Gruppe C Schweden erkämpft gegen die USA den Gruppensieg

Die schwedische Nationalelf hat die USA besiegt. Durch den Erfolg ziehen die Skandinavierinnen als Gruppenerste ins Viertelfinale ein und treffen dort auf Australien. Für die USA geht es dort im Topduell gegen Brasilien. Das bedeutungslose Duell zwischen Kolumbien und Nordkorea endete torlos.

dapd

Hamburg - Schwedens Fußballfrauen haben sich durch einen 2:1 (2:0)-Sieg zum Abschluss der Vorrunde über Mitfavorit USA den Gruppensieg gesichert. Die Skandinavierinnen feierten dank der Tore von Lisa Dahlkvist (14. Minute) und Nilla Fischer (35.) damit im dritten Spiel den dritten Sieg und treffen am Sonntag im Viertelfinale (13 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Australien. Die USA, für die Abby Wambach (67.) der Anschlusstreffer gelang, müssen in der Runde der besten Acht in Dresden gegen Brasilien antreten (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Das Spiel fand unter den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel statt. Gemeinsam mit Spielerinnen der deutschen Mannschaft verfolgte Merkel die Partie, nachdem sie sich zuvor mit Bundestrainerin Silvia Neid und ihren Schützlingen zu einem Abendessen in einem Hotel getroffen hatte.

Bereits beim Eröffnungsspiel war Merkel Gast der WM und erlebte den 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen Kanada auf der Tribüne des Berliner Olympiastadions. DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte im Vorfeld der Endrunde mehrfach betont, dass die Kanzlerin großen Anteil daran gehabt habe, dass die Frauen-WM nach Deutschland geholt wurde.

Peilibet im Pech

Vor 23.468 Zuschauern profitierten die Schwedinnen von US-Pechvogel Amy Le Peilibet. Die Abwehrspielerin verschuldete vor der Pause beide Gegentore. Vor dem 0:1 zog sie gegen Lotta Schelin im Strafraum die Notbremse und erhielt die Gelb Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dahlkvist. Beim 0:2 fälschte sie einen Freistoß von Fischer unhaltbar für US-Keeperin Hope Solo ins eigene Netz ab.

Beide Mannschaften gingen von Beginn ein enorm hohes Tempo. Vor allem die USA bestätigten zunächst die guten Leistungen aus den beiden siegreichen Partien gegen Nordkorea (2:0) und Kolumbien (3:0): Lauren Cheney scheiterte mit einem Schuss aus kurzer Distanz, anschließend vergab Top-Torjägerin Wambach per Drehschuss.

Schweden ließ sich jedoch nicht beeindrucken und suchte seinerseits die Offensive. Stürmer-Star Lotta Schelin war nach einem langen Abschlag frei durch, doch US-Keeperin Hope Solo konnte gerade noch abwehren. Die Defensive der Amerikanerinnen zeigte ungewohnte Schwächen und bescherte den laufstarken Schwedinnen immer wieder gute Chance.

US-Trainerin Pia Sundhage, gebürtige Schwedin, beobachtete den Spielverlauf zunehmend verärgert vom Seitenrand. "Wir hätten einfach noch ein Tor machen müssen. Die Konter der Schwedinnen waren sehr gut", so Sundhage.

Im zweiten Durchgang begannen die USA erneut druckvoll und drängten auf den Anschluss, doch der letzte Pass war oft ungenau, viele Abspielfehler störten den Rhythmus.

Einzig mit Standardsituationen sorgte der Weltranglistenerste weiter für Gefahr. Bei einem 20-Meter-Schuss von Carli Lloyd (62.) hatte Hedvig Lindahl große Mühe. Nach dem 1:2 durch Wambach mussten die Schweden, die stets auf Konter lauerten, bis zum Schluss zittern. "Es war sehr hart für uns. Jetzt sind wir müde", sagte Thomas Denenry, Schwedens Nationaltrainer.

Sollte Schweden sein Viertelfinale gegen Australien am Sonntag gewinnen, würde die Mannschaft von Thomas Dennerby im Halbfinale auf das deutsche Team treffen, falls die DFB-Elf ihr Viertelfinale gegen Japan am Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gewinnt.

Schweden - USA 2:1 (2:0)
1:0 Dahlkvist (14.)
2:0 Fischer (35.)
2:1 Wambach (67.)
Schweden: Lindahl - Svensson, Larsson, Rohlin, Thunebro - Forsberg, Fischer (88. Sembrant), Dahlkvist (77. Hammarström), Sjögran (65. Göransson) - Schelin, Oqvist
USA: Solo - Krieger, Rampone, Buehler, LePeilbet (59. Cox) - Lloyd, Boxx - Rapinoe (73. O'Hara), Cheney - Wambach, Rodriguez (46. Morgan)
Schiedsrichter: Etsuko Fukano (Japan)
Zuschauer: 26.000
Gelbe Karten: Fischer - LePeilbet

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Seite 1
krafts 29.11.2010
1.
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland? 2011 messen sich die besten Frauenteams der Welt. Kann das deutsche Team seinen Titel erfolgreich verteidigen? Wird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Kanzla87 29.11.2010
2.
Zitat von kraftsIch gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Aus welchem Grund?
Rockker, 29.11.2010
3.
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich Interessiert Keine Sau
Flosse, 29.11.2010
4. Zu wünschen wäre es...
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland? 2011 messen sich die besten Frauenteams der Welt. Kann das deutsche Team seinen Titel erfolgreich verteidigen? Wird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
CaptainSubtext 29.11.2010
5. !
Zitat von FlosseDie Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
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