WM-Tickets DFB einigt sich mit Verbraucherschützern

Im Streit um den Ticketverkauf bei der Fußball-WM in Deutschland hat sich der Deutsche Fußball-Bund mit den Verbraucherschützern ebenso schnell wie überraschend auf eine gemeinsame Linie verständigt. Damit gibt es keine gerichtliche Auseinandersetzung.


Bonn - "Zwischen den beiden Parteien gibt es keine Gewinner und Verlierer. Alleine der Fan hat gewonnen", sagte der Pressesprecher des WM-Organisationskomitees (OK), Jens Grittner, dem "sid".

WM-Ticketsystem: "Keine Gewinner, keine Verlierer"
DPA

WM-Ticketsystem: "Keine Gewinner, keine Verlierer"

Der Vergleich zwischen dem DFB und dem Bundesverband der Verbraucherschützer (vzbv) sieht vor, dass Bewerbern von Optionstickets seitens des Verbandes bis zum 15. April 2006 ein Rücktrittsrecht zugesichert wird.

Das heißt, dass potenzielle Kunden, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Karten erhalten und zuvor von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht haben, die gezahlten Ticketentgelte inklusive der Gebühren in Höhe von fünf Euro zurückerstattet bekommen. Im Gegenzug hat der Kunde, wie von der vzbv zunächst gefordert, aber kein Anrecht auf Verzinsung des zuvor gezahlten Betrages. Gesondert werden die Teamtickets behandelt: Hier werden die Gebühren halbiert, wie der Parlamentarische Verbraucherschutz-Staatssekretär Peter Paziorek (CDU) betonte.

Bei einer ersten Anhörung in der vergangenen Woche vor dem Frankfurter Landgericht am vergangenen Mittwoch war die von der Kammer vorgeschlagene gütliche Einigung nicht zustande gekommen. DFB und vzbv hatten sich bei der Frage der Verzinsung bereits geleisteter Zahlungen zunächst nicht einigen können. Der DFB wollte pauschal einen Betrag einer gemeinnützigen Einrichtung zukommen lassen. Der vzbv wollte, dass die Zinsen direkt dem Verbraucher gezahlt werden.

Nach wochenlangen Querelen hatten sich am Abend im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die zerstrittenen Parteien zu weiteren Gesprächen zusammengefunden. Nach rund dreistündiger Verhandlung unter der Leitung Paziorek konnten Edda Müller, Vorsitzende des vzbv sowie der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt die Einigung verkünden.

"Für uns ist es wichtig, dass es für die Fans weiterhin die Möglichkeit der Oprions-Tickets gibt und dass wir kurzfristig Karten verkaufen können", sagte Grittner. "Wir hoffen, dass wir mit den Verbraucherschützern eine gute Basis gefunden haben", betonte der OK-Sprecher weiter. Jetzt wolle man sich wieder aufs Tagesgeschäft konzentrieren.

Mit dieser Einigung sind beide Parteien einer Auseinandersetzung vor dem Frankfurter Landgericht am 28. Dezember aus dem Weg gegangen.



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