Zurück am Riederwald Möller-Comeback perfekt

Die spektakuläre Rückkehr des ehemaligen Nationalspielers Andreas Möller zum Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist perfekt. Bis Saisonende wird der 35-Jährige gegen den Ball treten, danach soll Möller als Vorstandsassistent fungieren.


 Vor elf Jahren war Eintracht Frankfurt mit Andy Möller ein Spitzenteam
AP

Vor elf Jahren war Eintracht Frankfurt mit Andy Möller ein Spitzenteam

Frankfurt am Main - "Das ist eine emotionale Entscheidung", sagte der gebürtige Frankfurter Möller, der bereits von 1985 bis 1988 und von 1990 bis 1992 bei den Hessen spielte, in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Er sei bereit zu helfen und werde auch über die Schmerzgrenze gehen.

Bereits am 14. September will der Welt- und Europameister, der am Sonntag am Riederwald vorgestellt werden soll, im Meisterschaftsspiel bei Borussia Mönchengladbach dabei sein. Er beanspruche keinen Freifahrtschein, stellte Möller klar. Die Frankfurter Eintracht verstärkte sich am Samstag zudem mit dem 24 Jahre alten brasilianischen Abwehrspieler Chris bis zum Saisonende (ablösefrei/zuletzt FC St. Pauli).

Nach der Saison soll Möller hinter den Kulissen mithelfen, als Assistent des Vorstandes in den Bereichen Sport, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit die Fäden zu ziehen. "Ich will für die Eintracht Türen öffnen", sagte Möller mit Blick auf seine 18-jährige Profi-Laufbahn und die in dieser Zeit zu Stande gekommenen Kontakte.

Ausschlaggebend für die Verpflichtung Möllers, der für die Frankfurter in 104 Bundesligaspielen 33 Tore erzielte, war dessen starke emotionale Bindung an seine alte Heimat. In den Gesprächen mit Trainer Willi Reimann, dem die endgültige Entscheidung oblag, sei deutlich geworden, "wie groß Andreas Möllers Verbundenheit zur Eintracht und der Region Frankfurt/Rhein Main nach wie vor ist", hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins. .

"Sogar die Handwerker in meinem Haus haben mich gedrängt, wieder zur Eintracht zu kommen", sagte Möller, der vor wenigen Tagen ein schmuckes Haus im nahe gelegenen Bad Homburg bezog. Dass er nun um den Klassenverbleib kämpfen muss, sei für ihn "schon etwas ganz Neues", räumte Möller ein, "weil ich eigentlich immer bei Spitzenmannschaften gespielt habe". Neben Dortmund und Schalke, wo er vor sieben Wochen seine Bundesliga-Karriere für beendet erklärt hatte, stand der Frankfurter auch in Diensten des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin.

Dagegen belegt die Eintracht, die zwei Tage vor Möllers Verpflichtung mit der Abberufung des Vorstandsvorsitzenden Peter Schuster den vorläufigen Höhepunkt in einem schlagzeilenträchtigen Führungschaos erreicht hatte, mit nur einem Punkt aus den ersten vier Bundesliga-Spielen den Abstiegsrang 16.



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