WM-Pech Die Elf der Aussortierten

Die WM in Deutschland sollte für sie der Höhepunkt ihrer Karriere werden. Doch nach Bekanntgabe der Kader ist für viele Fußballer der Traum geplatzt. SPIEGEL ONLINE zeigt Spieler, die zu Hause bleiben, statt um den Titel zu kämpfen.

Von Gunnar Vogt


Hamburg - Kevin Kuranyi konnte es nicht fassen. "Warum ausgerechnet ich?", fragte er sich, nachdem er vom deutschen Bundestrainer Jürgen Klinsmann erfahren hatte, dass er nicht zum 23-köpfigen WM-Kader gehört. So wie Kuranyi ging es dieser Tage auch anderen Profis, die fest mit einer Nominierung ins WM-Team ihrer Mannschaft gerechnet hatten. Doch nun müssen sie ihren WM-Traum begraben.

Martin Demichelis etwa. Für den Argentinier brach eine Welt zusammen, nachdem Coach José Pekerman ihn nicht berücksichtigt hatte. "Es ist nicht nur, dass ich keine Lust mehr zum Spielen habe. Ich habe keine Lust mehr am Leben", sagte der 25-Jährige völlig deprimiert. Dies dürfte auch Javier Zanetti sein. 101 Mal trug er das Trikot der argentinischen Auswahl, bei der WM muss der Verteidiger zusehen.

Die Niederlande gönnen sich sogar den Luxus, ohne die Stürmer Roy Makaay vom FC Bayern und Jan Klaas Huntelaar (Ajax Amsterdam) nach Deutschland zu reisen. Beide zusammen haben 51 Treffern in ihren Ligen erzielt. Aber Nationaltrainer Marco van Basten hat eben Ruud van Nistelrooy von Manchester United oder auch Chelsea-Star Arjen Robben.

Im französischen Aufgebot sucht man Ludovic Giuly vergebens. Der kleine Dribbler steht immerhin mit dem FC Barcelona im Champions-League-Finale. Was Nationalcoach Raymond Domenech aber herzlich wenig interessierte.

Der Pole Jerzy Dudek - in der vergangenen Saison noch Elfmeterheld des FC Liverpool im Champions-League-Finale gegen Milan, fiel aus allen Wolken, als er erfuhr, dass er nicht einmal als Ersatztorwart an der WM teilnehmen darf.

Doch nicht nur hochbezahlte Profis hat es erwischt. Sherif Touré, seines Zeichens Amateurkicker beim deutschen Bezirksligisten Concordia Ihrhoven, hatte lange Zeit auf eine Nominierung für Togo gehofft. Vergebens. Der deutsche Trainer Otto Pfister entschied sich letzten Endes gegen den 24-Jährigen.



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.