Fotostrecke

Europa League: Verlieren streng verboten

Foto: Peter Steffen/ dpa

Deutsche Teams in der Europa League So früh schon so viel Druck

Kein Sieg zum Auftakt, dafür reichlich Nervenflattern: Wolfsburg und Gladbach stehen vor dem zweiten Europa-League-Spieltag unter Druck. Doch das ist längst nicht die einzige Sorge bei den beiden Klubs aus der Bundesliga.
Von Ronny Zimmermann

Hamburg - Als die deutschen Mannschaften vor zwei Wochen in die Europa League starteten, erinnerten sie sich an alte Zeiten. Dann aber merkten sie, wie hart die Realität ist. Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach verpassten zum Auftakt einen Sieg. Im zweiten Gruppenspiel am Donnerstagabend wird ein Sieg benötigt.

VFL WOLFSBURG - OSC LILLE

(ab 19.00 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: Sky)

Die Ausgangslage

Was international zählt, bekam Wolfsburg direkt im ersten Gruppenspiel mitgeteilt. Beim FC Everton verlor der Bundesligist 4:1. Zu viele Fehlpässe, schlechte Chancenverwertung und einige Abstimmungsprobleme - Wolfsburg blieb weit hinter dem eigenen Anspruch. Umso deutlicher fordert Trainer Dieter Hecking vor dem zweiten Spiel am Donnerstagabend gegen OSC Lille: "Drei Punkte - egal wie. Ich will, dass wir Kampf zeigen." Für das Weiterkommen wäre ein Sieg enorm wichtig. Die Franzosen haben zum Auftakt 1:1 gegen FK Krasnodar gespielt.

Das Thema

Ricardo Rodríguez. Der Außenverteidiger ragt aus der Wolfsburger Mannschaft heraus. Seine Flankenläufe und Standards sorgen regelmäßig für Gefahr. Zudem hat er bereits drei Bundesliga-Tore erzielt. Es könnte alles perfekt sein, wären da nicht die Wechselgerüchte um den Schweizer. Manchester United, FC Liverpool, seit neuestem wohl auch der FC Bayern - die Liste der angeblichen Interessenten ist lang. "Es macht keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Ich denke nur an das nächste Spiel", sagt Rodríguez (Vertrag bis 2016). Klingt vorbildlich. VfL-Manager Klaus Allofs schiebt dennoch hinterher: "Wir werden nicht in Versuchung kommen, ihn vorzeitig abzugeben."

kicker.tv

Das Personal

Ist nahezu komplett. Mittelfeldspieler Kevin de Bruyne und Verteidiger Sebastian Jung, beide zuletzt angeschlagen, sind rechtzeitig fit. Für den Angriff kann Trainer Hecking zwischen Ivica Olic oder Nicklas Bendtner wählen.

Die Fakten

Wolfsburg hat bislang zwei Gesichter gezeigt. Beim Sieg gegen Bayer Leverkusen (4:1) überzeugte das Team. Eine Woche später zeigte es in Berlin (0:1) eine fragwürdige Leistung. Die "Wölfe" müssen ihre Balance zwischen Offensive und Defensive verbessern. Bislang kassierten sie in jedem Pflichtspiel mindestens ein Gegentor. Wie es gehen kann, macht ausgerechnet der Gegner in der Europa League vor: OSC Lille hat in acht Partien erst zwei Gegentore hingenommen. Bei den Franzosen dirigiert Simon Kjaer die Abwehr - ein Ex-Wolfsburger.

FC ZÜRICH - BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

(ab 21.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: Kabel 1 und Sky)

Die Ausgangslage

Hat durchaus ihren Reiz. Obwohl erst ein Spieltag absolviert ist, stehen beide Teams unter Druck. Gladbach erreichte im Heimspiel nur ein 1:1 gegen Villarreal. Der FC Zürich verlor 2:3 bei Apollon Limassol aus Zypern. Ein weiterer Ausrutscher würde die nächste Runde in weite Ferne rücken lassen. Was Mut macht, ist der glänzende Bundesliga-Start der Gladbacher: Nach sechs Partien stehen sie ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz.

Das Thema

Alles dreht sich in diesen Tagen um Lucien Favre. Der Trainer der Borussen kehrt zu seinem alten Verein zurück. Zwischen 2003 und 2007 hatte er den FC Zürich zu zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg geführt. "Ich hatte hier fantastische Jahre. Wenn ich an diese Tage zurückdenke, kommen viele schöne Erinnerungen hoch", sagt er. Er hat verfolgt, wie sich sein einstiger Verein entwickelt hat, kennt die Mannschaft genau und warnt: "Sie haben einige Spieler, die in Eins-zu-Eins-Situationen den Unterschied machen können." Man kann davon ausgehen, dass Taktikexperte Favre bereits ein Mittel dagegen gefunden hat.

Fotostrecke

Fußballstadien: Europas Top-Arenen

Foto: A2800 epa Andy Rain/ dpa

Das Personal

Gladbach muss auf zwei Leistungsträger verzichten. Weltmeister Christoph Kramer (Wade) und Stürmer Raffael (Oberschenkel) fallen aufgrund muskulärer Probleme aus. Umso wichtiger wird Granit Xhaka. Der "Sechser" kam in den ersten zehn Pflichtspielen die vollen 900 Minuten zum Einsatz. Xhaka dirigiert die Defensive und baut das Spiel auf. Vor zwei Jahren zahlte die Borussia eine Ablöse von neun Millionen Euro an den FC Basel für den damals 19-Jährigen. Allmählich zeigt sich, warum. "Am Anfang war es nötig, ein paar Sachen zu korrigieren. Aber er hat gelernt", sagt Trainer Favre.

Die Fakten

Sind schnell zusammengefasst. Das Spiel am Donnerstagabend ist eine Premiere: Noch nie sind sich Gladbach und der FC Zürich in einem Pflichtspiel begegnet. Überhaupt hat die Borussia noch keine Partie in einem internationalen Wettbewerb gegen Schweizer Mannschaften absolviert. Entsprechend groß ist die Vorfreude: Etwa 8.000 Borussia-Fans werden im Züricher Stadion "Letzigrund" erwartet.