Kündigungen zweier Spielerinnen BVB stellt Handballtrainer Fuhr frei

Handball-Bundesligist Borussia Dortmund hat Konsequenzen aus den fristlosen Kündigungen von zwei Spielerinnen gezogen und sich von Coach André Fuhr getrennt. Der Hintergrund der Vorwürfe ist derzeit noch unklar.
André Fuhr

André Fuhr

Foto: Patrick Nuhn / Lobeca / IMAGO

Der deutsche Handball-Vizemeister Borussia Dortmund hat Cheftrainer André Fuhr mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das teilte der Frauen-Bundesligist am Montag mit.  Zuvor war der 51-Jährige von Spielerinnen scharf kritisiert worden.

Vorausgegangen waren die fristlosen Kündigungen der beiden Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger bei Borussia Dortmund. Sie hatten kurz darauf die neue Anlaufstelle für Betroffene von psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Spitzensport kontaktiert.

Die 24 Jahre alte Rückraumspielerin Zschocke und die 23 Jahre alte Außenspielerin Berger, seit mehreren Wochen offiziell krankgeschrieben, hatten noch bis 2023 laufende Verträge. Der BVB weigerte sich zuerst, die Kündigungen zu akzeptieren, hat ihnen inzwischen aber entsprochen.

Fokussierung auf den Sport »nahezu unmöglich«

Die genauen Hintergründe der Vorwürfe sind derzeit noch unklar.

Anfang vergangener Woche hatte es diesbezüglich bereits ein Krisentreffen gegeben, weitere Gespräche sollen folgen. Zu den Hintergründen der Kündigungen schweigen die Beteiligten. Am Treffen am vergangenen Montag hatten auch Vertreter der Anlaufstelle für Gewalt und Missbrauch im Spitzensport teilgenommen.

Der gesamte Vorgang habe »eine Fokussierung des Kaders sowie der gesamten Abteilung auf den Handballsport nahezu unmöglich gemacht«, hieß es in der BVB-Mitteilung. »Die Entscheidung, André Fuhr freizustellen, ist ausdrücklich nicht mit einer Vorverurteilung verbunden«, ergänzte der Klub.

Die Vorgänge würden »gegenwärtig gewissenhaft und gründlich« aufgearbeitet, dabei stehe der Verein »im Dialog mit der Anlaufstelle gegen Gewalt im Sport, die von mehreren Spielerinnen kontaktiert worden war«, hieß es weiter.

Wer die Dortmunder zukünftig trainiert, steht noch nicht fest. Fuhr war am Samstag beim jüngsten Bundesligaspiel des BVB bei Sport-Union Neckarsulm (38:25) bereits von Co-Trainer Andreas Kuno vertreten worden.

vgl/dpa/sid
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