"Maulwurf"-Verdacht Zwanziger geht gegen Tognoni-Anschuldigungen vor

Der ehemalige Fifa-Sprecher Guido Tognoni hat im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF die SPIEGEL-Enthüllungen zur WM 2006 mit Theo Zwanziger in Verbindung gebracht. Der Ex-DFB-Boss wies die Vorwürfe über seinen Anwalt deutlich zurück.


"Mein Mandant weist die Vorwürfe, vorliegend eine Berichterstattung des SPIEGEL über die Vergabe der WM 2006 gesteuert zu haben oder zu steuern, auf das Entschiedenste zurück."

Das ist der Beginn eines Statements von Hans-Jörg Metz, das dieser an diesem Sonntag an ZDF und "Bild" versendet hat. Metz' Mandant ist niemand Geringeres als der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich seit Samstag einer Attacke eines anderen ehemaligen Fußball-Funktionärs ausgesetzt sieht.

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Heft 43/2015
Schwarze Kassen - die wahre Geschichte der WM 2006

Guido Tognoni, einst Fifa-Sprecher, hatte am Samstagabend im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF über Zwanzigers Rolle bei den Enthüllungen des SPIEGEL zur WM-Vergabe 2006 gemutmaßt - jener könne ein "Maulwurf" gewesen sein. "Die undichte Stelle ist möglicherweise, mit allen Vorbehalten, Theo Zwanziger", so Tognoni, der gleichzeitig eine "Kampagne" gegen DFB-Präsident Wolfgang Niersbach vermutet.

Der aktuelle DFB-Präsident steht im Mittelpunkt der Affäre, er soll laut SPIEGEL spätestens seit 2005 um die Vorgänge rund um die "Schwarze Kasse" gewusst haben. Niersbach bestreitet das, macht bei der Verteidigung in eigener Sache aber keine gute Figur.

Jetzt wehrt sich Zwanziger umgehend.

Hier sind die Feststellungen seines Anwalts im Wortlaut:

1. Mein Mandant hat sich gegenüber dem Spiegel fußballpolitisch ausschließlich in einem gemeinsamen Interview mit Herrn Professor Pieth, geführt von den Redakteuren Weinreich und Weinzierl, so wie im Spiegel 43/2015 auch abgedruckt, geäußert.

(Lesen Sie die Hintergründe und die ganze Geschichte hier im SPIEGEL)

2. Am Tag nach diesem Interview hat Herr Dr. Zwanziger einen Fragenkatalog des SPIEGEL, der offensichtlich auch anderen Beteiligten übermittelt wurde, von Herrn Gunter Latsch erhalten. Mein Mandant hat diesen Fragenkatalog in Abstimmung mit dem ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst Schmidt beantwortet, soweit er dies konnte und wollte.

3. Herr Dr. Zwanziger hat weder dem SPIEGEL noch anderen Dritten Unterlagen zur jetzt anstehenden Thematik übergeben noch den SPIEGEL oder andere Dritte in anderer Weise mit Informationen zur anstehenden Thematik versorgt. Die jetzt bekannt gewordenen Informationen müssen aus anderen Quellen stammen - Herr Dr. Zwanziger ist nicht Urheber dieser Veröffentlichungen.

4. Die abenteuerlichen Vorwürfe von Herrn Tognoni, auf welcher Grundlage sie beruhen mögen oder aus welcher Motivation heraus sie gesteuert werden, sind weder in irgendeiner Weise begründet noch in irgendeiner Weise geeignet, der Wahrheitsfindung zu dienen.



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