Überraschung in der 2. Fußball-Bundesliga Siegtor in der Nachspielzeit - abstiegsbedrohte Magdeburger schockieren den HSV

Der Aufstiegskandidat aus Hamburg ist über den 16. der zweiten Liga gestolpert. Das Siegtor für Magdeburg fiel erst in der vierten Minute der Nachspielzeit, zuvor gab es strittige Entscheidungen des Schiedsrichters.

HSV-Profi Rick van Drongelen (r.)
Stuart Franklin / Getty Images

HSV-Profi Rick van Drongelen (r.)


Der Hamburger SV hat überraschend gegen den 1. FC Magdeburg verloren. Der Zweite der 2. Fußball-Bundesliga unterlag den abstiegsbedrohten Gästen 1:2 (1:0). Bakery Jatta hatte die Führung für den HSV erzielt, doch Marius Bülter und Philip Türpitz drehten die Partie in der zweiten Hälfte.

"Das ist in unserer jetzigen Phase Gift. Wie wir die Gegentore kassieren, ist bitter, das darf nicht passieren", sagte HSV-Kapitän Lewis Holtby nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge dem TV-Sender Sky: "Wir waren auch nach vorne nicht entschlossen genug. Wir müssen uns jetzt aufrappeln für das nächste große Spiel in Köln." Am kommenden Montag trifft der HSV im Topspiel auf den Tabellenführer (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Das einzige Tor der ersten Hälfte erzielte der HSV in der 31. Minute. Nach einem Freistoß von Douglas Santos geriet die Kopfballabwehr von Magdeburgs Björn Rother zu kurz. Der Ball sprang Jatta vor die Füße und der Offensivspieler konnte unbedrängt zur Führung treffen. Es war neben einem Schuss aus der Nahdistanz von Holtby (14.) die beste Chance des HSV vor der Pause.

HSV-Torschütze Jatta
Christian Charisius / DPA

HSV-Torschütze Jatta

Schiedsrichter nimmt Elfmeter zurück - und übersieht Handspiel

Auch die Gäste aus Magdeburg hatten gute Möglichkeiten: Felix Lohkemper konnte HSV-Keeper Julian Pollersbeck umkurven und den Ball ins Tor schieben - doch Schiedsrichter Bastian Dankert gab den Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht (22.). Eine strittige Entscheidung. Kurz vor der Halbzeit rettete David Bates noch vor dem einschussbereiten Lohkemper (44.).

Auch in der zweiten Hälfte gab es Schiedsrichter-Aufreger: Zunächst entschied Dankert nach einem Zweikampf im Strafraum zwischen Tobias Müller und Pierre-Michel Lasogga auf Strafstoß - auf Intervention des Assistenten gab es jedoch zu Recht nur Eckball. Dieser hatte die nächste strittige Szene zur Folge: Der Ball sprang nach einem HSV-Kopfball an Müllers Arm. Auch hier gab es keinen Elfmeter (53.).

Dafür konnte wenige Minuten später wieder ein Treffer bejubelt werden - diesmal auf Magdeburger Seite. Bülter war für den Ausgleich verantwortlich (60.). Nach einem Ballverlust des HSV im Mittelfeld spielte Rico Preißinger einen Steilpass in den Lauf des Angreifers, den kein HSV-Verteidiger mehr stören konnte. Auch Pollersbeck konnte nicht eingreifen.

Und es kam noch schlimmer für den HSV: Nach einem Freistoß der Magdeburger sprang der Ball von Rick van Drongelen zu Türpitz. Der Mittelfeldspieler zog aus 15 Metern Entfernung ab - und traf in der Nachspielzeit zum 2:1 (90.+4).

Jubelnde Magdeburger nach dem Siegtreffer
Stuart Franklin / Getty Images

Jubelnde Magdeburger nach dem Siegtreffer

Hamburger SV - 1. FC Magdeburg 1:2 (1:0)
1:0 Jatta (31.)
1:1 Bülter (60.)
1:2 Türpitz (90.+4)
Hamburg: Pollersbeck - Bates, Papadopoulos, van Drongelen - Sakai (76. Narey), Gideon Jung, Mangala, Santos - Holtby (83. Köhlert) - Lasogga, Jatta (67. Berkay Özcan)
Magdeburg: Brunst - Rother (66. Ignjovski), Tobias Müller, Erdmann, Perthel - Kirchhoff (83. Schäfer) - Laprevotte, Preißinger - Türpitz - Lohkemper (64. Beck), Bülter
Schiedsrichter: Bastian Dankert
Zuschauer: 49.82
Gelbe Karten: Holtby (5), Papadopoulos, Narey (4) - Bülter (4), Preißinger (4), Kirchhoff (3), Türpitz (3)

bka/dpa



insgesamt 68 Beiträge
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nextgen 08.04.2019
1. Boah
Also ich habe den HSV die letzten Wochen immer gut geredet.aber das was die da machen im der Liga, ist schon nicht mehr zu akzeptieren.erst gegen Darmstadt,Jetzt Magdeburg.so langsam hätten sie es verdient nicht aufzusteigen.auch wenn sie noch im soll sind ist das nicht normal was für Ergebnisse die erzielen.komisch komisch
colada 08.04.2019
2. Der Schiri war nicht die Ursache !
Seit Ewigkeiten sieht man keine Spielidee - PML kann nicht alle Probleme lösen. Das wird ein deftiger Endspurt. Köln, Berlin, RB werden Einschlagen wie ein Dampfhammer. Was ist nur los beim HSV? Gute Spieler bekommen keine halbwegs konstante Leistung auf den Platz. So in die erste Liga?
pegehh 08.04.2019
3. Peinlich
Hamburg und Fußball gehen seit Jahren nicht zusammen. In der verbleibenden Rückrunde räume ich dem HSV noch zwei Siege gegen Ingolstadt und Duisburg ein, der Rest geht schief und damit der Aufstieg ebenso. Ist auch besser so. Sagt ein Hamburger.
schlegel69 08.04.2019
4. Oha!
Und noch 3 Auswärtsspiele in Köln, bei Union Berlin und in Paderborn. Da ist man schneller 4. in der Tabelle, als man denkt.
achilles2017 08.04.2019
5. In Köln...
gewinnt der HSV, weil die Mannschaft, wie es im Moment aussieht ihre Leistung nur in besonderen Spielen im Pokal oder 2.Bundesliga bringt. Gegen Magdeburg dachten einige mit angezogener Handbremse das Spiel über die Bühne zu bringen. Die Verantwortlichen haben viel zu tun nach dem Aufstieg, die Mannschaft braucht ein anderes Gesicht in der Bundesliga um nicht sofort wieder abzusteigen. Man wird sich von der Hälfte der Mannschaft trennen müssen.
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