Wolfsburg - Freiburg Zahnlose Wölfe

Der VfL Wolfsburg hat offensichtlich das Siegen verlernt. Die Niedersachsen kamen gegen den SC Freiburg nicht über ein Remis hinaus und sind auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht.


Jongleure unter sich: Wolfsburgs Robson Ponte (l.) versucht gegen Levan Kobiaschwili die Kugel zu sichern
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Jongleure unter sich: Wolfsburgs Robson Ponte (l.) versucht gegen Levan Kobiaschwili die Kugel zu sichern

Wolfsburg - Trainer Wolfgang Wolf gerät beim VfL Wolfsburg immer mehr unter Druck. Nur mit Glück und dank eines Freistoßtores von Dorinel Munteanu (67.) kamen die "Wölfe" am Samstag zu einem 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg. Die Wolfsburger, die durch Adel Sellimis Tor (35.) in Rückstand geraten waren, sind trotz des zweiten Punktgewinns in dieser Saison auf den letzten Tabellenplatz gerutscht. "Ich hoffe, wir bleiben ruhig. Man hat gesehen, dass die Mannschaft funktioniert", sagte Wolf nach dem vierten sieglosen Match in Serie und dem schlechtesten Bundesliga-Start der Niedersachsen.

Knurriger Wolf


Wie groß Wolfs Verzweiflung ist und wie unzufrieden er mit der Leistung seiner Elf war, zeigte sich am deutlichsten in der 54. Minute. Der Trainer wechselte gleich drei Spieler auf einen Schlag aus. "Ich habe keine Angst, Maßnahmen zu treffen, die dem einen oder anderen nicht schmecken", knurrte Wolf anschließend.

Wolfsburgs Trainer hatte es schon vor dem Spiel mit der Flucht nach vorne unternommen. Nach den bisher enttäuschenden Leistungen seiner Mannschaft brachte er frisches Blut in die Elf. Mit Tobias Rau und Michael Habryka durften zwei Nachwuchsspieler erstmals von Beginn an in der Bundesliga auflaufen. Während der 19-jährige Habryka im defensiven Mittelfeld eine starke Leistung mit einigen herrlichen Pässen lieferte, wirkte der 20-jährige Rau auf der linken Außenbahn noch überfordert.

"Es fehlt uns das Glück"


Das galt auch für einige andere Wolfsburger. Dem VfL-Spiel fehlte die ordnende Hand. Nur ansatzweise konnte Dorinel Munteanu, der den formschwachen Dietmar Kühbauer ersetzte, dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Die wenigen Chancen waren eher Zufall denn Produkt eines durchdachten Aufbauspiels. "Es fehlt uns auch ein bisschen Glück", beklagte Akonnor die typische Lage eines Schlusslichts.

Bestimmend waren, ohne wirklich zu überzeugen, die Gäste aus Freiburg. Sie waren die ballsicherere Mannschaft, auch wenn ihr schnelles Kurzpassspiel nicht immer funktionierte. Dass sie auch andere Mittel beherrschen, zeigten sie bei der Führung in der 35. Minute, als Sellimi eine Flanke von Tobias Willi nur noch einköpfen musste. Zuvor hatten Levan Kobiaschwilli (9.) und Stefan Müller (24.) Chancen vergeben. Nach der Pause besaß Soumaila Coulibaly (55.) die beste Möglichkeit. "Wir waren zwei Drittel der Spielzeit die bessere Mannschaft. Da kann man mit dem 1:1 nicht zufrieden sein", sagte Freiburgs Manager Andreas Rettig.

VfL Wolfsburg - SC Freiburg 1:1 (0:1
0:1 Sellimi (35.)
1:1 Munteanu (67.)
Wolfsburg: Reitmaier - Greiner, Petkovic, Kryger - Karhan (53. Petrow), Habryka (53. Kennedy), Akonnor, Rau (53. Kühbauer) - Munteanu - Ponte, Rische
Freiburg: Golz - Müller, Diarra - Kehl - Willi, Zeyer, Kobiaschwili, Coulibaly, Iaschwili (81. Hermel) - Sellimi, Tanko (61. Ramdane)
Schiedsrichter: Steinborn (Sinzig)
Zuschauer: 11.766
Gelbe Karten: Greiner, Kennedy - Kobiaschwili (2)



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