WM-Qualifikation Brasilien geht in Ecuador die Puste aus

Weltmeister Brasilien hat auf dem Weg zur WM 2006 die erste Niederlage hinnehmen müssen. Nach der Partie im 2800 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Quito, war für die Stars um Stürmer Ronaldo der Grund für die Pleite schnell gefunden: die Höhenluft. In Lima schoss ein Bundesliga-Profi Peru zum Sieg.


Brasiliens Roberto Carlos (r.): In der Höhe am Boden
REUTERS

Brasiliens Roberto Carlos (r.): In der Höhe am Boden

Quito - "Das war unmenschlich. Ich konnte zeitweilig kaum atmen, musste in der Halbzeit ans Sauerstoffgerät", sagte Ronaldo nach dem 0:1 in Quito. Die Verantwortlichen müssten sich überlegen, ob man Spiele in dieser Höhe nicht verbieten sollte, so Ronaldo. Die brasilianischen Spieler sprachen von einer "wahren Hölle". Als "schwache Ausreden" wiesen brasilianische Journalisten die Klagen allerdings zurück. "Früher haben wir in Quito immer gewonnen und da gab es die Höhe auch schon", sagte Roberto Assaf vom TV-Sportsender "Sport TV".

"Die Mannschaft hat einfach schlecht gespielt und vor allem im gegnerischen Strafraum nicht überzeugt", sagte der frühere Weltstar und heutige TV-Kommentator Falcao. Er beruhigte aber die Organisatoren der nächsten WM: "In Deutschland werden wir auf jeden Fall dabei sein."

Erschöpfte Stars

Edison Méndez erzielte vor 60.000 Zuschauern mit einem Weitschuss in der 77. Minute den viel bejubelten Siegtreffer für Ecuador. Die brasilianischen Stars um Ronaldo, Ronaldinho, Roberto Carlos und die Leverkusener Juan und Roque Junior zollten der Höhenluft Tribut und machten über weite Strecken der Partie einen erschöpften Eindruck. "Wir hatten hier Probleme, aber insgesamt war das ein gutes Jahr", sagte Coach Carlos Alberto Parreira.

Mit der Niederlage gab die "selecao" die Tabellenführung an den Erzrivalen Argentinien ab, der Venezuela in Buenos Aires mit 3:2 schlug. Allerdings hatte der zweifache Weltmeister vor 40.000 Zuschauern im River-Plate-Stadion gegen den Außenseiter mehr Mühe als erwartet. José Rey mit einem Eigentor (4.), Román Riquelme (44.) und Javier Saviola (67.) sorgten für die Tore der Hausherren. Ruberth Morán (31.) und Leonel Viela (72.) waren für die ersten venezolanischen Treffer in Argentinien überhaupt verantwortlich.

Guerrero trifft auch für Peru

Die WM-Hoffnungen Perus erhielten durch Bayern Münchens Sturmhoffnung Paolo Guerrero neue Nahrung. Nach der Einwechslung für seinen Teamkollegen Claudio Pizarro erzielte der 20-Jährige in Lima den zweiten Treffer beim 2:1 gegen Chile.

Nach dem elften von 18 Spieltagen führt Argentinien die Tabelle des Südamerika-Turniers mit 22 Punkten vor Brasilien (20), Ecuador und Paraguay (je 16) an. Paraguay verlor in Montevideo 0:1 gegen Uruguay, das nun mit 14 Zählern den fünften Platz belegt. Dahinter folgen Venezuela, Kolumbien, Chile und Peru (alle 13 Punkte) vor Schlusslicht Bolivien (10).



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