WM-Qualifikation Ägypten erzwingt Entscheidungsspiel

Erlösung in der 95. Minute: Sekunden vor dem Abpfiff erzielte Ägypten im WM-Qualifikationsspiel gegen Algerien den zweiten Treffer. Jetzt kämpfen die beiden Mannschaften in einem Entscheidungsspiel um die WM-Teilnahme. Uruguay siegte im Hinspiel der Playoffs gegen Costa Rica.
Ägyptens Mohamed Zidan (l.): Entscheidungsspiel am Mittwoch

Ägyptens Mohamed Zidan (l.): Entscheidungsspiel am Mittwoch

Foto: A2800 epa Khaled El Fiqi/ dpa

Hamburg - Zwischen Ägypten und Algerien kommt es am Mittwoch auf neutralem Platz in Sudan zu einem Entscheidungsspiel um das letzte WM-Ticket in Afrika. Ägypten siegte zum Abschluss der Gruppe C 2:0 (1:0) gegen Algerien und ist damit punkt- und torgleich mit dem Gruppenrivalen. Beide Teams weisen 13 Zähler und 9:4 Tore auf.

Die Partie nahm einen dramatischen Verlauf. Nach dem frühen 1:0 durch Stürmer Amr Zaki bereits in der zweiten Minute mussten die 70.000 Zuschauer in Kairo bis zur fünften Minute der Nachspielzeit warten. Dann gelang dem Heimteam, für das Mohamed Zidan von Borussia Dortmund auflief, das 2:0 durch Emad Meteab.

Vor der Partie war es zu Ausschreitungen gekommen. Als der Bus der algerischen Mannschaft am Donnerstag in Kairo ankam, wurde er mit Steinen beworfen. Dabei wurden nach Angaben der algerischen Delegation die Spieler Khaled Lemmuchia und Rafiq Hallish am Kopf verletzt. Der Bus befand sich auf dem Weg vom Flughafen ins Hotel. Die ägyptische Polizei hatte die Steinwürfe bestätigt, gleichzeitig aber mitgeteilt, keine Kenntnis von verletzten Spielern zu haben.

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Ägypten vs. Algerien: Brisante Partie in Kairo

Foto: ASMAA WAGUIH/ REUTERS

Uruguay hat einen Schritt in Richtung WM gemacht: Die als Favoriten geltenden Südamerikaner besiegten am Samstag (Ortszeit) die Nationalelf Costa Ricas im Relegationsspiel in San José 1:0 (1:0). Das einzige Tor im Zarprissa-Stadion schoss Diego Lugano in der 21. Minute. In einer Woche haben die Uruguayer im Rückspiel zu Hause die Chance, die ersehnte Qualifikation für Südafrika zu schaffen.

Martins sichert Nigeria die WM-Teilnahme

Der Wolfsburger Bundesliga-Profi Obafemi Martins hat Nigeria zur Weltmeisterschaft 2010 nach Südafrika geschossen. Mit seinen Treffern in der 62. und 83. Minute sicherte der Stürmer am Samstag in Nairobi den nigerianischen 3:2 (0:1)-Sieg in Kenia. Aiyegbeni Yakubu (65.) steuerte das dritte Tor für Nigeria bei, das sich in der Afrika-Ausscheidung mit zwölf Punkten noch den Sieg in der Gruppe B vor Tunesien (elf Punkte) sicherte. Der bisherige Spitzenreiter erlitt eine bittere 0:1-Niederlage in Mosambik. Siegtorschütze für Mosambik war Dario in der 83. Minute.

Damit sind die "Super Eagles" schon zum vierten Mal bei einer WM-Endrunde dabei. 1994 in den USA und 1998 in Frankreich erreichte das Team jeweils das Achtelfinale, 2002 in Südkorea und Japan war bereits nach der Vorrunde Schluss. Für die WM 1966 in England war Nigeria zwar ebenfalls qualifiziert, zog aber seine Teilnahme zurück.

Kamerun qualifiziert sich mit Sieg für die WM

Ein weiterer WM-Teilnehmer in Südafrika ist Kamerun. Der viermalige Afrikameister sicherte sich durch ein 2:0 (1:0) in Marokko Platz eins in der Qualifikationsgruppe A. Für die Kameruner ist es die sechste WM-Teilnahme nach 1982, 1990, 1994, 1998 und 2002. Achille Webo brachte sein Team bereits in der 18. Minute in Führung. Gegen harmlose Gastgeber sorgte Superstar Samuel Eto'o kurz nach der Pause für die Entscheidung (52.). Mit 13 Punkten gewann Kamerun die Gruppe, vier Zähler vor dem Zweiten Gabun, der zum Abschluss 0:1 in Lome gegen Togo verlor.

Auch Neuseeland steht als Teilnehmer fest. Im Playoff-Rückspiel gegen den Bahrain siegten die Gastgeber vor 35.134 Zuschauern in Wellington 1:0 (1:0) und nehmen damit nach 1982 in Spanien zum zweiten Mal an einer WM teil. Das Tor für Neuseeland erzielte Stürmer Rory Fallon vom englischen Zweitligisten Plymouth Argyle in der 45. Minute. Bei den Gästen verschoss Sayed Mohamed in der 51. Minute einen Elfmeter.

Tor von Bahrain in der 90. Minute zählte nicht

In der Schlussphase hätten die Neuseeländer für die Entscheidung sorgen können, verpassten aber einen zweiten Treffer und hatten Glück, dass ein Tor von Bahrain in der 90. Minute wegen eines vorangegangenen Foulspiels nicht zählte. Das Hinspiel der Relegation war torlos ausgegangen.

In der Ozeanien-Gruppe hatte sich Neuseeland gegen Neukaledonien, Vanuatu und Fidschi durchgesetzt, dabei aber gegen Fidschi eine 0:2-Heimniederlage hinnehmen müssen. Rivale Australien war vom Weltfußballverband Fifa in dieser Qualifikation der Asien-Qualifikation zugeteilt worden. Bahrain hatte die Entscheidungsspiele zur WM durch ein 0:0 und ein 2:2 gegen Saudi-Arabien erreicht.

jar/ulz/sid/dpa
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