WM-Quartier-Streit Völler gibt Klinsmann Rückendeckung

Rudi Völler hat in der Kontroverse um das Quartier des DFB-Teams bei der WM 2006 indirekt Partei für Bundestrainer Jürgen Klinsmann ergriffen. Der ehemalige Teamchef erklärte im ZDF-Sportstudio, dass das Training der DFB-Auswahl unter seiner Leitung lediglich in Ausnahmefällen in der BayArena in Leverkusen stattgefunden hätte.


Ex-Teamchef Rudi Völler: "Das war immer eine Bedingung von mir"
REUTERS

Ex-Teamchef Rudi Völler: "Das war immer eine Bedingung von mir"

Mainz - "Es war klar, dass wir höchstens zweimal in der Woche nach Leverkusen gefahren wären." Den überwiegenden Teil der Trainingseinheiten habe er direkt bei dem von ihm als Quartier ausgesuchten Hotel in Bergisch Gladbach absolvieren wollen, ergänzte Völler: "Das war immer eine Bedingung von mir." Neben dem Hotel, erklärte der Ex-Teamchef, wäre für die Nationalmannschaft eigens ein Trainingsplatz angelegt worden. Die Entscheidung, Leverkusen während der WM einzubeziehen, sei eine "sportpolitische gewesen".

Die Lösung des inzwischen eskalierten Quartier-Streits betrachtet Völler skeptisch: "Egal, wie man jetzt entscheidet. Es wird schwierig, keinen Verlierer herauszufiltern", so der Ex-Teamchef. Völlers Nachfolger Jürgen Klinsmann und die Nationalspieler haben sich gegen Leverkusen ausgesprochen. Der neue Bundestrainer, der auf das letzte Wort bei der Entscheidung pocht, liegt insbesondere im Streit mit dem designierten geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, der sich an getroffene Absprachen halten will.

Völler machte im ZDF-Sportstudio auch deutlich, dass seine Entscheidung zum Rücktritt nach der EM in Portugal unumstößlich gewesen sei. "Wenn es nicht so funktioniert, wie man möchte, muss man den Weg freimachen für andere. Ein Neuanfang war absolut nötig", sagte der Ex-Teamchef, schränkte aber ein, er wäre nicht umgehend zurückgetreten, hätte er gewusst, dass Ottmar Hitzfeld den Posten des Bundestrainers ablehnen würde: "Ich hätte gewartet, bis sie (der DFB) jemanden gefunden hätten."

Auch seinen Rücktritt nach nur 26 Tagen als Trainer des AS Rom bezeichnete Völler als konsequent, gab jedoch zu: "Ich habe einige Probleme unterschätzt." Mit der Kritik an seinem schnellen Ausstieg "muss ich leben", ergänzte er, "ich sehe das aber auch selbst sehr kritisch."



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