Zidane-Beleidigung Fifa eröffnet Verfahren gegen Materazzi

Gegen Zinedine Zidane ermittelt die Fifa bereits, nun drohen auch dem Italiener Marco Materazzi ernste Konsequenzen: Die Disziplinarkommission der Fifa hat heute ein Verfahren gegen den Abwehrspieler eingeleitet. Auslöser dafür war der gestrige TV-Auftritt Zidanes.


Zürich - Der Fußball-Weltverband will die Umstände des Vorfalles im Berliner Olympiastadion genau klären. Dazu muss Zidane zunächst bis zum 18. Juli eine Stellungnahme einreichen. Danach wird diese Materazzi zur Kenntnisnahme vorgelegt, ehe der Italiener selbst Stellung beziehen muss.

Italiener Materazzi: Weltverband ermittelt
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Italiener Materazzi: Weltverband ermittelt

Für den 20. Juli erhielten beide Spieler die Vorladung zu einer Gegenüberstellung vor der Disziplinarkommission. Vorgesehen ist, dass die Disziplinarkommission am gleichen Tag eine Entscheidung fällen wird.

Materazzi betonte in einem Interview mit der
"Gazzetta dello Sport" erneut, er habe Zidanes Ausraster provoziert. Der 32-Jährige erklärte, er habe Zidanes Schwester, nicht aber dessen Mutter beleidigt, wie es der Franzose am Vortag in einem Interview behauptet hatte. "Das, was ich gesagt habe, hatte nichts mit Religion, Politik oder Rassismus zu tun", sagte Materazzi darüber hinaus.

Zidane hatte gestern erklärt, dass ihn der italienische Verteidiger mit "sehr persönlichen und harte Worten" gegen seine Mutter und Schwester beleidigt habe. Wegen des Kopfstoßes war Zidane von Schiedsrichter Horacio Elizondo in der 110. Minute des Feldes verwiesen worden. Die Fifa hatte bereits am Dienstag ein Disziplinarverfahren gegen den Franzosen eingeleitet.

Materazzi ergänzte unterdessen: "Ich habe meine eigene Mutter mit 15 Jahren verloren, und nicht einmal heute kann ich über sie sprechen, ohne dass mir Tränen in die Augen steigen", so Materazzi: "Ich könnte niemals eine Mutter beleidigen, und erst jetzt erfahre ich, dass Zidanes Mutter auch gesundheitliche Probleme hat. Ich wünsche ihr eine baldige Genesung."

Die scheint stinksauer auf den Italiener zu sein, zumindest wenn man der Boulevardpresse glaubt. Lippenleser wollen nach Ansicht der TV-Bilder von dem Kopfstoß herausgefunden haben, dass Materazzi zu Zidane sagte: "Sohn einer Terroristen-Hure". Der "Daily Mirror" zitiert Zidanes Mutter Malika daraufhin mit den Worten: "Wenn er das wirklich gesagt hat, möchte ich seine Eier auf dem Tablett serviert haben." Sie sei stolz darauf, "dass er die Familienehre verteidigt hat".

pav/dpa/sid



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