DFB-Affäre ZDF will Grindel nicht zurück

Ex-DFB-Chef Reinhard Grindel wird beim ZDF wohl kein journalistisches Comeback erleben. Der Sender gab ein juristisches Gutachten in Auftrag, um ein mögliches Rückkehrrecht zu klären. Senderboss Bellut äußerte sich intern eindeutig.

Reinhard Grindel bei seiner Rücktrittserklärung als DFB-Präsident
Alexander Scheuber/Getty Images

Reinhard Grindel bei seiner Rücktrittserklärung als DFB-Präsident

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Vor seiner Zeit beim DFB war Reinhard Grindel nicht nur Bundestagsabgeordneter. Von 1992 bis 2002 war er als Redakteur beim ZDF, zuletzt als Leiter des Brüsseler Büros. Ob er aus dieser Zeit ein Rückkehrrecht zum Sender hat, ist umstritten. Grindel selbst scheint sich das nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident jedoch vorstellen zu können. Er soll jedenfalls bei ZDF-Intendant Thomas Bellut in der Sache vorgesprochen haben.

Bellut selbst hat noch nicht über die Frage entschieden. Intern hat er jedoch klar gemacht, dass er eine Rückkehr Grindels auf dessen alten Posten ablehne. Eine journalistische Tätigkeit des Ex-DFB-Chefs komme für ihn nicht infrage. Es sei unvorstellbar, dass Grindel für das ZDF etwa Sport oder Politik kommentiere.

Das ZDF gab zudem ein Gutachten in Auftrag, das die juristischen Fragen klären soll, bestätigte ein ZDF-Sprecher. Bundestagsabgeordnete haben unter bestimmten Umständen ein Rückkehrrecht, wenn sie zuvor beispielsweise in öffentlich-rechtlichen Sendern gearbeitet haben. Bei Grindel ist fraglich, ob dieses Recht noch besteht. Laut ZDF-Sprecher werde das Ergebnis des Gutachtens für die nächsten Tage erwartet und dann eine Entscheidung getroffen.

Heute wurde zudem bekannt, dass Grindel auch auf seine Ämter bei den internationalen Fußballorganisationen Uefa und Fifa verzichtet.



insgesamt 32 Beiträge
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sven2016 10.04.2019
1. Ob eine juristische Prüfung dieser
und ähnlicher Fragen immer gleich hochtragend als Gutachten bezeichnet werden muss? ARD und ZDF haben Unmengen an hauseigenen Juristen, die regelmäßig Tatbestände klären helfen. Entscheiden kann das im Streitfall sowieso nur ein Gericht. Dann werden vermutlich mehrere Gutachter benötigt.
lazyfox 10.04.2019
2. Ja, also ich will den auch nicht haben
Techniker und Hanwerker werden ja gesucht aber solche Typen sind dazu eher nicht zu gebrauchen. Erstens braucht man wirklich Ahnung und Geräte wie die Physik lassen sich so schlech bequatschen. Kneipen gibt es eigentlich auch genug. Versicherungsvertreter? Könnte gehen. Obwohl, meinen könnte er nicht ersetzen, den halte ich für einen ehrlichen Kerl.
dr.schnabel 10.04.2019
3. genau
Zitat von sven2016und ähnlicher Fragen immer gleich hochtragend als Gutachten bezeichnet werden muss? ARD und ZDF haben Unmengen an hauseigenen Juristen, die regelmäßig Tatbestände klären helfen. Entscheiden kann das im Streitfall sowieso nur ein Gericht. Dann werden vermutlich mehrere Gutachter benötigt.
dann nicht mehr, denn es geht ja nur um Recht. Und das kann das Gericht selbst (jedenfalls meist). Da mihi factum, dabo tibi ius ...
pr8kerl 10.04.2019
4. Wie soll das gehen?
Wie soll ein ehemaliger CDU-Politiker neutral im ZDF Politik kommentieren? Das würde die CDU vielleicht gut finden, die anderen Parteien im Fernsehrat würden das ständig anprangern. Geht also nicht. Als ehemaliger DFB-Präsident wäre Grindel auch kein neutraler Sport-Kommentator, und er würde es als Abstieg empfinden, plötzlich Oliver Bierhoff das Mikrofon unter die Nase zu halten. Vielleicht findet das ZDF was für ihn im Bereich Marketing, Planung oder Rechtekauf. Und ehrlich gesagt muss man Herrn Grindel auch nicht versorgen wie so viele abgehalfterte Politiker. Sollte er nicht drei, vier Millionen Euro zurückgelegt haben kann er doch in der freien Wirtschaft arbeiten.
der Pöter 10.04.2019
5. Schon alleine die Tatsache,
das so Leute überhaupt in vom Steuerzahler bezahlte Instituionen zurück dürfen. Gegangen ist gegangen. Aber da das ZDF ja finanziell fett gepolstert ist kann man es ja ruhig einfach so machen. Beim Seibert gilt das ja auch. Einfach so. Ich nenne das Abzocke auf höchstem Niveau!
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