Streit um neue Tour Golfstar Mickelson zieht sich von der PGA Championship zurück

Vor einem Jahr hat er im Alter von 50 Jahren die PGA Championship gewonnen und Geschichte geschrieben. Nun verzichtet Phil Mickelson auf die Titelverteidigung – weil er für eine umstrittene Golfserie antreten will.
Phil Mickelson bei der PGA-Championship im vergangenen Jahr (Bild von Mai 2021)

Phil Mickelson bei der PGA-Championship im vergangenen Jahr (Bild von Mai 2021)

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Chris Carlson / AP

US-Golfstar Phil Mickelson wird seinen Titel bei der PGA Championship in der kommenden Woche nicht verteidigen. Sie seien informiert worden, dass der 51-Jährige zurückgezogen habe, teilten die Veranstalter am Freitag mit.

Die PGA Championship beginnen am Donnerstag in Tulsa/Oklahoma. Im vergangenen Jahr hatte Mickelson das Turnier auf Kiawah Island gewonnen und war im Alter von 50 Jahren zum ältesten Majorsieger der Golfgeschichte geworden.

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Mickelson liegt mit der PGA Tour im Streit und hatte ihr dieses Jahr »unausstehliche Gier« vorgeworfen. Die PGA Tour hatte zuletzt erklärt, dass sie Spielern eine Teilnahme am Auftaktevent der neuen, rivalisierenden und millionenschweren LIV Golf Invitational Series in London verbiete.

Die neue Liga soll am 9. Juni starten, es handelt sich um acht Veranstaltungen mit üppigen Preisgeldern. Neben Turnieren in Großbritannien, den USA und Thailand findet ein Event auch in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda statt. Die Serie soll auch auf mehreren Golfplätzen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ausgespielt werden. Der Auftakt in London ist mit 20 Millionen US-Dollar dotiert, allein der Sieger bekommt vier Millionen Dollar Preisgeld.

Die Veranstaltungsreihe steht jedoch in der Kritik, nicht zuletzt, weil das Geld von einem saudi-arabischen Konsortium beigesteuert wird. Erst am Donnerstag irritierte Ex-Golfprofi und Unternehmer Greg Norman, CEO und Gründer der Turnierserie, mit Aussagen über den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi, als er mit den Menschenrechtsverletzungen der saudi-arabischen Regierung konfrontiert wurde.

Mickelson hat seit Februar nicht mehr gespielt

Mickelson hatte laut seines Beraters wie der Deutsche Martin Kaymer eine Anfrage für die Teilnahme am Londoner Turnier gestellt. Aussagen Mickelsons über die Serie hatten im März für einen Aufschrei im Golf gesorgt. Mickelson wolle trotz der Bedenken wegen Menschenrechtsverletzungen teilnehmen, um Druck auf die etablierte PGA Tour auszuüben. Dabei kritisierte er die US-Golforganisation unter anderem als »Diktatur«.

Mickelson war der erste Starspieler, der seine Bereitschaft verkündete, für die Liga zu spielen. Später bat er um Entschuldigung, kündigte eine Auszeit an und ließ erstmals seit 28 Jahren das Masters in Augusta aus.

Golfspieler, die an einem Nicht-PGA-Tour-Event teilnehmen möchten, müssen bei der PGA Tour um Erlaubnis bitten, wenn zeitgleich ein Event in Nordamerika stattfindet. Bei einem Verstoß drohen den Spielern harte Strafen. Andere Weltklassegolfer, etwa der Weltranglistenerste und Master-Sieger Scottie Scheffler. hatten ihre Unterstützung für das Vorgehen der PGA Tour erklärt.

Der BBC zufolge  soll das endgültige Teilnehmerfeld der LIV Golf Invitational Series am 27. Mai bekannt gegeben werden.

Mickelson hat seit einer Teilnahme im Februar beim Saudi International nicht mehr gespielt.

ngo/dpa/sid/Reuters