WM-Qualifikation Französischer Zittersieg auf den Färöern

Blamage vermieden: Frankreich ist in der WM-Qualifikation ein knapper Erfolg auf den Färöer Inseln gelungen - mit Hilfe von Bayern-Regisseur Franck Ribéry. Auch Kroatien und Norwegen gewannen. In einem Testspiel unterlag Russland in Moskau Argentinien, England und die Niederlande spielten remis.


Hamburg - Vize-Weltmeister Frankreich hat in der WM-Qualifikation eine Blamage knapp verhindert. Gegen die Färöer kam das Team nur zu einem schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Sieg. Das einzige Tor der Partie erzielte Andre-Pierre Gignac in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Frankreichs Ribery (rechts) gegen Färöer Lokin: 25 Minuten Einsatzzeit
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Frankreichs Ribery (rechts) gegen Färöer Lokin: 25 Minuten Einsatzzeit

Bayern-Spieler Franck Ribery wurde in der 65. Minute eingewechselt. Der Regisseur war bemüht, ihm fehlte jedoch sichtlich die Frische. Der 26-Jährige, der wegen einer Schleimbeutelentzündung die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison fast komplett verpasst hatte, wurde von Nationaltrainer Raymond Domenech entgegen der Absprache mit Bayern-Trainer Louis van Gaal eingesetzt. Van Gaal war davon ausgegangen, dass der 26-Jährige bei der Equipe Tricolore lediglich sein Aufbauprogramm fortsetzt.

Frankreich, das erstmals seit dem damaligen WM-Finale ohne Weltmeister von 1998 antrat, wahrte mit dem glanzlosen Sieg seine Chance auf ein direktes Ticket zur WM 2010 nach Südafrika. Mit 13 Punkten rückten die Franzosen in der Gruppe 7 bis auf fünf Punkte an Tabellenführer Serbien heran, sie haben zudem ein Spiel weniger absolviert als der Konkurrent.

Serbien gewann derweil ein Testspiel bei WM-Gastgeber Südafrika 3:1 (0:0). Zoran Tosic von Manchester United (57./78.) und Danko Lazovic (69.) trafen für die Gäste. Katlego Mphela (90.) erzielte das Tor der Südafrikaner.

Norwegen bezwang Schottland am Mittwochabend in Oslo 4:0 (2:0) und rückte mit sechs Punkten bis auf einen Zähler an den Tabellenzweiten aus Großbritannien heran. Platz eins in der Gruppe 9 ist bereits an die Niederlande (21) vergeben.

Slowenien bezwang San Marino 5:0 (2:0) und verbesserte sich in der Gruppe 3 auf Rang drei hinter der Slowakei und Nordirland.

Ivica Olic hat die kroatische Nationalmannschaft mit einem Doppelpack auf Kurs WM-Play-offs gehalten. Der Stürmer von Bayern München erzielte in Minsk beim 3:1 (1:0) gegen Weißrussland das 1:0 (22.) und das Tor zum Endstand (83.). Den zweiten Treffer markierte Eduardo da Silva (68.). Damit setzte sich der WM-Halbfinalist von 1998 in der Gruppe 6 vier Punkte vom EM-Gastgeber Ukraine ab. Platz eins ist so gut wie sicher an England vergeben.

Zwei Monate vor der wohl entscheidenden WM-Qualifikations-Partie gegen Deutschland hat Russland den letzten Härtetest nicht bestanden. Das Team des Niederländers Guus Hiddink unterlag in Moskau dem zweimaligen Weltmeister Argentinien 2:3 (1:1).

Igor Semschow (18.) bescherte den Russen einen Start nach Maß. Sergio Agüero (45.), Lebensgefährte der Tochter von Nationaltrainer Diego Maradona, gelang der Ausgleich. Die zweite Hälfte eröffnete Lisandro Lopez (46.) mit dem 1:2, Jesus Datolo (59.) legte für die Gäste, die einige Stars schonten, nach. Roman Pawljutschenko (79.) erzielte für Russland den Anschlusstreffer.

Vor dem Duell mit der DFB-Auswahl am 10. Oktober in Moskau haben die Russen in der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika noch zwei Spiele zu bestreiten. Am 5. September empfängt das Team Liechtenstein, vier Tage später folgt die Begegnung in Wales.

Argentinien musste kurzfristig auf Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona verzichten, der im Abschlusstraining eine Muskelverletzung erlitten hatte. "Ich bin ein Hellseher", wurde Maradona zitiert, "ich wusste, dieses Spiel darf nicht angesetzt werden." Argentiniens Coach befürchtet Ausfälle seiner Spieler vor dem Klassiker gegen Brasilien am 5. September.

Brasilien hielt sich in Estland schadlos. In Tallinn siegte der Rekord-Weltmeister durch ein Tor von Luis Fabiano (45.) 1:0.

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Die Niederlande und England trennten sich unentschieden in einem Testspiel. Die Mannschaft von Bondscoach Bert van Marwijk trennte sich in Amsterdam nach einer 2:0-Führung am Ende 2:2 (2:0) vom Weltmeister von 1966. Sowohl die bereits für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika qualifizierte Elftal als auch England haben ihre jeweils bisher sieben Spiele in der Qualifikation gewonnen und führen die Gruppen 9 beziehungsweise 6 souverän an.

Vor 47.500 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften AmsterdamArena brachte Dirk Kuyt vom englischen Rekordmeister FC Liverpool die Gastgeber früh in Führung (10.). Acht Minuten vor der Pause setzte sich der ehemalige Hamburger Bundesliga-Star Rafael van der Vaart, der bei Real Madrid auf dem Abstellgleis steht, mit dem 2:0 in Szene. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Jermain Defoe von Tottenham Hotspur erzielte sowohl den Anschlusstreffer (49.) als auch den am Ende verdienten Ausgleich (76.).

Vor dem Spiel hatte die niederländische Polizei in der Innenstadt von Amsterdam alle Hände voll zu tun. 15 Anhänger von Ajax Amsterdam und Twente Enschede wurden in Gewahrsam genommen, weil sie offenbar Schlägereien mit englischen Fans anzetteln wollten. Zudem seien polizeilich bekannte Hooligans vor dem Spiel aus der Stadt gewiesen worden.

Drei Tore innerhalb von fünf Minuten haben Europameister Spanien vor einer Niederlage in Mazedonien bewahrt. Nach einer 2:0-Führung der Gastgeber durch zwei Tore von Goran Pandev (8./33.) sorgten Fernando Torres (51.), Gerard Pique (54.) und Albert Riera (55.) in der zweiten Halbzeit für die Wende und einen 3:2-Erfolg der Spanier in Skopje.

fsc/luk/sid/dpa



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