WM-Vergabe nach Katar Informantin nimmt Korruptions-Vorwürfe zurück

Es wird immer dubioser: Die Informantin im Bestechungsskandal um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 hat ihre Aussagen zurückgezogen. Sie hatte behauptet, drei Fifa-Funktionäre hätten für ihre Stimme hohe Geldsummen bekommen.

Fifa-Funktionär Hayatou: Entlastung durch vermeintliche Informantin
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Fifa-Funktionär Hayatou: Entlastung durch vermeintliche Informantin


Hamburg - Neue Sachlage im Korruptions-Fall um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Katar: Die Informantin, die die Vorwürfe hervorgebracht hatte, zog ihre Anschuldigungen zurück. "Ich habe bei allen Fakten bezüglich der Bestechungsgelder zur WM in Katar 2022 gelogen", schrieb Phaedra Almajid, die einen Brief auf einer eigens eingerichteten Homepage veröffentlichte.

Sie hatte den Fifa-Funktionären Issa Hayatou, Jacques Anouma und Amos Adamu vorgeworfen, Schmiergelder in mindestens sechsstelliger Höhe bekommen zu haben, um bei der Vergabe der WM 2022 für Katar votierten. "Den drei wurden zu keiner Zeit Bestechungsgelder angeboten, nahegelegt oder bezahlt", schrieb sie nun.

Sie hatte diese Informationen der "Sunday Times" zugespielt, die die Geschichte zunächst nicht druckte. Stattdessen gab die Zeitung die Fakten an das Unterhaus des englischen Parlament mit der Einschätzung weiter, dass die Informationen glaubwürdig, aber nicht bewiesen seien. Veröffentlicht wurden die Anschuldigungen dann von David Triesman, dem ehemaligen Chef des englischen Verbands (FA).

"Wollte zeigen, dass ich die internationalen Medien kontrolliere"

Phaedra Almajid arbeitete zwischen Mai 2009 und März 2010 im Rahmen der WM-Vergabe als internationale Medienspezialistin, verlor dann aber ihren Job. Davon sei sie so "verletzt" gewesen, dass sie "irrational gehandelt" habe und deshalb mit den Lügen "zeigen wollte, dass ich die internationalen Medien kontrolliere".

In ihrem Statement schrieb Almajid zudem, dass es ihre "vollkommen eigene Entscheidung" sei, die Erklärung abzugeben. "Ich wurde nicht unter Druck gesetzt oder habe irgendwelche finanziellen Anreize bekommen."

Die englische Tageszeitung "The Guardian" hat mit Almajid gesprochen. Die Zeitung kündigte zudem für Dienstag ein Interview mit Hassan Al-Thawadi, dem Generalsekretär des katarischen Bewerbungskomitees, an. Dort soll Al-Thawadi auf die genaueren Umstände eingehen und erklären, dass er in Kontakt mit Almajid stand und diese die Informationen schon vorher zurückziehen wollte.

Die Fifa selbst wollte sich zu den neusten Entwicklungen nicht äußern. "Wir haben schon zum wiederholten Male gesagt, dass wir die Vorwürfe nicht kommentieren. Diese Politik wird beibehalten", heißt es in Mitteilung des Weltverbands. Gleichzeitig bestätigte die FIFA aber, eine E-Mail zu den Anschuldigungen erhalten zu haben. Darin behaupte eine Person, Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM-Vergabe für 2022 gemacht zu haben - sie wolle diese Behauptungen aber wieder zurückziehen.

leh

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