Auftakt des Giro d'Italia Van der Poel fährt ins Rosa Trikot, Ewan stürzt kurz vor dem Ziel

Radprofi Mathieu van der Poel hat den Auftakt des 105. Giro d'Italia gewonnen. Auf der ersten Etappe sorgte auch ein Deutscher für Aufsehen.
Beim Zielsprint der ersten Etappe des Giro d´Italia kann der gestürzte Caleb Ewan dem Sieger Mathieu van der Poel nur noch hinterherschauen

Beim Zielsprint der ersten Etappe des Giro d´Italia kann der gestürzte Caleb Ewan dem Sieger Mathieu van der Poel nur noch hinterherschauen

Foto: BERNADETT SZABO / REUTERS

Der niederländische Radprofi Mathieu van der Poel hat den Auftakt des 105. Giro d'Italia gewonnen. Der 27-Jährige vom Team Alpecin-Fenix setzte sich in einem packenden Finish nach 195 Kilometern von Budapest nach Visegrád vor Biniam Girmay aus Eritrea durch und übernahm damit auch das Rosa Trikot des Gesamtführenden.

Von den elf deutschen Fahrern landete keiner unter den Top 10, Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe) überzeugte aber auf dem fünf Kilometer langen Schlussanstieg mit Platz 16 und vier Sekunden Rückstand auf den Sieger. Teamkollege Lennard Kämna griff am Ende beherzt an, wurde aber 800 Meter vor dem Ziel gestellt.

Der niederländische Radrennfahrer Mathieu van der Poel im Rosa Trikot des Führenden nach der ersten Etappe des Giro d´Italia

Der niederländische Radrennfahrer Mathieu van der Poel im Rosa Trikot des Führenden nach der ersten Etappe des Giro d´Italia

Foto: BERNADETT SZABO / REUTERS

Im Schlussspurt stellte van der Poel seine Topform unter Beweis. Der Niederländer hatte Anfang April die Flandern-Rundfahrt für sich entschieden. Überschattet wurde das Finale von einem Sturz des australischen Sprintstars Caleb Ewan, der in aussichtsreicher Position zu Fall kam. Der 27-Jährige konnte bereits jeweils fünf Etappen beim Giro und der Tour de France für sich entscheiden.

Italienische Ausreißer führen lange

Weite Teile der ersten Etappe der zweitwichtigsten Radsport-Landesrundfahrt nach der Tour de France hatte ein italienisches Duo für Aufsehen gesorgt: Mattia Bais und Filippo Tagliani vom Team DRA fuhren vorübergehend mehr als zehn Minuten Vorsprung heraus, wurden aber knapp 14 Kilometer vor dem Ziel eingeholt.

Der Start des Giro, die Grande Partenza, war zum ersten Mal nach Ungarn vergeben worden. Und das, obwohl überhaupt erst fünf ungarische Fahrer an dem Tranditions-Rennen teilgenommen haben, zuletzt Marton Dino im Vorjahr. Zu Beginn der Etappe kam es zu einer kuriosen Szene: Während sonst aufgeregte Fans schreiend neben ihren Idolen auf den Fahrrädern herlaufen, waren es diesmal fünf Reiter der königlich ungarischen Garde. Sie versuchten auf einem Nebenpfad mit dem Peloton Schritt zu halten, mussten aber nach kurzer Zeit beidrehen.

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Vorjahressieger Egan Bernal konnte nach seinem schweren Unfall Ende Januar in Kolumbien, wo er bei einer Trainingsfahrt in einen parkenden Bus gerast war, nicht am Rennen teilnehmen. Der 25-Jährige lag tagelang auf der Intensivstation und es war unklar, ob er überleben würde. Sein Team geht stattdessen mit dem ebenfalls als Favoriten gehandelten Richard Carapaz an den Start, der sich auf der ersten Etappe den sechsten Platz sichern konnte.

Am Samstag steht das erste von zwei Einzelzeitfahren auf dem Programm, die neun Kilometer durch Budapest sollten jedoch nicht für große Abstände im Gesamtklassement sorgen. Der Ausflug nach Ungarn endet am Sonntag mit der Etappe von Kapsovar nach Balatonfüred, ehe es auf der vierten Etappe in Italien schon ernst wird und auf den Ätna geht – den höchsten aktiven Vulkan Europas. Der Giro endet nach 3410 km am 29. Mai in Verona.

vgl/sid