Technische Probleme im Ersten  Werbung und Lottozahlen statt Handball-Schlussphase

Mit einem Siebenmeter kurz vor Schluss wollte Handball-Bundesligist THW Kiel gegen den SC Magdeburg noch einmal herankommen. Von den spannenden letzten Sekunden bekamen Fernsehzuschauer der ARD aber nichts mit.

Während der Partie SC Magdeburg gegen den THW Kiel schauten Fernsehzuschauer plötzlich Werbung (Archivbild)
Martin Rose/Getty Images

Während der Partie SC Magdeburg gegen den THW Kiel schauten Fernsehzuschauer plötzlich Werbung (Archivbild)


Das plötzliche Ende einer Übertragung eines Handball-Bundesligaspiels hat bei ARD-Zuschauern für Empörung gesorgt. Im Spiel zwischen dem SC Magdeburg und THW Kiel stand es 40 Sekunden vor dem Ende 32:30 für die Magdeburger, als Kiels Niclas Ekberg zum Siebenmeter antrat. Anstatt des Tors und einer spannenden Schlussminute sahen die Fernsehzuschauer: Werbung und die Lottozahlen.

Ohne Ankündigung hatte der Sender umgeschaltet, der Live-Kommentator wurde mitten im Satz unterbrochen. Nach den Lottozahlen wurde wie üblich um 20 Uhr die "Tagesschau" übertragen. Einige Fernsehzuschauer kritisierten den Sender auf Twitter. "Was zur Hölle?", "Ein schlechter Scherz" oder "eine Farce" war bezogen auf die Übertragung zu lesen.

Der Sender nahm ebenfalls auf Twitter Stellung. "Liebe Handball-Fans! Wir bitten aufrichtig um Entschuldigung, dass Sekunden vor dem Ende des dramatischen Live-Spiels Magdeburg - Kiel offenbar aufgrund technischer Probleme in die Werbung geschaltet wurde", hieß es. "Wir analysieren derzeit den Fehler."

Immerhin: eine große Aufholjagd verpassten die Fernehzuschauer nicht. Zwar verwandelte Ekberg den Siebenmeter, Kiel verlor dennoch 31:32 (19:18). Für Kiel ist es die erste Niederlage im dritten Saisonspiel, Magdeburg hat bei einem Spiel mehr alle Partien gewonnen.

hba

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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
kopi4 07.09.2019
1.
Klar,ein technischer Fehler. Dabei stand der wahre Grund ja im Artikel: es wurde WERBUNG gesendet. Ich stell mir die Reaktion vor hätte RTL gestern, 2:3 und es läuft die Nachspielzeit, wegen "technischer Probleme" Werbung geschaltet....
uli_san 07.09.2019
2. Technischer Fehler?
Eine erkennbar schwache Ausrede. Eine Fußball-Übertragung wäre mit Sicherheit nicht in der letzten Minute abgebrochen worden. Mit den sogenannten Randsportarten meint man sich das erlauben zu können. Der DHB sollte sich überlegen, ob er nicht doch besser bei den Privaten aufgehoben wäre. Die ARD betrachtet Handball eh nur als Lückenfüller, falls es mal ein fußballfreies Wochenende gibt. Das heute war jedenfalls ein absoluter Tiefpunkt der Sportberichterstattung der ARD.
der_Grüffelo 07.09.2019
3. Revolte
Man stelle sich das mal beim Spiel BVB gegen FCB vor. Aber hier war es ja "nur" ein Handballspiel. Nur ein Spitzenspiel, das alles, was Handball auszeichnet , bot. Dazu noch ein Moderator, der in erster Linie durch Unkenntnis der Handballregeln glänzte. Beispiel: "Nach drei gelben Karten muss eine Zeitstrafe verhängt werden. So dind die Regeln." Ein Blick in die Regeln zeigt, dass eine Mannschaft insgesamt nicht mehr als drei Verwarnungen erhalten SOLLTE. Positiv ist festzuhalten, dass es mal wieder eine HBL-Liveübertragung im öffentlich-rechtlichen gab...
frietz 07.09.2019
4.
Zitat von kopi4Klar,ein technischer Fehler. Dabei stand der wahre Grund ja im Artikel: es wurde WERBUNG gesendet. Ich stell mir die Reaktion vor hätte RTL gestern, 2:3 und es läuft die Nachspielzeit, wegen "technischer Probleme" Werbung geschaltet....
gabs doch schon. als rtl die cl übertrug, wurde auch schon ein tor wegen der Werbung verpasst (Bayern-Ajax) wars glaube ich.
pecreativ 07.09.2019
5. Liebe ARD,
das war einfach schwach. Mit einer lapidaren Entschuldigung in Richtung Zuschauer und DHB ist dieser Fauxpas nicht hinzunehmen.
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