Zwangsabstieg Fans des FC Genua verwüsten Innenstadt

Brennende Mülltonnen, umgekippte Autos, in der Luft liegt der beißende Geruch von Tränengas. Weil der FC Genua nach einer Spielabsprache in die dritte Liga absteigen muss, randalierten die Tifosi im Stadtzentrum. Mittlerweile hat der Verein vor einem Zivilgericht einen Teilerfolg erreicht.


 Genua-Fans: Tränengas gegen die Randalierer
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Genua-Fans: Tränengas gegen die Randalierer

Genua - Der FC Genua setzt sich gegen den vom italienischen Fußball-Verband (FIGC) beschlossenen Zwangsabstieg in die Serie C wegen Spielmanipulationen zur Wehr. Ein italienisches Zivilgericht, das der norditalienische Club angerufen hatte, sorgte heute für einen Eklat.

Der Genueser Richter Alvaro Vigotti untersagte dem Verband, einen verbindlichen Spielplan für die kommende Saison festzulegen. Der Richter wird am 16. August über den Einspruch des Vereins gegen den Zwangsabstieg entscheiden. Am 29. August beginnt in Italien die neue Saison der Serie A.

Am Montagabend war es wegen der Entscheidung zu schweren Krawallen in Genua gekommen, an deren Ende die Polizei einen 21 Jahre alten Hooligan festnahm. Zwei weitere Randalierer wurden angezeigt. Rund 5000 Fans versammelten sich auf dem Hauptplatz der Hafenstadt und skandierten Slogans gegen Verbandschef Franco Carraro.

Ultras zündeten zudem Dutzende von Autos und Motorrädern an, mehrere Geschäfte in der Innenstadt wurden verwüstet. Die Feuerwehr musste mehrmals einschreiten, um die Brände zu löschen. In der Nähe des Bahnhofes kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Genua-Hooligans und der Polizei.

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Krawalle in Genua: Tränengas und Trümmerteile

Die Berufungskommission des italienischen Verbandes hatte mit ihrem Urteil die getroffene Spielabsprache des Clubs mit dem AC Venedig am letzten Zweitliga-Spieltag der vergangenen Saison geahndet. Der 3:2-Sieg hatte Genua nach zehnjähriger Erstliga-Abstinenz den vermeintlichen Aufstieg in die Serie A gesichert. Der Verein war zuvor mit einem Einspruch beim Olympischen Komitee Italiens (CONI) gescheitert.

Genuas Präsident Ebruci Preziosi und Manager Stefano Capozucca waren zudem für jeweils fünf Jahre gesperrt worden. Auch Manager Francesco Dal Cin darf fünf Jahre lang keine Ämter im Fußball ausüben. Venedigs Spieler Martin Lejsal und Massimo Borgobellow wurden für fünf beziehungsweise sechs Monate gesperrt.



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