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Bundesliga-Abstiegskampf: Willensstarke Wolfsburger, kraftlose Kölner

Foto: Peter Steffen/ dpa

Wolfsburger Sieg gegen Köln Mandzukic und Dejagah lassen Magath jubeln

Der VfL Wolfsburg hat das Keller-Duell gegen den 1. FC Köln gewonnen. Die harmlosen Gäste stellten das angeschlagene Team von Trainer Felix Magath vor wenig Probleme. Mario Mandzukic und Ashkan Dejagah trafen doppelt und nährten die Hoffnungen auf den Klassenerhalt.

Hamburg - Der Druck war groß: Werder Bremen, der 1. FC Kaiserslautern und der VfB Stuttgart hatten am Samstagnachmittag alle gewonnen. Die Konkurrenten des VfL Wolfsburg im Kampf um den Klassenerhalt hatten vorgelegt. Der Deutsche Meister von 2009, vom Sturz in die Zweitklassigkeit bedroht, stand unter Zugzwang. Die auswärts harmlosen Kölner kamen da als Aufbaugegner gerade recht.

Am Ende stand ein müheloser 4:1 (2:1)-Erfolg, es war für den Coach der erste Sieg bei seinem neuen, alten Arbeitgeber - und womöglich der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Die Treffer für Wolfsburg erzielten Mario Mandzukic (14. Minute/39.) und Ashkan Dejagah (58./88.), für Köln war Andreas Freis erfolgreich (40.). Der VfL bleibt mit nun 32 Punkten zwar auf dem Relegationsrang 16, hat aber wieder Anschluss an Frankfurt und Köln, das als 14. (35 Punkte) nun selbst wieder um den Klassenerhalt zittern muss.

Magath zeigte sich über den Sieg "riesig erleichtert. Das war ein Ergebnis, das wir unbedingt gebraucht haben." Sein Kölner Kollege Frank Schaefer beklagte nach 15 Gegentoren in den vergangenen drei Auswärtsspielen: "Fakt ist, dass wir auswärts viel zu leichte Gegentore bekommen. Es ist momentan schwer zu erklären."

Nur ein Erfolg aus den vergangenen elf Bundesligapartien: Die jüngere Bilanz des VfL ist die eines Absteigers. Doch nach dem enttäuschenden Auftritt beim 2:2 gegen den FC St. Pauli am vergangenen Spieltag zeigte die Mannschaft gegen Köln eine deutlich bessere Leistung - auch wenn das Spiel mit einer Schrecksekunde für den VfL begann.

Nach einer Ecke stand Kölns Sebastian Freis im Strafraum frei, traf mit seinem Schuss aber nur die Latte (2.). Auf der Gegenseite verpasste Grafite im Anschluss an einen Diego-Freistoß die Führung für die Gastgeber. Wenig später hatte der brasilianische Stürmer bereits den Torjubel auf den Lippen, doch der 32-Jährige stand bei seinem Treffer im Abseits (6.).

Köln, die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga (sechs Punkte aus 15 Partien), bettelte um den Gegentreffer - und bekam ihn. Diego kam bis zur Grundlinie durch, passte in die Mitte, wo Mandzukic aus kurzer Distanz das 1:0 erzielte (14.). Selten in dieser Saison war es Wolfsburg so leicht gemacht worden, in Führung zu gehen.

Schmeichelhafter Kölner Anschlusstreffer

Die Defensive der Magath-Elf war nicht gefordert. Den Gästen, die auf den gelbgesperrten Lukas Podolski verzichten mussten, fiel nichts ein. Selbst aussichtsreiche Standardsituationen vergab Köln kläglich. Milivoje Novakovic drosch einen Freistoß aus etwa 20 Metern in die Mauer (21.). Sonst war nichts.

Fast hätte Wolfsburg den Gästen geholfen. Arne Friedrichs Querschläger nach einer Kölner Hereingabe strich knapp am eigenen Tor vorbei (25.). Statt Gegenwehr des Gegners sahen die Zuschauer, wie der VfL nach der ersten guten Kombination seit dem Führungstor erhöhte. Marcel Schäfer flankte von links, im Fünfmeterraum sprang Mandzukic höher als Kölns Mohamad und köpfte zum 2:0 ein (39.). Das Spiel schien entschieden.

Doch aus dem Nichts kassierte Wolfsburg noch vor der Pause ein Gegentor. Einen haltbaren Schuss von Sebastian Freis konnte Benaglio nicht unter Kontrolle bringen, der Ball trudelte zum schmeichelhaften Kölner Anschlusstreffer über die Linie (40.). Erneut Mandzukic hätte den alten Abstand wieder herstellen können, der Kroate scheiterte aber an Kölns Torwart Michael Rensing (42.).

Er stand auch Sekunden nach Wiederanpfiff im Mittelpunkt: Nach einer Ecke klärte Rensing einen Kopfball von Wolfsburgs Jan Polak (46.) reaktionsschnell. Der Keeper war der einzige, der sich gegen die Niederlage wehrte. In der 58. Minute war aber auch er machtlos. Weil seine Mannschaft viel zu weit aufgerückt war, konnte Wolfsburg fast ohne Gegenwehr kontern. Grafite bediente den eingewechselten Dejagah, der mit einem Linksschuss zum 3:1 vollstreckte.

Köln hatte durch Freis die große Chance, nochmal ins Spiel zurückzukommen. Doch der Angreifer verzog frei vor Benaglio kläglich (66.). Wolfsburg befand sich in einer komfortablen Situation: Hinten konnte der Gegner die wenigen Chancen nicht nutzen, vorne ließ es sich nun noch ungestörter kombinieren. Nachdem Kölns Novakovic verzogen hatte (74.), scheiterte Diego an Rensing (79.). Die Gastgeber hätten bei konsequenter Spielweise längst höher führen können.

Den Schlusspunkt gegen resignierende Kölner setzte erneut Dejagah, der nach Zuspiel von Mandzukic zum 4:1 einschob (88.). Trainer Magath durfte sich am Ende doppelt freuen. Sein Team sicherte sich nicht nur den dringend benötigten Sieg, sondern schonte in der Schlussphase auch noch die Kräfte. In den letzten drei Saisonspielen bei Werder Bremen, gegen Kaiserslautern und in Hoffenheim warten deutlich schwerere Aufgaben.

Bei Gegner Köln herrschte Frust: "Wir reden seit Wochen von einem komfortablen Vorsprung. Jetzt aber haben wir nur noch ein Polster von drei Punkten und müssen aufpassen", warnte Torwart Rensing.

VfL Wolfsburg - 1. FC Köln 4:1 (2:1)
1:0 Mandzukic (14.)
2:0 Mandzukic (39.)
2:1 Freis (40.)
3:1 Dejagah (58.)
4:1 Dejagah (88.)
Wolfsburg: Benaglio - Riether, Kjaer, Arne Friedrich, Marcel Schäfer - Josue - Polak (66. Hasebe), Cicero (34. Dejagah) - Diego - Grafite (81. Madlung), Mandzukic
Köln: Rensing - Brecko, Geromel, Mohamad, Eichner - Lanig (64. Matuschyk), Yabo (78. Sanou) - Freis, Jajalo, Clemens (63. Chihi) - Novakovic
Schiedsrichter: Günter Perl
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

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