WM-Qualifikation Leichtes Spiel für Deutschland

Es war eine farbenfrohe Show mit glücklichem Ergebnis: Wales, Finnland, Russland - die deutsche Elf hat bei der Auslosung zur Qualifikation für die WM 2010 eine leichte Gruppe erwischt. England muss dagegen erneut gegen Angstgegner Kroatien antreten

Hamburg - Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 (11. Juni bis 11. Juli) auf Russland, Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein. Dies ergab die Auslosung der Gruppen heute im Congress Centrum in Durban.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw, das im ersten Lostopf der besten neun europäischen Mannschaften gesetzt war, tritt in Gruppe 4 an. Team-Manager Oliver Bierhoff gab sich selbstbewusst: "Wir haben das Selbstverständnis, als Gruppenkopf auch Gruppenerster zu werden. Wir sind froh, mit dieser Gruppe eine gute Konstellation angetroffen zu haben." Hans-Dieter Flick, der Assistenztrainer von Bundestrainer Joachim Löw sagte: "Man kann nicht von Losglück sprechen, aber es ist sicherlich eine interessante Gruppe. Russland mit seinem Trainer Guus Hiddink wird sicherlich unser härtester Konkurrent, aber auch Finnland ist nicht zu unterschätzen."

Die insgesamt 53 Teams aus Europa wurden auf acht Sechser-Gruppen und eine Fünfer-Gruppe aufgeteilt. In der schweren Gruppe 5 muss England auch gegen Kroatien und die Ukraine antreten. Am vergangenen Mittwoch warfen die Kroaten England aus dem Rennen für die Europameisterschaft 2008. Alle europäischen Gruppen finden Sie hier.

In der Europagruppe 9 treffen die Niederlande auf Norwegen und Schottland. Leichter dürfte es dagegen Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehhagel haben. Seinem Team wurden als vermeintlich schwerste Gegner Israel und die Schweiz zugelost. In der asiatischen Qualifikation kommt es zum politisch brisanten Duell zwischen Nordkorea und Südkorea. Korea ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in zwei Staaten geteilt, nun wurden der Norden und der Süden gemeinsam in die Gruppe 3 der Asienzone gelost.

Die neun Gruppenersten aus Europa qualifizieren sich direkt für die WM, die acht besten Gruppenzweiten ermitteln in einer Play-off-Runde die vier weiteren der insgesamt 13 europäischen WM-Teilnehmer. Die WM-Qualifikation in Europa beginnt nach der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz im Herbst 2008 und dauert bis November 2009.

Bevor aktuelle und ehemalige Fußball-Größen wie der frühere Bayern-Profi Ali Daei (Iran) oder der einstige Mönchengladbacher Torhüter Kasey Keller (USA) in die Lostöpfe griffen, präsentierte sich Südafrika in einer farbenprächtigen Show erstmals als WM-Gastgeber der Weltöffentlichkeit. Vor dem Bilderbogen aus afrikanischer Musik und Folklore hatte Staatspräsident Thabo Mbeki in seiner Eröffnungsrede nach einmal Werbung für das Ausrichterland betrieben: "Ich bin zuversichtlich, dass die Welt des Fußballs in und mit Südafrika feiern wird. Sie wird in 2010 die Schönheit des Kontinents kennenlernen." Fifa-Präsident Joseph Blatter fügte hinzu: "Es gibt keinen Zweifel, dass die WM ein großer Erfolg sein wird."

Beckenbauer-Freund ermordet

Doch da hatte der Tod des früheren Salzburger Fußballprofis Peter Burgstaller, der laut "faz.net" auf Einladung von Franz Beckenbauer in Durban weilte, längst einen dunklen Schatten auf die Veranstaltung geworfen. Der mutmaßliche Raubmord löste erneut Diskussionen über die hohe Kriminalitätsrate im WM-Land aus. Blatter dementierte jedoch umgehend eine Verbindung zu dem Großereignis.

Insgesamt bewerben sich 199 Teams von allen fünf Kontinenten um die 31 Erstrunden-Plätze neben dem gesetzten Gastgeber Südafrika. Die insgesamt 861 Qualifikationsspiele werden bis zum November 2009 ausgetragen. Die 19. Fußball-Weltmeisterschaft wird am 11. Juni 2010 im zur Zeit noch im Bau befindlichen Soccer-City-Stadion von Johannesburg eröffnet. In der 94 700 Zuschauer fassenden Arena findet genau einen Monat später auch das Finale statt.

all/sid/dpa