WM-Sicherheit Neue Hooligan-Randale in Polen

Knapp drei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Deutschland wächst die Angst vor Hooligans. Im Land des deutschen Gruppengegners Polen kam es bei einem Fußballspiel erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Anhängern.


Hamburg – Die Polizei nahm bei der Zweitliga-Partie GKS Katowitz gegen Ruch Chorzow 14 Gewalttäter fest. Bei den Krawallen wurden 30 Hooligans und zwei Polizisten verletzt.

Bereits eine Woche zuvor lieferten sich Hunderte Anhänger von Legia Warschau im Zentrum der polnischen Hauptstadt Straßenschlachten mit der Polizei. Mehr als 200 Hooligans wurden verhaftet, rund 30 Polizisten verletzt.

Die polnische Regierung beschloss deshalb vor wenigen Tagen mit Blick auf die WM, Beamte von den Grenzen zur Ukraine und Weißrussland abzuziehen und den Abschnitt zu Deutschland zu verstärken. Laut "Welt am Sonntag" kündigte Justizminister Zbigniew Zibro außerdem an, noch vor der Weltmeisterschaft ein "24-Stunden-Gesetz" zu verabschieden, mit dem Hooligans im Schnellverfahren verurteilt werden können.

Experten sehen in den polnischen Hooligans eine der größten Sicherheitsrisiken im Hinblick auf die Endrunde. Eine Hooligan-Datenbank, wie sie in Deutschland, England und den Niederlanden üblich ist, existiert in Polen nicht. Die deutschen Behörden rechnen während der WM mit der Einreise von bis zu 20.000 gewaltbereiten Fans aus dem Nachbarland. Am 14. Juni trifft Polen in Dortmund im Spiel der Gruppe A auf Deutschland.

bri/sid



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