Nach Konferenz der Vereine Handball-Bundesligisten sollen über Saisonabbruch abstimmen

Die deutschen Handballklubs haben sich darauf geeinigt, dass eine Abstimmung über die Fortsetzung der Bundesligasaison entscheiden soll. Ergebnisse sind in der kommenden Woche zu erwarten.
Uwe Gensheimer und die Rhein-Neckar Löwen: Geht die Saison weiter?

Uwe Gensheimer und die Rhein-Neckar Löwen: Geht die Saison weiter?

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Simon Hofmann/ Bongarts/Getty Images

Die Vereine der Handball-Bundesliga (HBL) wollen darüber abstimmen, ob die Saison abgebrochen oder zu Ende gespielt wird. Das ist das Ergebnis einer Videoschalte mit allen Vereinen der beiden obersten Handball-Ligen. Die Abstimmung soll in den nächsten Tagen erfolgen. "Es sind sich alle einig, dass wir das zeitnah machen", sagte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin. Alle Bundesligisten sollen schriftlich über Abbruch oder Fortsetzung bis Anfang kommender Woche votieren, so Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Erforderlich ist laut der Deutschen Presse-Agentur und "Bild" eine Dreiviertelmehrheit. Der Sport-Informations-Dienst berichtete, laut Bohmann sei für eine Entscheidung eine Zweidrittelmehrheit nötig.

Hanning will weiterspielen lassen

Wie die Saison im Falle eines Abbruchs gewertet würde, konnte Bohmann noch nicht sagen. Ob es dann Meister sowie Ab- und Aufsteiger gibt, entscheidet allein das Präsidium der Handball-Bundesliga GmbH. In dieser Frage haben die Vereine kein Mitspracherecht. 

"Ich bin persönlich ein Freund des Weiterspielens und sehe dafür auch Möglichkeiten", sagte Hanning. "Ich habe der Liga einen Vorschlag unterbreitet, wie ein Szenario aussehen könnte." Über die Inhalte schwieg er.

Bohmann äußerte sich zurückhaltender: "Grundsätzlich sehe ich es als viel besser an, wenn es eine sportliche Entscheidung geben würde und tatsächlich zu Ende gespielt werden könnte, aber da müssen wir uns auch einfach den Wirklichkeiten stellen", sagte er.

Bohmann betonte, dass es mehrere Szenarien für eine Fortsetzung gebe. Diese würden aber immer durch den Zeitdruck diktiert. Die Saison muss laut HBL-Beschluss bis zum 30. Juni beendet sein. "Wir müssen den Mannschaften drei bis vier Wochen Vorlauf für die Vorbereitung geben", sagte Bohmann. Dafür müssten aber wieder ordentliche Trainingsbedingungen herrschen, die noch nicht erlaubt sind.

"Werden keine hundertprozentige Gerechtigkeit herstellen können"

Ob danach Geisterspiele in den jeweiligen Hallen erlaubt und zeitlich umsetzbar sind, oder ob Turniere an bestimmten Orten binnen weniger Tage möglich sind mit einer vermutlich gemeinsamen Unterbringung der Teams - das unterliegt zunächst der Beurteilung der Gesundheitsbehörden.

Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, die HBL befindet sich in einer misslichen Lage. "Wir werden keine hundertprozentige Gerechtigkeit herstellen können", sagte Bohmann. Insbesondere die Bewertung durch die HBL kann Proteste nach sich ziehen. "Wir haben ein juristisches Gutachten von Sportrechtlern anfertigen lassen", berichtete der HBL-Geschäftsführer.

Eine Annullierung der bisherigen Saison ist wohl nicht die bevorzugte Variante der HBL. Eine Quotienten-Regelung, bei der der bisherige Punkteschnitt jedes Teams ermittelt und anschließend hochgerechnet wird auf die ausstehenden Partien, ist denkbar.

Die Saison ist seit dem 12. März unterbrochen. Der THW Kiel ist Tabellenführer.

ptz/mon/dpa/sid
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