WM-Qualifikation Irland fährt zur WM

In zwei Relegationsspielen haben sich die irischen Fußballer gegen den Iran durchgesetzt. Im Hexenkessel von Teheran konnten sich die Iren sogar eine knappe Niederlage leisten.


Einsatz wird belohnt: Jason McAteer (r.) setzt sich gegen Irans Mehrdad Minavand durch und darf mit Irland zur WM 2002
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Einsatz wird belohnt: Jason McAteer (r.) setzt sich gegen Irans Mehrdad Minavand durch und darf mit Irland zur WM 2002

Teheran - Irland hat sich zum Abschluss der Playoff-Spiele als 31. Mannschaft für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea qualifiziert. Die Iren konnten sich sogar eine 0:1 (0:0)-Niederlage im mit 110.000 Zuschauern ausverkauften Azadi-Stadiums in Teheran leisten, um damit die dritte WM-Teilnahme nach 1990 und 1994 perfekt zu machen. Im Hinspiel in Dublin hatten die Iren mit 2:0 gewonnen. Im Rückspiel sorgte Yahya Golmohammadi (90.) für das späte Siegtor der Iraner. Die Gastgeber verpassten dagegen nach 1974 und 1998 ihre dritte WM in Serie.

Der Iran, bei dem in Ali Daei (Hertha BSC Berlin) und Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV) zwei Bundesliga-"Legionäre" zum Einsatz kamen, waren zwar die offensivere Mannschaft, scheiterten aber einige Male aus aussichtesreicher Position.

"Die Jungs haben es verdient"


Auf der irischen Bank gab es nach dem Schlusspfiff Tränen. "Was erwartet ihr? Auch harte Männer dürfen weinen", sagte der sichtlich bewegte irische Trainer Mick McCarthy. "Wir haben lange genug gewartet. Die Jungs haben es verdient."

Mit dem Erfolg gegen den Iran beendeten die Iren, die in der Qualifikation lediglich am punktgleichen EM-Halbfinalisten Portugal gescheitert waren und den WM-Vierten Niederländer aus dem WM-Rennen warfen, die "schwarze Serie" der verlorenen Playoffs beenden. Bislang hatte Irland nämlich alle vier Entscheidungs-Duelle, 1965 gegen Syrien, 1995 gegen Holland, 1997 gegen Belgien und 1999 vor der EM 2000 gegen Türkei verloren.

Unterstützt von 50 Frauen


Unterstützt wurde die irische Mannschaft, die ohne ihren verletzten Kapitän Roy Keane antreten musste, von mehr als 1000 mitgereisten Anhängern, darunter 50 Frauen. Die weiblichen Fußball-Fans sorgten im Hexenkessel von Teheran für zusätzlichen Zündstoff unter den 110.000 Zuschauern im ausverkauften Azadi-Stadium. Denn erstmals seit der islamischen Revolution 1979 durften wieder Frauen ins Stadion. Allerdings nur mit einer Sondergenehmigung.

Iran - Irland 1:0 (0:0) Hinspiel 0:2 (0:1)
1:0 Golmohammadi (90.)
Iran: Mirzapour - Mahdavikia, Minavand, Peyrovani, Bagheri - Kavianpour, Karimi, Nikbakht Vahedi, Golmohammadi, Rezaei - Daei
Irland: Given - Finnan, Harte, Breen, Staunton - Kinsella, McAteer, Holland, Connolly - Keane (76. Morrison), Kilbane (82. Kelly)
Schiedsrichter: William M. Mattus Vega (Costa Rica)
Zuschauer: 110.000 in Teheran
Gelbe Karten: Mahdavikia, Bagheri - Keane, McAteer



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