Neue Kleidungsvorschriften im Beachhandball nach Sexismusvorwürfen Shorts und Tanktops statt Bikinis

Bislang sahen die Kleidungsvorschriften im Beachhandball zwingend Bikinis für die Frauen vor. Dagegen hatte es Proteste gegeben. Nun hat der Weltverband seine Regeln geändert. In Deutschland begrüßt man den Schritt.
Endrunde der Deutschen Beachhandballmeisterschaft 2018: Die Spielerinnen trugen bereits Shorts und Tanktops

Endrunde der Deutschen Beachhandballmeisterschaft 2018: Die Spielerinnen trugen bereits Shorts und Tanktops

Foto: Michael Hundt / Matthias Koch / IMAGO

Nach einem Protest der norwegischen Nationalmannschaft sowie Sexismusvorwürfen hat der Handball-Weltverband (IHF) seine Kleidungsvorschriften im Beachhandball geändert.

Die Norwegerinnen hatten im Juli für Aufsehen gesorgt, als sie bei der Europameisterschaft in Bulgarien statt Bikinis längere Sporthosen trugen. Sie hatten zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt, der allerdings abgelehnt worden war.

Die Disziplinarkommission der Europäischen Handballföderation (EHF) hatte das als »Fall unangemessener Bekleidung« gewertet und eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro ausgesprochen.

Bisher hatte die Regel vorgeschrieben, dass Frauen Bikinihosen tragen müssen, die eng anliegend sind und eine Seitenbreite von »maximal zehn Zentimetern« aufweisen. Die neuen Vorschriften für Frauenuniformen erlauben nun das Tragen von kurzen Hosen, die bis zur Mitte des Oberschenkels reichen können. Statt eines Sportbikinioberteils schreiben die neuen Regularien  ein ärmelloses Tanktop vor.

Deutscher Handballbund begrüßt die Änderungen

Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbundes (DHB), hält den nun vorgenommenen Schritt für richtig. Auf Anfrage des SPIEGEL sagt er: »Wir begrüßen die Anpassung der Bekleidungsvorschriften im Beachhandball. Dass die IHF die Stimme der Aktiven, der Nationalverbände und der Europäischen Handballföderation wahrgenommen und darauf für die in einem internationalen Verband erforderlichen Prozesse schnell reagiert hat, freut uns.«

Minister aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden hatten den Weltverband dazu aufgefordert, seine Kleidungsvorschriften zu überprüfen.

Die neuen Beachhandballregeln werden auf dem IHF-Kongress (8. bis 11. November in der Türkei) vorgestellt und treten am 1. Januar 2022 in Kraft.

bka/mfu/Reuters
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