Zweitligist vor der Pleite 1860 München fehlen acht Millionen Euro

Die Lage ist dramatisch: Zweitligist 1860 München benötigt innerhalb kürzester Zeit acht Millionen Euro. Andernfalls drohen dem Club die Insolvenz und der Zwangsabstieg ins Amateurlager. Die Verantwortlichen wenden sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit.

1860-Geschäftsführer Schäfer: "Ich kann nicht versprechen, dass wir das schaffen"
DPA

1860-Geschäftsführer Schäfer: "Ich kann nicht versprechen, dass wir das schaffen"


Hamburg - "Das ist eine ernste Situation. Ich kann nicht versprechen, dass wir das schaffen", sagte 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer bei einer Pressekonferenz am Freitag. Dabei informierte der Club die Öffentlichkeit über die tatsächliche Lage - und die sieht düster aus. Die "Löwen" benötigen für die laufende Saison noch 3,5 Millionen Euro und für den Erhalt der Lizenz für die kommende Spielzeit 4,5 Millionen Euro. Gelingt das nicht, droht dem Verein eine Insolvenz, die den Absturz ins Amateurlager bedeuten würde.

Angesichts der prekären Lage richteten die Verantwortlichen einen Hilferuf und Appelle an die Öffentlichkeit. Schäfer rief dazu auf, dass "mögliche Geldgeber aus der Deckung kommen, an die wir bisher noch nicht gedacht haben". Er war jedoch auch um Optimismus bemüht: "Solange wir noch Gespräche mit potenziellen Partnern führen, bin ich zuversichtlich."

Den Sechzigern waren bereits im Oktober zwei Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung abgezogen worden. Im Januar erbrachten die Münchner im letzten Moment einen von der Deutschen Fußball Liga geforderten Liquiditätsnachweis über 5,3 Millionen Euro und wendeten damit die Insolvenz zunächst ab.

Club fährt seit Monaten einen drastischen Sparkurs

Seit mehreren Monaten versucht die Vereinsführung, den drohenden finanziellen Kollaps mit einem drastischen Sparkurs abzuwenden. So verfügte der Verein eine zehnprozentige Gehaltskürzung bei Mitarbeitern und Profis. Der Kader wurde deutlich reduziert, auf der Geschäftsstelle wurden sieben Stellen abgebaut.

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist inzwischen aber ungewiss, wie in zwei Wochen die nächsten Monatsgehälter bezahlt werden sollen. Nach SZ-Informationen hat sich bei 1860 auch eine lange Zeit vielversprechende Bankenlösung unerwartet zerschlagen. Selbst Bayern München hatte dem Lokalrivalen bereits unter die Arme gegriffen und die Miete der Allianz-Arena gestundet. Dem Vernehmen nach wären im Juli zwei Millionen Euro an die Arena-GmbH fällig. Sogar die Fernsehgelder dieser Saison sollen bereits verpfändet sein.

ham/sid/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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tomkey 18.03.2011
1. unlösbar?
Wenn das stimmt, bin ich gespannt, wie die den Kopf aus der Schlinge ziehen bzw. was der DFB bei Nichterfüllung entscheiden wird.
Thomas33613, 18.03.2011
2. Geldgeber - Warum sollten Sie?
Eine ähnliche Situation wie bei 1860 erleben "wir" gerade beim DSC Arminia Bielefeld: Ein Verein wird durch Missmanagement in den Ruin getrieben und schwupps erinnern sich die "Verantwortlichen" (Sie sind natürlich nicht für die gegenwärtige Situation verantwortlich - sagen Sie) an die heimischen Geldgeber - sprich Großunternehmen und vermögende Privatpersonen. So wird das wohl auch bei 1860 gelaufen sein und laufen. Aber die Vorstände der Pleitevereine sollten sich mal ernsthaft fragen: Warum sollen die Zielpersonen Geld geben? Warum sollen sie Millionen in ein Schwarzes Loch versenken - Was Gerry Weber, Paul Gauselmann usw hier bei uns bereits getan haben - ? Wegen dem Lokalkolorit? Weil die Regionen Vereine wie 1860 und den DSC in der BL brauchen? So ein Quatsch. Die regionalen Sonnenkönige, zu denen ich auch den Schlachter aus Rheda-Wiedenbrück mit seinem Verein zähle, sollten endlich mal einsehen, das Profifussball ein Geschäft ist, das auch professionell betrieben werden muß. Daher: keinen Cent für Pleitevereine - denn die stehen doch andernfalls in zwei Jahren da, wo sie heute stehen. Nach dem Motto: "Gestern standen wir vor dem Abgrund - heute sind wir einen Schritt weiter"
onkel hape 18.03.2011
3. Schade.
Einfach nur traurig, was aus diesem Traditionsverein geworden ist. Offensichtlich war die Führung des Vereins u. das Managment in den letzten 15 Jahren völlig überfordert u. unfähig. 1860 sollte sich beim großen Bruder, dem erfolgreichen, kerngesunden FC Bayern ein Beispiel nehmen, ihn um Hilfestellung bitten, sich zeigen lassen, wie man heutzutage einen Proficlub führt und kompetente Leute in den Aufsichtsrat u. die Geschäftsführung holen, sonst ist bald Übungsende. Auch die Stadt München sollte sich, schon aus Image-Gründen, an Rettungsmaßnahmen für ihren ältesten Fußball-Club beteiligen.
erkaem 18.03.2011
4. Loddar
Zitat von sysopDie Lage ist dramatisch: Zweitligist 1860 München benötigt innerhalb kürzester Zeit acht Millionen Euro. Andernfalls drohen dem Club die Insolvenz und der Zwangsabstieg ins Amateurlager. Die Verantwortlichen wenden sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,751883,00.html
Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, soll doch Loddar in der nächsten Saison Trainer bei 1860 werden. Vielleicht hat er ja trotz seiner vielen Weibergeschichten und damit verbundenen Abfindungen, noch die 8 Milliönchen im Geldbeutel. Diese Investition ist zwar nicht krisenfester, aber immerhin doch mal was handfestes. Auf ihr 60er - der Franke Loddar (der auch noch viele Jahre bei den Roten gespielt hat) wird euch retten - oder sich nach einem Jahr scheiden lassen.
AllesGrau, 18.03.2011
5. 1982
Zwangsabstieg wegen finanzieller Probleme in die Bayernliga. Völler verlässt 1860 in Richtung Werder. Die Geschichte wiederholt sich. Die Fans wissen das vielleicht noch, die Spieler nicht, weil sie da noch gar nicht geboren waren. Ich werde alt ...
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