Wolfsburg-Trainer Magath soll zu Schalke wechseln

In der Bundesliga bahnt sich ein spektakulärer Transfer an: Übereinstimmenden Zeitungsberichten zufolge soll Felix Magath, derzeit Trainer des VfL Wolfsburg, vor einem Wechsel zu Schalke stehen. Dessen Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies dementierte eine Einigung.

Hamburg - Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" und des "Kölner Express" sollen sich Felix Magath, derzeit in Personalunion Trainer und Manager beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg, und Schalke 04 über eine Zusammenarbeit ab der kommenden Saison geeinigt haben. Auch beim Ruhrgebietsclub soll Magath beide Ämter übernehmen, die nach den Entlassungen von Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller derzeit vakant sind. Im Vorfeld hatten sich, so die "Stuttgarter Zeitung" weiter, der 55-Jährige und der VfL Wolfsburg aus finanziellen Gründen nicht auf eine vorzeitige Verlängerung des bis 2010 laufenden Vertrages einigen können.

Trainer Felix Magath: Bald in Gelsenkirchen?

Trainer Felix Magath: Bald in Gelsenkirchen?

Foto: DPA

Aus dem Schalker Umfeld war zu hören, dass sich Magath und die Gelsenkirchener schon Anfang April - ausgerechnet kurz nach dem 5:1-Sieg des VfL gegen Bayern München - auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben sollen.

Schalke wollte die Meldungen über eine Verpflichtung von Magath als Trainer und Manager nicht kommentieren. "Es gibt von uns keine Wasserstandsmeldungen", sagte Schalkes Geschäftsführer Peter Peters am Mittwoch. "Wir geben unsere Entscheidung am 23. Mai bekannt. Wir kommentieren keine Kandidaten und sagen auch nichts über die Verfahrensweise."

Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender von FC Schalke 04, hat hingegen eine Einigung mit Wolfsburg und Magath dementiert. "Das stimmt nicht", sagte Tönnies der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwochabend. Diese Spekulationen würden sich seit dem Mittag halten, "aber wir beteiligen uns nicht und bleiben dabei, nach dem 23. Mai Entscheidungen bekanntgeben zu wollen", sagte Tönnies weiter.

Allerdings muss bezweifelt werden, dass sich dieses Vorhaben, das wohl die Chancen der Wolfsburger auf den Bundesliga-Titel nicht schmälern soll, trotz des großen öffentlichen Drucks umsetzen lässt.

Der VfL wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern: "Zu der personellen Entwicklung im Verein gibt es keine Stellungnahme", teilte der Bundesligist am Donnerstag mit. Magaths Vertrag beim VfL Wolfsburg läuft noch bis 2010. Beim VfL Wolfsburg ist Magath seit Beginn der vorletzten Saison dreifach tätig, als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer. Im Sommer 2007 gekommen, krempelte der mit unvergleichbar vielen Kompetenzen ausgestattete Magath alles um und durfte viel Geld investieren. Er führte den jahrelang gegen den Abstieg kämpfenden Verein schon im ersten Jahr in den Uefa Cup. Mehr als 30 Spieler hat Magath bisher geholt, durfte dabei allein für die Italiener Andrea Barzagli und Cristian Zaccardo etwa 20 Millionen Euro ausgeben. Nun steht er mit dem rundum erneuerten Team auf Platz eins der Bundesliga und gilt als Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft.

Seit Wochen wird über einen neuen Kontrakt für Magath gesprochen. VfL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Grühsem hatte schon Ende des vergangenen Jahres eine vorzeitige Vertragsverlängerung zum Thema gemacht. "Die Vereinsführung ist daran interessiert, mit Felix Magath weiterzuarbeiten", sagte Grühsem. Der VfL wollte zu den Gerüchten um Magath am Mittwoch zunächst keinen Kommentar abgeben.

Magath hatte noch Ende März erklärt, dass er sich eine Verlängerung seines bis Sommer 2010 datierten Vertrags "sehr gut vorstellen" könne: "Da wird es in nächster Zeit Gespräche geben." Zugleich schränkte er mit Blick auf mögliche Verstärkungen ein: "Es muss vorab aber geklärt werden, wie es in der nächsten Saison weitergeht. Auch da stehen Entscheidungen an."

Der im Januar 2007 bei Bayern München entlassene Trainer hatte zudem personelle Unterstützung für sich gefordert, weil die Arbeitsbelastung mit dem Erfolg gestiegen sei. Offensichtlich reicht dem früheren Nationalspieler die Unterstützung durch Pablo Thiam nicht, der offiziell als Assistent der Geschäftsführung tätig ist.

Schalke ist seit den Entlassungen von Müller und Rutten auf Personalsuche. Dabei gab es schon einige Absagen, darunter von Oliver Kahn und Heribert Bruchhagen. Auch die Idee mit Slaven Bilic als Interimscoach scheiterte. Schließlich übernahm das Trio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck die Trainingsarbeit. Bisher sind die früheren Schalke-Spieler unbesiegt.

jar/sid/dpa
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