenen Knochenkrankheit kümmert, an der im April 1997 ihr damals 28jähriger Bruder Garrett verstarb.

Aber 109 Tore in 174 Länderspielen verpflichten: So wird Mia Hamm wohl weiter für Kreditkarten, Haarshampoo und Schoko-Riegel in die Kameras lächeln, während der WM ihre Seele mittels Tagebüchern an Gazetten verkaufen und auf ihrer persönlichen Web-Seite ihre gerade erschienene Biographie "Go for the Goal" anpreisen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.