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Zwanziger-Nachfolge Niersbach wird neuer DFB-Chef

Der Nachfolge-Kandidat ist gekürt: Generalsekretär Wolfgang Niersbach soll Theo Zwanziger als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes folgen. Auf den 61-Jährigen haben sich die einflussreichen Landesfürsten des DFB am Mittwoch verständigt.

Hamburg - Der nächste Präsident des Deutschen Fußball-Bundes DFB wird Wolfgang Niersbach heißen. Der 61-jährige DFB-Generalsekretär wurde am Mittwoch auf einer Sitzung von DFB-Präsidium und Landesverbänden in Frankfurt am Main als Wunschkandidat für den Posten bestätigt. Niersbach soll damit die Nachfolge von Theo Zwanziger antreten, der spätestens im Herbst kommenden Jahres abtritt. Seine Wahl auf einem außerordentlichen Bundestag des DFB gilt als Formsache.

Wie SPIEGEL ONLINE bereits am Dienstag meldete, war Niersbach am Ende als einziger Anwärter auf das höchste Amt im deutschen Fußball übrig geblieben. Der von Zwanziger als Gegenkandidat ins Gespräch gebrachte frühere Präsident des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, war bei der Sitzung am Vormittag in Frankfurt gar nicht mehr anwesend. Niersbach hatte zu seiner Kandidatur bis zuletzt öffentlich geschwiegen. Der frühere Journalist hatte seit Jahren mit Zwanziger eng zusammengearbeitet. Sein Verhältnis zum scheidenden Vorsitzenden war in den vergangenen Monaten aber angespannter geworden.

Offiziell jedoch hat auch Zwanziger Niersbachs Kandidatur begrüßt: "Ich freue mich, dass sich Wolfgang Niersbach nach intensiver Überlegung bereit erklärt hat, im Oktober 2012 meine Nachfolge als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes anzutreten. Er erhält meine volle Unterstützung." Niersbach selbst erklärte: "Ich habe höchsten Respekt vor diesem Amt. Mir ist bewusst, welch großer Schritt das für mich persönlich bedeutet. Mein Vorteil ist sicher, dass ich den Fußball seit fast 40 Jahren und den DFB in all seinen Facetten seit über 20 Jahren kenne. Ich traue mir die Aufgabe zu, weil ich die breite Rückendeckung spüre."

Niersbach weist eine fast 25-jährige DFB-Karriere auf

Aus der Bundesliga war die Reaktion auf die Personalie positiv. "Die Entscheidung in der Kandidatenfrage ist der richtige Weg, um schnellstmöglich zu klaren Verhältnissen zu kommen", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Niersbach sei "als Mann des Ausgleichs bekannt, der stets die Interessen des gesamten Fußballs im Blick hat und großes Ansehen in allen Bereichen des DFB genießt".

Niersbach blickt auf eine lange DFB-Karriere zurück. Bereits seit 1988 steht er in Diensten des Verbandes - zunächst als Pressechef und Mediendirektor, danach als Vizepräsident des Organisationskomitees der WM 2006. Seit 2007 ist er als Generalsekretär des DFB tätig.

Verlassen konnte sich Niersbach in seiner DFB-Laufbahn stets auf die Unterstützung von Franz Beckenbauer. Als der "Kaiser" Teamchef der Nationalmannschaft war, hatte Niersbach als sein Öffentlichkeitsarbeiter das Vertrauen Beckenbauers erworben. Später organisierten sie gemeinsam die Heim-WM in Deutschland. Noch vor wenigen Tagen hatte Beckenbauer klar gemacht, wen er sich als neuen DFB-Präsidenten wünscht: "Wolfgang Niersbach ist in meinen Augen der Beste."

aha/dpa/sid
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