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17. November 2004, 21:53 Uhr

WM-Qualifikation

Matthäus und Rehhagel atmen auf

Lothar Matthäus kann sich wieder Hoffnung auf die Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland machen. Die ungarische Nationalmannschaft kam zu einem sicheren Sieg auf Malta. Auch Otto Rehhagels Griechen waren erfolgreich, die Türkei erlebte hingegen in Istanbul ein Debakel.

Ungarischer Coach Matthäus: Keine überragende Leistung, aber drei Punkte
AP

Ungarischer Coach Matthäus: Keine überragende Leistung, aber drei Punkte

Hamburg - Ungarn kam heute mit dem 2:0 (1:0)-Arbeitssieg beim von Horst Heese trainierten Fußballzwerg Malta zum zweiten Erfolg im vierten Spiel der Qualifikationsgruppe 8. Torschützen für die Matthäus-Elf in La Valletta waren Zoltan Gera (39.) und Peter Kovacs (90.). Ungarn, das nur selten überzeugend agierte, bleibt mit nunmehr sechs Punkten Tabellenvierter. Der Anschluss zum Spitzentrio Schweden (9), Bulgarien und Kroatien (je 7) ist wieder hergestellt.

In der hart umkämpften Gruppe 2 machte die Ukraine einen großen Schritt in Richtung WM-Endrunde. Die Elf um Superstar Andrej Schewtschenko siegte beim WM-Dritten Türkei 3:0 (2:0) und festigte mit nunmehr elf Zählern den ersten Tabellenplatz. Hinter dem souveränen Spitzenreiter Ukraine liegen die Türkei, Dänemark und Albanien (alle 6 Punkte) nur noch einen Zähler vor den Griechen und Georgien (beide 5).

Charisteas wieder erfolgreich

Europameister Griechenland kam vor allem dank Angelos Charisteas zum ersten Sieg in der WM-Qualifikation. Der in Bremen oft auf der Ersatzbank sitzende Stürmer erzielte am Mittwoch in Piräus in der 24. und 44. Minute die ersten beiden Tore beim 3:1 (2:0)-Erfolg gegen das punktlose Schlusslicht Kasachstan. Den dritten Treffer steuerte Kostas Katsouranis (86.) bei, bevor den Kasachen eine Minute später noch der Ehrentreffer gelang.

Beim Sieg in der Türkei trafen Oleg Gusew (9.) sowie zweimal Schewtschenko (17. und 89.) für die Ukraine, die von der erstmaligen WM-Teilnahme träumt. Zugleich kam der Ausrutscher von Dänemark den Osteuropäern zugute. Trotz zweier Treffer von Jon Dahl Tomasson (9. und 64.) schaffte der Europameister von 1992 nur ein 2:2 in Georgien. Für die Gastgeber trafen Georgi Demetradse (35.) und Malchas Asatiani (76.)

Niederlande Spitzenreiter, Liechtenstein patzt

Weiter auf dem Vormarsch ist in Gruppe 1 EM-Halbfinalist Tschechien, der durch späte Treffer des eingewechselten Bochumers Vratislav Lokvenc (87.) und des Dortmunder Stürmers Jan Koller (90.) einen 2:0 (0:0)-Erfolg in Mazedonien verbuchte. Für die Tschechen war es der dritte Sieg nacheinander. Mit neun Punkten zog die Mannschaft von Trainer Karel Brückner mit dem bisherigen Zweitplatzierten Finnland gleich. Einen Zähler besser liegen Spitzenreiter Niederlande (3:0 in Andorra) und Rumänien, das beim 1:1 in Armenien patzte. Für die Gastgeber war es der erste Punktgewinn in der WM-Qualifikation.

Philip Cocu (21.), Arjen Robben (32.) und Wesley Sneijder (78.) trafen für das Oranje-Team. Bayern Münchens Torjäger Roy Makaay wurde in der 36. Minute für Ruud van Nistelrooy eingewechselt. Als ältester Debütant im niederländischen Team kam Barry van Galen von AZ Alkmaar zum Einsatz. Mit 34 Jahren und 227 Tagen durfte der Mittelfeldspieler erstmals für die Elftal spielen. Zuvor war Ben Hoogstede, der 1921 mit 33 Jahren sein erstes Länderspiel absolvierte, der älteste Neuling.

Der kleine Höhenflug von Liechtenstein ist hingegen gestoppt. Nach zuletzt vier Punkten aus zwei Partien, unter anderem ein 2:2 gegen Portugal, kassierte die Elf aus dem Fürstentum in Gruppe drei eine 1:3 (1:1)-Niederlage gegen Lettland. Russland rehabilitierte sich nach der jüngsten 1:7-Pleite in Portugal mit einem 4:0 (3:0) gegen Estland.

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