Erstes Major des Jahres Phil Mickelson fehlt nach Aussagen über Saudi-Arabiens Golfliga beim Masters

Eine von Saudi-Arabien finanzierte Golfliga sorgte für Aufruhr, Zitate von Phil Mickelson darüber für einen Skandal. Der Starspieler nahm eine Auszeit – und lässt nun erstmals seit 28 Jahren das Masters in Augusta aus.
Phil Mickelson wird nicht beim Masters in Augusta an den Start gehen

Phil Mickelson wird nicht beim Masters in Augusta an den Start gehen

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David J. Phillip / AP

US-Golfstar Phil Mickelson tritt nach dem Wirbel um seine Aussagen über Saudi-Arabien und die PGA erstmals seit Jahrzehnten nicht beim Masters in Augusta an. Bei einem Update der Teilnehmerliste wurde der sechsmalige Major-Sieger auf die Liste der früheren Turniergewinner gesetzt, die bei dem Turnier in Georgia (7. bis 10. April) fehlen werden. Seit 1995 war Mickelson stets dabei gewesen.

In einem Gespräch mit Alan Shipnuck für ein im Mai erscheinendes Buch hatte Mickelson unter anderem über die von Saudi-Arabien finanzierte neue Turnierserie im Golf geredet, an der er trotz der Bedenken wegen Menschenrechtsverletzungen teilnehmen wollte, um Druck auf die PGA Tour auszuüben. Dabei kritisierte Mickelson die US-Golforganisation unter anderem als »Diktatur«. Die saudischen Geldgeber der neuen Turnierserie bezeichnete Mickelson gleichwohl als »scary motherfuckers«.

Die Aussagen sorgten für einen Aufschrei im Golf, denn Mickelson war der erste Starspieler, der seine Bereitschaft verkündete, für die Liga zu spielen. Der 51-Jährige entschuldigte sich später, teilte mit, dass die Zitate ohne sein Einverständnis veröffentlicht worden seien, und kündigte eine längere Auszeit an.

Die von Saudi-Arabien unterstützte Golfliga »LIV Golf Invitational Series« soll mit der PGA Tour konkurrieren und Spieler mit horrenden Antrittsgeldern locken. 255 Millionen Dollar an Preisgeldern lobt die Turnierserie ab Juni aus, zuvor war von der »Super Golf League« die Rede gewesen. Neben Turnieren in Großbritannien, den USA und Thailand findet ein Event auch in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda statt.

Aufruhr im Golf

Zwar teilte Veranstalter Greg Norman mit, dass man beim Zeitplan alles versucht habe, damit Spieler weiter woanders spielen könnten. Der Commissioner der PGA Tour, Jay Monahan, drohte Golfern bei einer Teilnahme an der neuen Turnierserie jedoch mit einem lebenslangen Ausschluss von der Tour. Eine Reihe der besten Spieler kündigte an, auf der PGA Tour bleiben zu wollen. Rory McIlroy bezeichnete die neue Liga als »tot«.

Seit seinen Aussagen über die neue Golfliga hat Mickelson kein Turnier mehr gespielt. Monahan wollte nicht sagen, ob Mickelson suspendiert wurde, teilte aber mit, dass er mit Mickelson ein Gespräch führen müsse, bevor dieser auf die Tour zurückkehren könne. Die PGA kontrolliert jedoch nur die eigene Tour, einen Einfluss auf die unabhängigen Majors hat sie nicht. 2004, 2006 und 2010 gewann Mickelson in Augusta.

hba/sid/Reuters
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