Zweitligist in Not 1860 München droht Zwangsabstieg

Die finanziellen Probleme bei 1860 München scheinen offenbar existenziell: Laut eines Medienberichts steht der Zweitligist vor der Pleite. Der Tabellenachte muss bis zum Saisonende Millionen aufbringen - sonst steht der Verein vor dem Gang ins Amateurlager.    

1860-Profi Stahl: Zukunft des Vereins ungewiss
DPA

1860-Profi Stahl: Zukunft des Vereins ungewiss


Hamburg - 1860 München ist offenbar von der Pleite bedroht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" müssen die "Löwen" bis zum Saisonende 3 bis 3,5 Millionen Euro aufbringen, um die laufende Finanzierung des Clubs zu sichern.

Darüber hinaus seien mittelfristig weitere acht bis neun Millionen Euro nötig. Eine Insolvenz würde einen Absturz ins Amateurlager nach sich ziehen. Die Clubspitze will die Öffentlichkeit wohl noch vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen den Karlsruher SC (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) über die prekäre Lage unterrichten.

Bislang haben sich trotz intensiver Suche keine neuen Investoren für den Tabellenachten der Zweiten Liga gefunden. Finanzielle Schwierigkeiten gehören für den Stadtrivalen des FC Bayern München seit Jahren zum Alltag. Im Herbst 2009 ging ein Streit zwischen beiden Vereinen vor Gericht.

Auslöser waren Zahlungen für die Bewirtung der Besucher auf den Business-Plätzen in der Münchner Arena. Der FC Bayern behauptete, die "Löwen" zahlten nur noch einen Bruchteil des vertraglich vereinbarten Betrages - und gewannen den Prozess. 1860, Mieter in dem Stadion, musste nachzahlen.

Im Oktober 2010 wurden 1860 zwei Punkte in der Tabelle wegen unzureichender Angaben im Lizenzierungsverfahren abgezogen.

chp/dpa/sid



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Dosengabel 18.03.2011
1. Dann soll es halt so sein
Als langjähriger Anhänger der 60er hoffe ich, dass irgendein Wunder geschieht (es muss nicht zwingend "Hoeneß" heißen). Auf der anderen Seite wäre ein Neuanfang vielleicht nicht schlecht. Das ist auf jeden Fall die Quittung für den Größenwahn mit dem Stadion, den andere jetzt ausbaden dürfen/werden/müssen.
Polar, 18.03.2011
2. Liebe Sechzger...
...mit Euch leidet ein BVB- und SCP- Fan aus dem Münsterland. Im Moment scheint sich nur die Frage zu stellen, wie tief der Sturz für 60 sein wird. Regionalliga? Bayernliga? Nach dem letzten Zwangsabstieg hat´s lange gedauert, bis die Löwen wieder da waren, wo sie hingehören. Aber mit Blick auf Eure exzellente Nachwuchsarbeit und Eure treue Anhängerschaft ist mir nicht bange. Sechzig kann, muss und wird den absoluten Restart hinlegen - und wie´s aussieht dazu noch an der Grünwalder Straße. Kopf hoch!
leander204 18.03.2011
3. Raus aus der Allianz-Arena!
Für den Niedergang war meiner Meinung der Größenwahn eines Herrn Wildmosers verantwortlich, der unbedingt zum Lokalrivalen FCB aufschließen wollte. Und weil dann einmal in einer Saison Champions-League gespielt wurde, dachte man auf Augenhöhe mit den Roten zu sein. Das werden die 60er aber in absehbarer Zeit nie sein, so dass sie jetzt unbedingt wie Sankt Pauli einen eigenen Charakter im möglichst eigenen Grünwalderstadion entwickeln sollten. Für die Anschubfinanzierung sollte halt die Stadt und die eigenen treuen Fans (zB Fananleihe) mobilisiert werden. Bei der guten Nachwuchsarbeit wäre mir dann um die 60er nicht bange.
HansiPMüller 18.03.2011
4. 1860 = Realitätsverlust
Hoffen und träumen von alten Tagen. Solche Gefühle lassen sich immer wieder leicht verführen von Lichtgestalten und Heilsbringern, die dann letztendlich den Verein mit falschen Versprechen ruinieren. Diese Krankheit basiert auf einem tiefen Realitätsverlust und könnte auch den FC Bayern befallen, wenn die alte Führung so weiter macht und neue Supermänner mit schönen Versprechen am Horizont auftauchen.
danielitinho 18.03.2011
5. warum nicht?
1860 hat - ganeu wie bielefeld jahrelang über seine verhältnisse gelebt, dazu noch den autoreifen in fröttmaning um den hals, der sie immer tiefer in die schulden zieht. ein zwangsabstieg wäre evtl. nicht die schlechteste lösung, um einen neustart hinzubekommen, der sonst in den nächsten jahren so radikal nicht möglich wäre. mit ihrer jugendarbeit sollten die löwen wohl ne gute truppe in der 4 liga hinbekommen, die in zwei jahren um den aufstieg in die 3. liga mitspielen kann. mittelfristig sehe ich die löwen wieder im unterhaus der buli, dann aber auf einem etwas solideren finanziellen fundament. wenn sie diesmal wieder ungeschoren davonkämen, würde das in meinen augen an wettbewerbsverzerrung grenzen. vereine wie osnabrück, paderborn oder union, die hinzugelernt haben und versuchen, finanziell nur das auszugeben, was sie einnehmen, bzw. noch schulden abbauen, würden benachteiligt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.